Kinana ibn ar-Rabi'

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Kinana ibn ar-Rabi, arabisch كنانة بن الربيع, DMG Kināna b. ar-Rabīʿ († 628), war ein Gegner Mohammeds und ein Anführer eines Unterstammes des in Yathrib, dem vorislamischen Medina ansässigen Stammes der Banu Nadir. Im Zuge der Eroberung Chaibars,[1] dem Exil seines Stammes nach dessen Vertreibung aus Medina 625 n. Chr., verpflichtete sich sein Stamm unter Gewährung von Schutz den Aufenthaltsort all ihrer Eigentümer preiszugeben.[2] Da Kinana den Schatz seiner Familie, den Abu 'l-Huqayq verwahrte, ließ Mohammed ihn foltern bis er den Standort des Schatzes preisgab und später töten, nachdem auch seine Brüder – al-Rabi' ibn al-Rabi' und Sallam ibn al-Rabi', die beiderseits erklärte Gegner Mohammeds waren – exekutiert worden waren.[2] Kurz darauf heiratete Mohammed Kinanas ehemalige Ehefrau Safiyya bint Huyayy. Kinanas Vater al-Rabi' ibn Abi 'l-Huqayq, ein Dichter, war ebenfalls erklärter Gegner Mohammeds.

Die Folter und darauf folgende Exekution ibn al-Rabi's wurde auch in der islamischen Rechtswissenschaft aufgegriffen: Der berühmte Jurist asch-Schaibani ist in seinem grundlegenden Werk über das islamische Völkerrecht auf dieses Ereignis Bezug nehmend zum Schluss gekommen, dass ein Feind getötet werden darf, wenn ihm muslimischerseits unter bestimmten Bedingungen Schutz gewährt wird, dieser allerdings sich des Verrats schuldig macht oder das gemäß dem mit ihm geschlossenen Vertrag auszuhändigende Objekt verbirgt.[3]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe Zug nach Chaibar
  2. a b Meir Jacob Kister: The Massacre of the Banū Quraiẓa: A re-examination of a tradition. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 8, 1986, S. 71
  3. Siehe Meir Jacob Kister: The Massacre of the Banū Quraiẓa: A re-examination of a tradition. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 8, 1986, S. 71 sowie dortige Quellenangaben