Kindenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Kindenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kindenheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 37′ N, 8° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Leiningerland
Höhe: 172 m ü. NHN
Fläche: 8,96 km2
Einwohner: 991 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67271
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 029
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Website: www.kindenheim.de
Ortsbürgermeister: Albrecht Wiegner (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Kindenheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Kindenheim ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim und liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Sie gehört der Verbandsgemeinde Leiningerland an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Pfalz nahe dem nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße im Alzeyer Hügelland. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Zellertal, Wachenheim, Bockenheim, Quirnheim, Biedesheim, Ottersheim und Bubenheim.

Gewässer und Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch die Gemeinde fließt der Kinderbach, ein knapp 10 km langer rechter Zufluss der Pfrimm. Im Nordwesten erstreckt sich der Kahlenberg, dessen Südgipfel Rosengarten 305,6 m hoch ist; der Nordgipfel misst 303,3 m. Im Nordosten erhebt sich der Kohlenberg. Im Südwesten der Gemarkung, unmittelbar an der Grenze zu Quirnheim und Bockenheim, erstreckt sich der Gerstenberg (319,3 m).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstraße mit protestantischer Kirche

817 wurde das Dorf erstmals als Cunerono urkundlich erwähnt. Später wurde es dann Cunnenheim bzw. Kinnenheim genannt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Herrschaft Leiningen-Dagsburg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Kindernheim – so die damalige Bezeichnung – in den Kanton Grünstadt im Département du Mont-Tonnerre eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort 700 Einwohner. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet 1815 zunächst Österreich zugeordnet und 1816 in einem Staatsvertrag an das Königreich Bayern abgetreten. Von 1818 bis 1862 gehörte Kindenheim dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor.

Ab 1939 war Kindenheim Bestandteil des Landkreises Frankenthal. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde Kindenheim Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, die 2018 in der Verbandsgemeinde Leiningerland aufging.

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2013 waren 54,9 % der Einwohner evangelisch und 12,7 % katholisch. Die übrige 33,4 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[2] Der Anteil der Protestanten und die der Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 30. November 2021) liegt der Anteil der evangelischen Bürger bei 49 %, der katholischen bei 12 % und der Sonstigen bei 39 %.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kindenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD FWG Pro Gesamt
2019[4] 4 7 5 16 Sitze
2014[5] 5 6 5 16 Sitze
2009 5 7 4 16 Sitze
2004 8 5 3 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kindenheim e. V.
  • Pro = Wählergruppe Pro Kindenheim e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister Albrecht Wiegner (FWG) wurde bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 mit 74,91 % der Stimmen wiedergewählt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kindenheim
Blasonierung: „In Silber auf grünem Grund zwei unbekleidete naturfarbene Kinder, von denen das rechte in der Rechten geschultert eine goldene Hacke, das linke in der Linken ein goldenes Rebmesser hält, das auch als Sesel bezeichnet wird, während beide mit der anderen Hand zwischen sich eine aufrecht stehende grüne Traube halten.“[7]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1967 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf leicht verändertes Gerichtssiegel von 1544. Es verweist redend auf den Ortsnamen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Friedhof und sein christliches Pendant sind jeweils als Denkmalzonen ausgewiesen.

Hinzu kommen insgesamt neun Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche St. Martin aus dem 16. Jahrhundert mit ortsbildprägendem, freistehendem Glockenturm aus dem 19. Jahrhundert. Davor steht als Kriegerdenkmal von 1914–18 ein aufgesockelter Bayerischer Löwe aus gelbem Sandstein.

Ein weiteres beachtenswertes Kulturdenkmal stellt das Weingut Kreutzenberger dar. Der Bauhaus-Architekt Otto Prott erbaute das Haus in den wirtschaftlich schwierigen 1920er Jahren im Stil der Moderne. 2005 wurde das Haus um ein Kelterhaus mit Weinprobierstube auf der Dachterrasse im damaligen Stil behutsam ergänzt. Der Architekt Heribert Hamann erhielt hierfür den „Architekturpreis Wein“.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römisches Aion-Relief, gefunden 1925

Obwohl außerhalb des Pfälzerwalds gelegen, ist der Südosten der Gemarkung Bestandteil des Naturparks Pfälzerwald. Einziges Naturdenkmal vor Ort ist die Klamm, die sich teilweise bereits auf der Gemarkung von Bockenheim befindet.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 entdeckte man im Keller eines Hauses ein römisches Aion-Relief aus Sandstein, das sich heute im Fundus des Historischen Museums der Pfalz in Speyer befindet.[8]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtmuseum Grünstadt wird eine historische Fahne des Gesangvereins Kindenheim aus der Zeit um 1849 verwahrt, die eine schwarz-rot-goldene Umrahmung besitzt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kerwe findet jedes Jahr am 1. Wochenende im September statt.
  • Der Schützenverein trägt jährlich seine Ortsmeisterschaften in der Sport- und Freizeithalle aus.
  • Der TV Kindenheim veranstaltet jährlich im Sportlerheim und auf dem Sportplatz seine Sportwoche.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindenheim ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Die Kindenheimer Einzellagen Burgweg, Katzenstein, Sonnenberg und Vogelsang gehören alle zur Großlage Grafenstück.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht in Kindenheim geborene, aber mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten:

  • Marco Haber (* 1971 in Grünstadt), deutscher Fußballnationalspieler, wuchs in Kindenheim auf und spielte dort beim TV.
  • Paulina Krumbiegel (* 2000 in Mannheim), deutsche Fußballnationalspielerin, wuchs in Kindenheim auf und spielte dort beim TV.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kindenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013.
  3. Gemeindestatistik , abgerufen am 1. Januar 2022
  4. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Kindenheim. Abgerufen am 13. Oktober 2019.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  6. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Leiningerland, Verbandsgemeinde, zwölfte Ergebniszeile. Abgerufen am 13. Oktober 2019.
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Elmar Schwertheim: Die Denkmäler orientalischer Gottheiten im römischen Deutschland, Brill Verlag, 1974, S. 177, ISBN 9004039848; (Digitalscan).
  9. Paulina Krumbiegel: Von der Verteidigerin zur Vorbereiterin. dfb.de, abgerufen am 18. September 2020.