Kindsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kindsbach
Kindsbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kindsbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 8,8 km²
Einwohner: 2385 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 271 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66862
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Webpräsenz: www.kindsbach.de
Ortsbürgermeister: Knut Böhlke (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Kindsbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Kindsbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an. Kindsbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindsbach liegt am Rande des Pfälzerwald zwölf Kilometer westlich von Kaiserslautern. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Am Sandweiher.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindsbach wurde erstmals urkundlich im Jahre 1265 als Kunigesbach erwähnt.

Direkt neben einer Quelle im Wald südwestlich von Kindsbach befinden sich die Heidenfelsen mit Figuren im Hochrelief, die aus keltischer Zeit stammen sollen.

Das Dorf Kindsbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1978 bis 1814 gehörte Kindsbach zum Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Kindsbach von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Homburg, wechselte 1929 zum Bezirksamt Kaiserslautern und gehört seit 1939 zum Landkreis Kaiserslautern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Kindsbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kindsbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 275
1835 528
1871 566
1905 924
1939 1.792
1950 1.945
Jahr Einwohner
1961 2.632
1970 2.743
1987 2.413
1997 2.547
2005 2.468
2014 2.385

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kindsbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat 20 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 8 6 2 16 Sitze
2009 7 11 2 20 Sitze
2004 6 11 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kindsbach e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Von Rot und Schwarz geteilt, oben eine goldene Königskrone, unten fünf silberne Bollen (Kugeln)“.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnergemeinde ist Grandcamp-Maisy aus der Normandie in Frankreich.

Kindsbacher Gnadenbild mit Jugendstilfassung nach Entwurf von Rudolf von Perignon, 1912

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kindsbach besteht seit Anfang des 18. Jahrhunderts die Wallfahrt zur Kindsbacher Madonna von Pötsch, einer Kopie der berühmten Weinenden Madonna von Pötsch, im Wiener Stephansdom. Papst Pius VII. gewährte hierfür eigens einen besonderen Ablass.[5] Das Ölbild ist gefasst in einen kostbaren Jugendstilrahmen des Sakralarchitekten Rudolf von Perignon.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende August findet immer die Kindsbacher Kerwe statt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärische Nutzung und Konversion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindsbach ist unter anderem Standort eines 2,5 ha großen NATO-Bunkers (Air Defense Operations Center - Kindsbach,[6]) der 1992 im Rahmen der Konversion bislang militärisch genutzter Flächen für die zivile Nutzung freigegeben wurde.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf von Perignon, (1880-1959),entwarf für die örtliche Madonna von Pötsch die Jugendstileinfassung aus Metall
  • Thomas Reiland, spielte anfangs beim örtlichen Fußballverein
  • Herbert Schroer, spielte anfangs beim örtlichen Fußballverein

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kindsbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 95 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Offizielle Webseite des Bistums Speyer zur Wallfahrt in Kindsbach
  6. ADOC Kindsbach
  7. Westpfalz-Informationen Nr. 101 (PDF; 272 kB) Abgerufen am 30. Oktober 2009. Hinweis auf eine Veröffentlichung in der "Rheinpfalz" durch Marcus Blüm im Blog "scharf-links Rheinland-Pfalz" am 25. Oktober 2009.