Kingdom (südkoreanische Fernsehserie)

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Serie
Titel Kingdom
Originaltitel Kingdom (킹덤)
Produktionsland Südkorea
Originalsprache Koreanisch
Genre Zombie, Horror, Action, Mystery, Historisch
Erscheinungsjahre seit 2019
Länge 50 Minuten
Episoden 12 in 2+ Staffeln
Produktions-
unternehmen
A Story
Regie Kim Seong-hun, Park In-je
Drehbuch Kim Eun-hee
Premiere 25. Jan. 2019 auf Netflix
Deutschsprachige
Premiere
25. Jan. 2019 auf Netflix
Besetzung
Synchronisation

Kingdom ist eine südkoreanische Zombieserie des Streaming-Dienstes Netflix aus dem Jahr 2019 mit Ju Ji-hoon, Bae Doona und Ryu Seung-ryong. Die Serie spielt im frühen 17. Jahrhundert in der Zeit nach dem Imjin-Krieg und basiert auf dem Manhwa Das Land der Götter von Kim Eunhee und Yang Kyungil.[1][2][3] Regie führt Kim Seong-hun. Die Netflix-Originalserie wurde am 25. Januar 2019 veröffentlicht. Die zweite Staffel ist seit dem 13. März 2020 auf Netflix abrufbar. Am 23. Juli 2021 wurde zudem mit Ashin of the North eine einzelne Episode in Spielfilmlänge veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im mittelalterlichen Korea der Joseon-Dynastie scheint der König an Pocken erkrankt zu sein. Allerdings gibt es Zweifel. Es kommen Gerüchte auf, der König sei tot. Kaum jemand habe den König gesehen. Die Königin lässt den besorgten Kronprinzen Chang nicht in den Palast. Zudem scheinen die Soldaten auf Cho Hak-ju, den Führer des Haewon-Cho-Clans, zu hören. Eines Tages schleicht sich Kronprinz Chang in den Palast und bemerkt einen fauligen Geruch in dem abgetrennten Bereich, der dem König vorbehalten ist, sowie ein Wesen, das Geräusche wie ein Tier macht. Genau erkennen kann er es jedoch nicht. Der König ist nicht auffindbar. Dieser habe den Palast kurzzeitig verlassen, wird dem Kronprinzen auf seine Frage hin mitgeteilt.

Durch Muyeong findet Chang heraus, dass der Arzt Lee Seong-hui aus Dongnae den König behandelt hat. Er beschließt, ihn aufzusuchen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Allerdings wurde der Ort von einer Seuche heimgesucht. Dr. Lee ist einige Tage zuvor dort eingetroffen, mit dem Leichnam seines Assistenten Dan-i. Dieser wurde vom König gebissen und erkrankte, erlag dann auch dieser Krankheit. Da es kaum was zu essen gibt, stiehlt Yeongsin heimlich den Leichnam und kocht ihn, damit die Dorfbewohner Essen haben. Jedoch verwandelte dies die Bewohner in Zombies.

Chang hört sich um und stößt bei seinen Nachforschungen auf ein Kraut, wodurch Tote zum Leben erweckt werden können. Dr. Lee habe daran gearbeitet. Dabei trifft er auf Lees Assistentin Seo-bi. Sie erzählt ihm von dem Kraut. Seobi schloss die Zombies im Krankenhaus Jiyulheon bei Dongnae ein. Allerdings informierten Chang und Muyeong die Beamten von Dongnae, die die Leichen einsammelten. Seobi erzählt jedoch, diese würden bei Nacht zum Leben erwachen und Menschen angreifen, die sich nach einem Biss dann auch verwandeln.

Als sie wieder im Dorf eintreffen, wird es dunkel und die Untoten verwandeln sich und greifen die Menschen an. Gemeinsam mit seinem Gefährten Muyeong kann er die Nacht überleben und sich am Tag darauf die Aufzeichnungen von Dr. Lee ansehen. Dabei findet er heraus, dass der König tatsächlich starb und Dr. Lee ihn auf Anweisung von Cho Hak-ju wieder ins Leben holte. Chang folgert, dass der Cho-Clan einen Machtverlust mit ihm als König fürchtete. Stattdessen soll nun das ungeborene Kind auf den Thron. Der König soll deshalb bis zur Geburt im Zustand eines Zombies gehalten werden. Dazu hat die Königin den Palast unzugänglich abriegeln lassen. Die Gelehrten sind allerdings skeptisch aufgrund von Gerüchten aus dem Inneren des Palasts.

Derweil beschließt Chang, den Fürsten Ahn Heon, der im ganzen Land großes Ansehen genießt, in Sangju aufzusuchen.

Aus dem Umland werden schwangere Frauen in den Palast eingeladen und dort, scheinbar grundlos, zuvorkommend behandelt. Es stellt sich heraus, dass die Königin gar nicht schwanger ist. Sie trägt eine Bauchattrappe und wartet darauf, dass eine der Frauen einen Jungen gebiert der als Thronfolger dienen kann.

Die Untoten beginnen nun bereits am Tage zu erwachen. Es wird klar, dass nicht Tag und Nacht ausschlaggebend sind, sondern die Temperatur.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler Rolle Hauptrolle (Episoden) Synchronsprecher
Ju Ji-hoon Kronprinz Lee Chang 1.01– Sascha Draeger
Bae Doona Seo-bi 1.01– Christina von Weltzien
Kim Sungkyu Yeongsin 1.01– Johannes Semm
Kim Jongsu Kim Sun 1.01– Michael Bideller
Jun Sukho Magister Cho Beom-pal 1.02– Jens Wendland
Park Byungeun Min Chi-rok 2.02–
Kim Taehun Lee Kang-yoon 2.02–
Jung Suk-won Cho Beom-il 1.01–1.02, 2.03–2.04 (Rückblende) Nicolas König
Heo Joon-ho Fürst Ahn Hyeon 1.05–2.02 Joshy Peters
Kim Sang-ho Mu-yeong 1.01–2.03, 2.04 (Rückblende) Konstantin Graudus
Ryu Seung-ryong Cho Hak-ju 1.01–2.04 Jürgen Holdorf
Kim Hye-jun Königin Cho 1.01–2.06 Franciska Friede

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Kingdom auf eine Staffel mit acht Episoden ausgelegt. Allerdings wurde der Etat schon mit sechs Episoden voll ausgeschöpft und sogar überschritten. Jede Episode kostete durchschnittlich 2 Milliarden Won (ca. 1,78 Millionen US-Dollar).[4] Noch vor der Ausstrahlung kündigte Netflix-CEO Reed Hastings eine zweite Staffel an. Regisseur Kim Seong-hun sagte, er werde bei der zweiten Staffel nicht Regie führen, aber vielleicht als Berater zur Seite stehen.[4] Die Dreharbeiten der zweiten Staffel begannen im Februar 2019.[5] Die erste Folge der zweiten Staffel entstand erneut unter der Regie von Kim Seong-hun, bei den restlichen fünf Episoden übernahm Park In-je den Regiestuhl.[6]

Nach der Veröffentlichung der Sonderepisode Ashin of the North wurde mit der Planung für die dritte Staffel begonnen.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im englischsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Aggregatorseite Rotten Tomatoes erhielt die erste Staffel ein Tomatometer-Rating von 93 % basierend auf der Auswertung von 14 Kritiken, von denen 13 als überwiegend positiv (fresh) und 1 als überwiegend negativ (rotten) eingeschätzt wurden. Die durchschnittliche Bewertung betrug dabei 8,0 von 10 Punkten.[8] Für die zweite Staffel ergab sich ein Tomatometer-Rating von 100 % basierend auf 8 Kritiken, die alle positiv ausfielen. Die durchschnittliche Bewertung lag nun bei 8,3 von 10 Punkten.[9]

Rafael Motamayor (The Observer) meint, dass Kingdom politische Intrigen im Stile von Game of Thrones mit der Sozialkritik von Parasite vermische und dies vor dem Hintergrund einer ausbrechenden Zombie-Pandemie. Die Serie zeige, wie eine Gesellschaft langsam aufgrund von Egoismus, Verantwortungslosigkeit und Inkompetenz der regierenden Schichten untergeht.[10]

Mark Zoller Seitz (Vulture) sieht Kingdom als eine Parabel auf eine Gesellschaft mit einem Todeswunsch, die unaufhaltsam weiter zerfällt, da die Gesellschaft nicht willens ist, einen Systemwechsel vorzunehmen, der nötig wäre um dem Verfall aufzuhalten. Die Serie sei innerhalb des Zombie-Genre deshalb so bemerkenswert, weil sie ein detailliertes Panorama des gesellschaftlichen Zerfalls beschreibe, der letztendlich zu einer Zombie-Apokalypse führe im Gegensatz zu den meisten Werken des Genres, deren Handlung lediglich während oder nach der Apokalypse spielt.[11]

Im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manuel Kellerhals (Blick) schreibt, dass Kingdom alles besitzt, was zu einem guten Zombie-Drama gehöre. Die Serie sei blutig, spannend und unterhaltsam, zudem besitze sie mit dem mittelalterlichen Korea als Schauplatz ein unkonventionelles Setting mit exzellenten Schauwerten.[12]

Nathanael Häfner (Musikexpress) sieht Kingdom als eine Mischung von Game of Thrones und The Walking Dead und meint, dass sie dem Zombie-Genre einen dringend benötigten frischen Wind verschaffe. Er zeigt sich begeistert davon wie Machtpolitik und Palastintrigen im Korea des 16. Jahrhunderts mit einer Zombie-Geschichte kombiniert und aufwendig inszeniert werden.[13]

Sabine Horst (Die Zeit) beschreibt die Serie als „eine Mischung aus Kostümdrama, Kampfkunstfilm und Zombie-Splatter“. Kingdom verpulvere in jeder Folge so viele Einfälle „als reichte ihr Fundus für die Unsterblichkeit“. Noch entscheidender für das Gelingen sei aber die Entscheidung, „das fantastisch-apokalyptische Geschehen ohne Zynismus zu präsentieren“.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Kingdom of the Gods. In: YLAB. Abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  2. Burning Hell. In: Carlsen Manga. Abgerufen am 27. Januar 2019.
  3. Kim Sujeong: 김은희 작가 신작 '킹덤', 원작만화 '신의 나라'에도 관심. 조선 배경으로 한 좀비물… 만화 스토리 작가 데뷔작. In: NoCut News. 9. März 2017, abgerufen am 19. Januar 2019 (koreanisch).
  4. a b Sonia Kil: Netflix Extends Unreleased Korean Series ‘Kingdom’ for Second Season (EXCLUSIVE). In: Variety. 16. Juli 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (englisch).
  5. Pierce Conran: Season 2 of Netflix’s KINGDOM Begins Shooting in February. Key Cast Members Return for Netflix’s 1st Korean Original Series. In: Korean Film Biz Zone. KOFIC, 7. Januar 2019, abgerufen am 23. Januar 2019 (englisch).
  6. Kingdom: Full Cast & Crew. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 16. März 2020.
  7. Song Seung-hyun: Star screenwriter Kim Eun-hee returns with darkest ‘Kingdom’ episode. In: The Korea Herald. 1. August 2021, abgerufen am 6. August 2021 (englisch).
  8. https://www.rottentomatoes.com/tv/kingdom_2019/s01 (abgerufen am 4. April 2020)
  9. https://www.rottentomatoes.com/tv/kingdom_2019/s02 (abgerufen am 6. Februar 2022)
  10. Rafael Motamayor: Ditch the Other Zombie Shows and Watch ‘Kingdom’ on Netflix Now. The Observer, 6. März 2020
  11. Mark Zoller Seitz: Zombie Epic Kingdom Is Remarkable and Resonant. Vulture, 15. März 2019
  12. Manueler Kellerhals: Versteckte Streaming-Perlen gegen die Langeweile – Über diese Netflix-Hits spricht niemand. Blick, 24. März 2020
  13. Nathanael Häfner: „Kingdom“ (Staffel 2) auf Netflix: Der neue Zombie-Maßstab aus Korea . Musikexpress, 16. Mai 2020
  14. Sabine Horst: Keine weiteren Verluste, bitte! Zeit Online, abgerufen am 17. Februar 2022.