Kingman Airport (Arizona)

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Kingman Airport
Kingman, 2013
Kenndaten
ICAO-Code KIGM
IATA-Code IGM
Koordinaten
35° 15′ 34″ N, 113° 56′ 17″ WKoordinaten: 35° 15′ 34″ N, 113° 56′ 17″ W
1051 m (3448 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km nordöstlich von Kingman
Basisdaten
Eröffnung 1940er Jahre
Betreiber City of Kingman
Fläche 1700 ha
Start- und Landebahnen
03/21 2081 m × 46 m Asphalt
17/35 2050 m × 23 m Asphalt

Der Kingman Airport (auch Mohave County Airport)[1] (ICAO-Code: KIGM, IATA-Code: IGM, FAA-Code: IGM) ist ein Flugplatz 15 km nordöstlich der Stadtmitte des Ortes Kingman gelegen, im Mohave County im US-Bundesstaat Arizona. Er wird derzeit nicht im Linienflugverkehr angeflogen,[2] gehört aber zu den größten Flugzeugfriedhöfen der Vereinigten Staaten. Da er von weniger als 2500 Passagieren pro Jahr genutzt wird, ist er als Flugplatz der Allgemeinen Luftfahrt eingestuft.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1942–1945: USAAF-Ausbildungsflugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wurde während des Zweiten Weltkriegs ab 1942 als Ausbildungsflugplatz der United States Army Air Forces (USAAF) errichtet und in erster Linie zum Training von Bordschützen genutzt. Als Zielflugzeuge standen die Jagdflugzeugtypen Bell P-39 Airacobra und Bell P-63 Kingcobra zur Verfügung, die von den Westalliierten als nicht fronttauglich eingestuft worden waren. Ab Mai 1943 wurde die Einrichtung offiziell Kingman Army Air Field genannt.

1945–1948: Entsorgung überzähliger Kriegsflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende organisierte die Reconstruction Finance Corporation als Verwertungsbehörde für Kriegsmaterial fünf große Zentren für Lagerung, Verkauf und Verschrottung der anfangs etwa 117.000 überzähligen Flugzeuge der USAAF. Neben Kingman waren diese in Albuquerque (NM), Altus (OK), Ontario (CA) und Walnut Ridge (AR) gelegen. Zusätzlich wurden 30 kleinere Zwischenlagerplätze sowie 23 Verkaufszentren eingerichtet.[4] Die Aufgabe wurde ab März 1946 von der War Assets Administration übernommen.

Ab Herbst 1945 wurden bis zu 150 Flugzeuge pro Tag nach Kingman ("Storage Depot 41") geflogen. Ende 1945 waren dort 4700 überzählige oder veraltete Maschinen eingetroffen, 1946 waren es dann 5500.[4]

Neben zahllosen B-17-Bombern wurden dort auch 38 schwere Bomber Consolidated B-32 Dominator verschrottet – fast alle nagelneu, nach nur einem einzigen Flug direkt aus dem Herstellerwerk.[5]

Kingman, 1946
B-24 44-51506 Kingman, 1947
Bell P-63 42-69501 Kingman, Februar 1947

In drei rund um die Uhr betriebenen Hochöfen zur Aluminiumgewinnung konnten bis zu 35 Flugzeuge pro Tag eingeschmolzen werden. Im Juli 1948 war die Aktion vollendet. Die Bilanz des Recyclings:

  •   85 Aufklärungs- und Trainingsflugzeuge
  • 615 Jagdflugzeuge
  •   54 leichte Bomber
  • 266 mittlere Bomber
  • 4463 schwere Bomber

insgesamt also 5483 Maschinen waren verschrottet.

Erzielte Durchschnittspreise für überschüssige Flugzeuge (zum Verschrotten oder zur fliegerischen Weiternutzung):

Schulflugzeuge

Jagdflugzeuge

Bomber

  • A-26 $  2,000
  • B-17 $13,750
  • B-24 $13,750
  • B-25 $  8,250
  • B-26 unbekannt
  • B-32 nicht bekannt, nur zum Verschrotten abgegeben

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren wird Kingman zunehmend als Flugzeugfriedhof zum Abwracken genutzt, inzwischen auch als Abstellplatz für langfristig geparkte Verkehrsflugzeuge. Auf dem am Flugplatz gelegene Gewerbegebiet hatten sich im Jahr 2014 mehr als 70 Firmen angesiedelt.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wird zurzeit nicht von Fluggesellschaften im Liniendienst angeflogen. Bis vor einigen Jahren gab es eine Verbindung von Great Lakes Airlines nach Los Angeles, die mit Turboprop-Zubringerflugzeugen des Typs Beechcraft 1900 bedient wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kingman Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kingman Airport (Englisch) In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey. Abgerufen am 22. August 2016.
  2. Webseite des Flugplatzes, Air Service
  3. FAA, Airport Listings of General Aviation Airports Appendix B-1: Summary by State (englisch), abgerufen am 3. Juni 2015
  4. a b Airplane Boneyards
  5. Joseph F. Baugher: USAAF-USAF Military Aircraft Serial Numbers (englisch), abgerufen am 3. Juni 2015