Kinoshita Chōshōshi

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Kinoshita Chōshōshi

Kinoshita Chōshōshi (jap. 木下 長嘯子; * 1569 in der Provinz Owari; † 27. Juli 1649) war ein japanischer Samurai und Waka-Dichter.[1] Chōshōshi war sein Dichtername, während sein richtiger Kinoshita Katsutoshi (木下 勝俊) war.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Kriegsherren Kinoshita Iesaga absolvierte im Gefolge Toyotomi Hideyoshis, der mit Chōshōshis Tante Nene verheiratet war, eine rasche militärische Laufbahn. 1587 erhielt es das Lehen Tatsuno in der Provinz Harima. 1590 nahm er an der Schlacht seines Onkels gegen den Hōjō-Clan bei Odawara teil, zwei Jahre später leitete er eine Truppe von 1500 Mann bei dessen Invasion in Korea (Imjin-Krieg). Über beide Feldzüge führte er Tagebücher: Azuma no michi no ki und Kyūshū michi no ki (九州道之記).

Für seine Verdienste verlieh ihm Toyotomi Hideyoshi 1594 das Lehen Obama, das ihm ein Einkommen von 80000 Koku sicherte. In der Schlacht von Sekigahara, in der er im Dienste des Torii Mototada die Festung Fushimi zu verteidigen hatte, floh er vor den Truppen Ishida Mitsunaris nach Kyōto und verlor in der Folge seine Güter.

Die nächsten vierzig Jahre verbrachte er mit Unterstützung seiner Tante Nene zurückgezogen als Dichter und Lehrer in einer Villa in Higashiyama. Er stellte diese Zeit in dem Werk Kyohakushū dar. Seit 1641 lebte er, möglicherweise durch finanzielle Not gezwungen in Oshioyama im westlichen Kyōto. Als Dichter stand er in Kyōto in Konkurrenz und Auseinandersetzung mit Matsunaga Teitoku.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Scott Alexander Lineberger: The Politics of Poetics: Socioeconomic Tensions in Kyoto Waka Salons and Matsunaga Teitoku’s Critique of Kinoshita Chōshōshi. In: The Ohio State University (Hrsg.): Early Modern Japan. Vol. 18, 2010, ISSN 1940-7955, S. 103–125 (Volltext).
  • Louis Frédéric: Japan Encyclopedia. Harvard University Press, 2002, ISBN 0-674-00770-0, S. 524 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – französisch: Japon, dictionnaire et civilisation. Übersetzt von Käthe Roth).
  • Kendall H. Brown: The Politics of Reclusion: Painting and Power in Momoyama Japan. University of Hawaiʻi Press, 1997, ISBN 0-8248-1913-6, S. 163–164 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 木下長嘯子. In: デジタル版 日本人名大辞典+Plus bei kotobank.jp. Kodansha, abgerufen am 20. Dezember 2011 (japanisch).
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Kinoshita der Familienname, Chōshōshi der Vorname.