Kinsau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kinsau
Kinsau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kinsau hervorgehoben

Koordinaten: 47° 53′ N, 10° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichling
Höhe: 699 m ü. NHN
Fläche: 11,44 km2
Einwohner: 1053 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86981
Vorwahl: 08869
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 4
86981 Kinsau
Website: kinsau.de
Erster Bürgermeister: Marco Dollinger[2]
Lage der Gemeinde Kinsau im Landkreis Landsberg am Lech
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis OstallgäuLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis StarnbergLandkreis FürstenfeldbruckWindachWeil (Oberbayern)Utting am AmmerseeUnterdießenThainingPürgenSchwiftingSchondorf am AmmerseeScheuringRott (Landkreis Landsberg am Lech)ReichlingPrittrichingVilgertshofenPenzing (Bayern)ObermeitingenLandsberg am LechKinsauKauferingIglingHurlachHofstetten (Oberbayern)GreifenbergGeltendorfFuchstalFinningEresingEgling an der PaarEching am AmmerseeDießen am AmmerseeDenklingenApfeldorfKarte
Über dieses Bild
Kinsau von Südwesten, im Hintergrund der Lech mit Apfeldorf

Kinsau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinsau liegt am südlichen Rand des Landkreises Landsberg am Lech zwischen der Romantischen Straße und dem Lech. Die Gemeindefläche fällt in vier Terrassenstufen zum Lech hin ab und bietet teilweise prächtige Aussichten.

Kinsau hat keine weiteren Gemeindeteile.[3]

Der niedrigste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 642 m ü. NHN am Lech, der Höchste mit 766 m ü. NHN im Sachsenrieder Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinsau wird im Jahr 1323 als Bestandteil der Herrschaft Peißenberg, Amt Landsberg erstmals als Kunigesow erwähnt. Nach dem Aussterben der Seefelder um 1420 ging Kinsau an die Herren von Freyberg, die es 1445 an das Schongauer Spital verkauften. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde gegründet, die zum Landgericht Schongau gehörte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1445: 0160 Einwohner (ungefähre Angabe)
  • 1961: 0666 Einwohner
  • 1970: 0697 Einwohner
  • 1991: 0848 Einwohner
  • 1995: 0893 Einwohner
  • 2005: 0993 Einwohner
  • 2010: 1041 Einwohner
  • 2015: 1048 Einwohner
  • 2018: 1044 Einwohner
  • 2019: 1043 Einwohner

Zwischen 2008 und 2019 wuchs die Gemeinde von 801 auf 1043 um 242 Einwohner an bzw. um 30,2 %.

Kinsau von Norden
Lechhöhenweg bei Kinsau

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2020 besteht der Gemeinderat aus 13 Mitgliedern.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bürgermeisteramt bekleideten:[2]

  • 1966–1976: Max Wagner
  • 1976–1990: Heinrich Dollinger
  • 1990–2002: Michael Linder
  • 2002–2014: Hermann Reinhard
  • seit 2014: Marco Dollinger

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Kreisreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, gehörte Kinsau zum Landkreis Schongau. Seitdem gehört es zum Landkreis Landsberg am Lech. Seit 1978 gehört Kinsau zur Verwaltungsgemeinschaft Reichling.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gemeinde Kinsau
Blasonierung: „Durch einen goldenen Wellenbalken schräglinks geteilt von Schwarz und Grün; oben eine goldene Krone, unten eine wachsende goldene Frauenschuhblüte.“[4]

Dieses Wappen wird seit 1975 geführt.

Wappenbegründung: Der Wellenbalken, ein heraldisches Flusssymbol, versinnbildlicht die Lage der Gemeinde am Lech und die frühere Bedeutung der Flößerei für das örtliche Erwerbsleben. Die goldene Krone redet für den Namen Kinsau, der von Königsau abgeleitet ist und einen alten Königsgutbezirk bezeichnet. Die heraldisch stilisierte Frauenschuhblüte weist als botanisches Symbol auf die bemerkenswerte alpine Flora in der Flusslandschaft um Kinsau hin. Die Farben Schwarz und Gelb (Gold) wurden gewählt, um die engen Beziehungen zur Stadt Schongau zu unterstreichen. Das Spital Schongau war als Grundherrschaft in Kinsau von großer Bedeutung und hatte zudem seit 1451 das Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Kinsau inne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind die Anfang des 18. Jahrhunderts von Thomas Natter erbaute Pfarrkirche St. Matthäus und der zugehörige Pfarrhof.

Die erste Zahnradbahn Bayerns, die Werkbahn der Holzstofffabrik Kinsau, diente von 1907 bis 1929 zum Holztransport, die Bahntrasse ist teilweise noch erkennbar.[5] Diese Zahnradbahn hatte früher eine Anbindung zur Bahnstrecke Landsberg am Lech–Schongau.

Bekannt ist auch die Schlosswirtschaft mit ihren zwei Erkertürmchen und Zwiebelhauben auf beiden Seiten des Nordgiebels. An der Schule steht eine über 110 Jahre alte Schullinde mit einem Umfang von mehr als 5,60 Metern. Am Lech befindet sich die Lechstaustufe 8a – Kinsau.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kinsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Gemeinderat. Gemeinde Kinsau, abgerufen am 19. November 2020.
  3. Gemeinde Kinsau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. September 2019.
  4. Eintrag zum Wappen von Kinsau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  5. Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, 384 Seiten, Farbabbildungen, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 244–248