Kirchberg (Niedenstein)

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Kirchberg
Koordinaten: 51° 11′ 43″ N, 9° 17′ 48″ O
Höhe: 188 m ü. NHN
Fläche: 8,93 km² (LAGIS)
Einwohner: 841 (30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34305
Vorwahl: 05603

Kirchberg ist ein Stadtteil von Niedenstein im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wartberg

Kirchberg liegt rund 4 km südsüdwestlich der Kernstadt Niedenstein am Südrand des Naturparks Habichtswald. Es befindet sich direkt westlich und nördlich des Wartberges, dem Hauptfundort der Wartberg-Kultur. Im Dorf münden die von Ostnordosten kommende Matzoff und der von Westen kommende Sombach in die Ems.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1019 wird der Ort erstmals in einem Register des Klosters Corvey erwähnt. Später wechselte der Ort in den Besitz der Abtei Hersfeld. 1064 übertrug Kaiser Heinrich IV. Kirchberg an den niederhessischen Gaugrafen Werner III. von Maden (von Grüningen), worin die Abtei Hersfeld allerdings eine Entfremdung ihres Besitzes sah. Nach dem Tod Werners im Jahre 1065 kam der Ort mit der gesamten Grafschaft der an seinen Sohn Werner IV. 1275 besaß das Petri-Stift Fritzlar den Flachszehnt. 1402 verkaufte Hermann von Holzhausen Einkünfte aus dem Dorf. Nach Streitigkeiten im Jahr 1430 zwischen den Familien Hund, Dalwigk und Holzhausen wurden die Hund bis 1618 mit dem Dorf belehnt. Ab 1497 hatten sie auch die Hohe- und Niedere Gerichtsbarkeit inne. 1522 wurde Kirchberg Eigendorf der Familie Hund.

Das alte Herrenhaus der Familie Hund

Mit der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen 1526 wurde auch Kirchberg evangelisch. Die Niedere Gerichtsbarkeit wechselte 1575 an das landgräfliche Amt Gudensberg. 1585 ging auch die Hohe Gerichtsbarkeit wieder an den Landgrafen. Nach dem Aussterben der Hund 1655 belehnte Landgraf Wilhelm V. die von Buttlar mit Hersfelder Lehnsgütern in Kirchberg; diese Belehnungen wurden bis 1822 erneuert. 1682 erhielten die Herren von Buttlar die niedere Gerichtsbarkeit. 1832 erfolgte die endgültige Ablösung des Zehnten.[2]

Ab 1814 gehörte der Ort zum Kreis Fritzlar, ab 1932 zum Kreis Fritzlar-Homberg, ab 1939 zum Landkreis Fritzlar-Homberg und ab 1974 zum heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Am 31. Dezember 1971 verlor Kirchberg im Rahmen der Gebietsreform in Hessen seine Selbständigkeit und wurde Stadtteil von Niedenstein.[3]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche

Bereits 1019 wird eine Kapelle erwähnt. Bei Grabungen wurde im Kircheninnern Mauerreste eines frühmittelalterlichen Vorgängerbaus gefunden die möglicherweise bereits auf das 8. Jahrhundert zu datieren sind. Dieser Vorgängerbau scheint ebenfalls schon auf einem frühmittelalterlichen Gräberfeld errichtet worden zu sein. Die heutige Kirche geht in ihrem Bestand etwa auf das Jahr 1344 zurück, hier wird von einer Kirche und einem befestigten Kirchhof berichtet. Andreas Herber gestaltete für die Kirche Grabplatten.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben gestalten die Ortsvereine und Interessengemeinschaften:

  • Angelfreunde Ems Kirchberg e. V.
  • Angelsportverein Kirchberg e. V.
  • FC Rot-Weiß 1902 Kirchberg e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Kirchberg 1934 e. V.
  • Freizeit und Sport mit Pferden e. V.
  • Geschichts- und Heimatverein Kirchberg e. V.
  • Jugendclub "Treffpunkt Kirchberg" 1975 e. V.
  • Kirchberger Musikanten
  • Landfrauenverein Kirchberg
  • Seniorenkreis

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markwart Lindenthal (Hrsg.): 975 Jahre Kirchberg. Lebendige Geschichte unseres Dorfes am Wartberg. Bilstein Verlag Uta Guth, Kirchberg, 1996, ISBN 3-931398-02-1, S. 5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Gebiet, Bevölkerung“ im Internetauftritt der Stadt Niedenstein, abgerufen im September 2015.
  2. „Kirchberg, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]