Kirchberg (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kirchberg
Kirchberg (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kirchberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 37′ N, 12° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchberg
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 39,57 km²
Einwohner: 8505 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08107
Vorwahlen: 037602 (außer Stangengrün)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 130
Stadtgliederung: Kernstadt; 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neumarkt 2
08107 Kirchberg
Webpräsenz: www.kirchberg.de
Bürgermeisterin: Dorothee Obst (FWV)
Lage der Stadt Kirchberg im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Kirchberg, die Stadt der sieben Hügel, ist eine Kleinstadt im Süden des Landkreises Zwickau am Westrand des Erzgebirges. Im Rödelbachtal gelegen und umrandet von sieben Bergen, liegt Kirchberg ca. 10 km Luftlinie südlich von Zwickau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg vom Borberg aus gesehen

Kirchberg liegt im Tal des Rödelbachs in einer Höhenlage: von 350 m bis 533 m ü. NN und ist umgeben von sieben Bergen (Borberg 435 m; Geiersberg 426 m; Kreuzhübel 428 m; Krähenberg 441 m; Quirlsberg 398 m; Kratzberg 478 m; Schießhausberg 440 m)

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stadt liegt auf dem Kirchberger Granitmassiv.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nord – Süd: ca. 6 km (inklusive Ortsteilen)
  • Ost – West: ca. 6 km (inklusive Ortsteilen)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Crinitzberg, Hartmannsdorf bei Kirchberg, Hirschfeld, Langenweißbach und die Städte Wildenfels und Wilkau-Haßlau im Landkreis Zwickau sowie Steinberg und die Städte Lengenfeld und Rodewisch im Vogtlandkreis.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt zählen neben Kirchberg selbst die Ortsteile Burkersdorf, Cunersdorf, Saupersdorf, Wolfersgrün, Leutersbach und Stangengrün

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg in Sachsen 1900

Erste Besiedlungen der Gegend zwischen dem Borberg und dem Geiersberg fanden um 1180 und 1212 statt. Der Name Kirchberg leitet sich vom Standort einer Kirche auf Bergbaugelände her[2]. Die Stadtrechte wurden um 1310 an Kirchberg verliehen. Der wichtigste Erwerbszweig, das Tuchmacherhandwerk ist seit dem 16. Jahrhundert in Kirchberg angesiedelt. Ein bescheidener Bergbau setzte 1710 um den Geiersberg ein, wurde aber schon 1723 wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Kirchberg gehörte bis 1843 zum Amt Wiesenburg. Diese wurde 1843 ein Teil des Amtes Kirchberg und in der Stadt wurde ein Amtsgericht eingerichtet. 1856 wurde aus einem Teil des Amtes Kirchberg das Gerichtsamt Kirchberg gebildet, welches 1875 in der Amtshauptmannschaft Zwickau aufging. Von 1881 bis 1973 hatte Kirchberg durch die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld Anschluss an das sächsische Schienennetz. Das Plattenbaugebiet Kirchberg-West entstand ab dem Jahr 1983.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rödelbach und Kirche St. Margarethen in Kirchberg

Die beiden evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden St. Margarethen Kirchberg und St. Katharinen in Burkersdorf bilden ein Kirchspiel. Weiterhin gibt es in Kirchberg eine evangelisch-methodistische Gemeinde, die Landeskirchliche Gemeinschaft und eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde). Auf dem Neumarkt befindet sich die römisch-katholische Kirche Maria Königin des Friedens.

Die Marienkirchgemeinde Stangengrün bildet ein Kirchspiel mit den Nachbargemeinden in Wildenau und Obercrinitz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1834: 3.855
  • 1885: 6.949
  • 1933: 7.210
  • 1960: 8.154
  • 1971: 7.454
  • 1998: 10.808
  • 1999: 10.663
  • 2000: 10.436
  • 2001: 10.139
  • 2002: 09.895
  • 2003: 9.645
  • 2004: 9.529
  • 2005: 9.401
  • 2006: 9.355
  • 2007: 9.249
  • 2008: 9.069
  • 2009: 9.139
  • 2012: 8.516
  • 2013: 8.461

ab 1960: Stand jeweils 31. Dezember, außer 2007 (Stand 31. Juli)
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Eingangsbereich der Grundschule „Ernst Schneller“ ist eine Gedenktafel angebracht zur Erinnerung an den kommunistischen Lehrer und Reichstagsabgeordneten Ernst Schneller, der 1944 im KZ Sachsenhausen ermordet wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 46,5 % (2009: 45,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,6 %
26,3 %
16,8 %
4,0 %
3,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,9 %p
-0,8 %p
-1,5 %p
+0,9 %p
+3,3 %p
Rathaus

Die Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kirchberg.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Bürgermeisterin ist Dorothee Obst.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Seit wann Kirchberg ein Stadtwappen führt ist nicht genau bekannt. Das erste überlieferte Stadtwappen zeigt drei Holztürme und könnte aus dem 14. Jh. stammen. Bis ins 19. Jh. wechseln die Turmformen, aber immer versinnbildlichen sie die drei nach 1830 zerstörten Stadttortürme. Beim Wiederaufbau des Rathauses 1852 wurde ein Stadtwappen an der Fassade als Halbrelief angebracht. Es entspricht der Form von 1394 und ziert bis heute Kirchbergs Fahnen, Briefbögen, Stempel und Siegel. Die 3 Berge scheinen den Borberg (435 m ü. HN), Geiersberg (426 m ü. NN) und Schießhausberg (440 m ü. NN) zu symbolisieren. Es sind die Berge, die das im Rödelbachtal gelegene Stadtzentrum in einem Dreieck einschließen.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg unterhält eine Städtepartnerschaft mit Sendenhorst in Nordrhein-Westfalen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lutherdenkmal auf dem Lutherplatz

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erzgebirgischer Heimatverein Kirchberg e. V. [8]
  • Erzgebirgszweigverein Kirchberg e. V.
  • Männergesangverein „Rödeltal“ Kirchberg e. V.
  • Männergesangverein „ARION 1898“ Saupersdorf e. V.
  • Dorf- und Heimatverein Cunersdorf e. V.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die barocke Stadtkirche St. Margareth stammt von 1764 und ist mit spätgotischen Elementen ausgestattet.
  • Die St.-Marien-Kirche Stangengrün wurde im 15. Jahrhundert erbaut.
  • Die St.-Katharinen-Kirche Burkersdorf beherbergt die älteste noch läutende Glocke Sachsens.
  • Borbergturm mit Anton-Günther-Berghaus
  • Katholische Kirche "Maria Königin des Friedens" mit Kirchenfenstern des Künstlers Norbert Marten, 1997, Neumarkt

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Borberg befindet sich eine neunstämmige Buche.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV 1861 Kirchberg e. V.
  • ESV Lokomotive Kirchberg e. V.
  • SV Rödeltal 1950 e. V.
  • 1. Tennisclub Kirchberg e. V.
  • Schachklub Kirchberg/Sa. e. V.
  • 1. RC-Modellsportclub Kirchberg e. V.
  • Motorradclub „Kirchberger Linksfahrer“ e.V.
  • Tauchclub TC"NEPTUN" Kirchberg e.V. am Steinbruch Pinkfoss
  • LV Olympia Kirchberg
  • Kegelverein 1845 Kirchberg

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtfest - Dorffeste
  • Borgbergfest
  • Oldtimertreffen
  • Frühlings- und Weihnachtskonzerte im Christoph-Graupner-Gymnasium
  • Weihnachtsmarkt
  • Linksfahrer Treffen (jedes 3. August-Wochenende im Jahr)
  • Maibaumstellen mit Wahl der Kirchberger Maikönigin (letzter Sonntag im April, ab 14:30 Uhr auf dem Brühlplatz)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehem. Schmalspurbahnbrücke über den Rödelbach in Kirchberg

Durch Kirchberg verlief von 1881 bis 1973 die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld. Im heutigen Stadtgebiet hatte sie je einen Bahnhof und einen Haltepunkt in Cunersdorf und Kirchberg, sowie zwei Bahnhöfe in Saupersdorf. Zeugen sind bis heute der Bahnhof Kirchberg (Sachs), eine Eisenbrücke über den Rödelbach (Sonnenbrücke) beim ehemaligen Haltepunkt Kirchberg und einen Eisenbahnpfad am Rödelbach auf der alten Trasse im Stadtgebiet Kirchbergs.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule „Ernst Schneller
  • Grundschule „Ernst Schneller“
  • Europaschule Christoph-Graupner-Gymnasium
  • Oberschule „Dr. Theodor Neubauer“
  • Sperlingsbergschule (Schule zur Lernförderung)

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Graupner (1683–1760), Musiker und Komponist. Nach ihm ist das in Kirchberg ansässige Gymnasium benannt.
  • Robert Seidel (1850–1933), Politiker, nahm am Gründungskongress der SPD teil. Nach ihm ist eine Straße in Kirchberg benannt.
  • Friedrich Maximilian Bergfeld (1864–1934), Volksschullehrer und Mundartdichter des Erzgebirges.
  • Albin Tröltzsch (1893–1973), Ingenieur, erzgebirgischer Heimat- und Mundartdichter sowie Hörspielautor.
  • Fried Noxius (1917–2007), Offizier und Schriftsteller.

Persönlichkeiten mit Bezug zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Kell (1813–1849), 1836–1841 Schulrektor, Abgeordneter im Sächsischen Landtag
  • Ferdinand Querner (1816–1880), Politiker, Abgeordneter im Sächsischen Landtag, Bürgermeister von Kirchberg
  • Albert Sixtus (1892–1960), Kinder- und Jugendbuchautor (" Die Häschenschule")
  • Gertrud Drechsler (1896–1984), Mundartdichter des westlichen Erzgebirges
  • Algimantas Dailidė (* 1921), NS-Kriegsverbrecher, lebt seit 2003 im Ort
  • Marion Hallbauer (* 1957), Illustratorin, Grafikerin und Malerin
  • Sven Günther (* 1974), Fußballspieler, der seine Karriere bei der TSG Kirchberg begann
  • Marie-Elisabeth Hecker (* 1987), Cellistin, gewann 2005 den 1. Preis beim Rostropowitsch-Wettbewerb

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Decker: Chronik der Stadt Kirchberg in Sachsen. Geiger, Horb am Neckar 2000, ISBN 3-89570-671-X.
  • Johannes Gündel: Stangengrün: genealogische Entwicklung einer Bauerngemeinde im Kreis Zwickau/Sachsen 1460–1800. (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye der Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung. 17/18). Degener, Neustadt an der Aisch 1988, ISBN 3-7686-4117-1.
  • Karl Lorenz: Familienbuch für die Stadt und die Kirchgemeinde Kirchberg/Krs. Zwickau vom 16. - 20. Jahrhundert. (= Schriften der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig. 7). Deutsche Zentralstelle für Genealogie, Leipzig 1994. (25 Teilbände, einschließlich eines Registerbandes. Kopien der Familienverkartung. - Nicht im Buchhandel. Kopien im Pfarrarchiv Kirchberg und in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie)
  • Moritz Alexander Zille: Julius Kell, eine Lebensskizze. Grimma/ Leipzig 1850.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 486.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. http://www.ehv-kirchberg.de