Kirchbrombach

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Kirchbrombach
Gemeinde Brombachtal
Koordinaten: 49° 44′ 7″ N, 8° 57′ 9″ O
Höhe: 287 m ü. NHN
Einwohner: 1748 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 64753
Vorwahl: 06063
Kirchhof und Evangelische Pfarrkirche
Treppenanlage, zwischen Hauptstraße und Kirchhof
Häuser in der Hauptstraße. Haus in der Bildmitte und Dorfbrunnen stehen unter Denkmalschutz. Im Hintergrund Turmhelm der Evangelischen Kirche

Kirchbrombach, auch Kirch-Brombach, ist mit 1748 Einwohnern der größte Ortsteil und zugleich Sitz der Gemeindeverwaltung von Brombachtal im Odenwaldkreis in Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchbrombach liegt an den sanften Hängen des Dorfbachs, der, von Westen kommend, die Ortslage unterirdisch verrohrt passiert und bei Langenbrombach in den Brombach mündet. Nördlich der Ortslage liegt das tief eingeschnittene Tal des Balsbachs mit einer dort gelegenen gleichnamigen Gehöftgruppe und dahinter der 339 Meter hohe bewaldete Kirchberg. Östlich des Weilers Balsbach (225 Meter) zieht sich die Siedlung Herrenwäldchen den Hang hinauf. Die Gemarkung besteht überwiegend aus landwirtschaftlichen Flächen. Nur im Quellgebiet des Balsbachs und am Kirchberg finden sich größere Waldflächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bestehen des Ortes ist unter dem Namen Branbach seit 1324 urkundlich bezeugt. Auf einem flachen Bergsporn in der Ortsmitte stand im 13./14. Jahrhundert die Burg Kirchbrombach. Sie bildete den Mittelpunkt der zur Herrschaft Breuberg gehörigen Brombacher Zent. An ihrer Stelle wurde die Kirche errichtet, die in der Folge zum Namensbestandteil des Ortes wurde. Von der Burg sind nur Reste in der Ringmauer um die Kirche erhalten geblieben. Zu dem ausgedehnten Kirchspiel der Pfarrei gehörten Wallbach, Kilsbach, Affhöllerbach, Birkert, Böllstein, Hembach, Unter-Gersprenz, Ober-Gersprenz, Ober-Kainsbach, Ober-Kinzig, Nieder-Kinzig, Mittel-Kinzig, Stierbach, Höllerbach, Langenbrombach (halb), der Weiler Balsbach, Gumpersberg und die Wüstung Burg Schnellerts.

Am 1. Oktober 1971 schloss sich die Gemeinde Kirch-Brombach (amtliche Schreibweise) anlässlich der Gebietsreform in Hessen freiwillig mit vier Nachbargemeinden zur Gemeinde Brombachtal zusammen.[1] Die neue Gemeinde machte den Ort zum Verwaltungssitz und verzichtete hier, anders als für die weiter entfernt liegenden Ortsteile, auf die Einrichtung eines Ortsbezirks und eines Ortsbeirats.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtanlage Kirchenhügel mit der spätgotischen evangelischen Pfarrkirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, dem Pfarrhaus und dem Gemeindesaal steht unter Denkmalschutz, ebenso wie eine Reihe von Häusern in der Hauptstraße und in der Höhenstraße und nicht zuletzt das ehemalige Schulhaus in der Schulstraße.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Reformation gehörte die Kirche zum Chorherren-Stift St. Alban vor Mainz. Aus der Entstehungszeit stammen noch der rechteckige Chor mit rautenförmigen Netzgewölben sowie der quadratische Westturm. Das Langhaus wurde nach einem Brand 1714–15 erneuert; aus barocker Zeit stammt auch die dem Turm aufgesetzte Haube.

Im Inneren sind nach Restaurierungen von 1923 sowie 1961/62 Freskenreste an den Chorwänden (Jüngstes Gericht, Hl. Martin, Kreuzigung) freigelegt worden; der Erhaltungszustand ist rudimentär. Die Ornamentik an den Chorfenstern sowie die Fresken im Chorgewölbe stammen aus späterer Zeit.

Wertvollstes Ausstattungsstück ist ein Flügelaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die Holzskulpturen im Mittelteil stellen den Heiligen Alban von Mainz, flankiert von zwei Bischöfen, dar; die Seitenflügel sind bemalt mit Szenen aus dem Leben und Leiden des ehemaligen Patrons. Stilistisch sind die in Ausdruck und Habitus stark bewegten Gestalten mit dem Meister des Babenhausener Altars sowie mit dem Umkreis Matthias Grünewald in Verbindung gebracht worden.

Auf dem Kirchhof steht eine große Linde von 1883; hier befand sich im Mittelalter die Zentgerichtsstätte.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Kirchbrombach führt in Ost-West-Richtung die Kreisstraße K 88 nach Langenbrombach zur Landesstraße L 3414. Innerörtlich zweigt nach Norden die K 86 in Richtung Nieder-Kinzig ab zur L 3318.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golfplatz, Loch 3
  • Der TSV Kirchbrombach (Behindertensport, Handball, Leichtathletik, Turnen) existiert seit 1871.
  • Am westlichen Ortsrand wurde ein Schwimmbad errichtet.
  • Mehrere markierte Wanderrouten in die Umgebung starten in Kirchbrombach, beispielsweise nach Bad König, nach Birkert, Böllstein, zur Burg Schnellerts und zur Hembacher Flachsdörre.
  • Auf einer Anhöhe liegt der 18-Loch-Golfplatz des Golfclubs Odenwald e.V., teilweise mit Panoramaaussichten von den hügeligen Fairways auf den Ort und seine Umgebung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  2. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Hauptstraße 28: Evangelische Kirche mit Wehrfriedhof In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus Backes, Hans Feldtkeller: Kunsthistorischer Wanderführer Hessen. 1984, ISBN 3-88199-133-6, S. 472 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchbrombach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien