Kirche Benz

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Die Kirche in Benz (2015)
Innenraum

Die Kirche Benz (auch: St.-Petri-Kirche) ist ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Kirchengebäude in der Gemeinde Benz in Vorpommern.

Der rechteckige, einschiffige Bau mit westlichem Kirchturm ist im Kern frühgotisch gestaltet, wurde jedoch vielfach verändert. Große Teile des heutigen Kirchengebäudes gehen auf die Vorgängerkirche (um 1300) zurück. Gegen Ende des Mittelalters wurde ein Chorraum angebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Bänke von kaiserlichen Soldaten herausgebrochen und die Kirche als Pferdestall benutzt. Der schwedische Amtshauptmann Peter Appelmann ließ 1663 die Kirche renovieren, vollkommen neu ausstatten und ein Erbbegräbnis für seine Familie einrichten.[1] Am aus dem Jahr 1740 stammenden Turm mit Haube befindet sich ein schlichtes Renaissanceportal. 1741 wurde der Chor zur kleinen Kirche, dem heutigen Altarraum, umgebaut.

1836 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Dabei wurde die Balkendecke durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt, auf das eine als Sternenhimmel gestaltete Kassettendecke gemalt wurde. 1875 wurde der Turm repariert. Im Jahr 1911 musste der Turm mit Ausnahme der unteren Etage abgenommen werden. Er wurde im alten Stil wieder aufgebaut. Bei der umfassenden Kirchenreparatur wurde auch das Innere der Kirche renoviert.

Zur Ausstattung gehört ein Altar von 1712 mit sechs kleinen, übermalten spätgotischen Schnitzfiguren (Petrus, Elisabeth von Thüringen, dem Evangelisten Johannes, Johannes dem Täufer und Katharina); diese Figuren werden nach und nach in ihrer ursprünglichen Farbgestaltung wiederhergestellt. Die an der Nordwand des Chorraumes befindliche Grabplatte aus Kalkstein, die das flache Relief des 1586 verstorbenen fürstlichen Kanzlers Jakob von Küssow in einem ritterlichen Gewand zeigt, befand sich ursprünglich über der Gruft des Verstorbenen in der Mitte des Chorraums.

Die Orgel wurde 1847 durch die Stettiner Orgelbaufirma Kaltschmidt gefertigt und 1889 durch Barnim Grüneberg repariert.

Das Geläut der Kirche bestand ursprünglich aus zwei 1814 durch die Gebrüder Schwenn aus Stettin gegossenen Glocken. Von diesen existiert nur noch eine; sie trägt die Inschrift

„Als Bonapartens Übermuth / entflammte jedes Volck zur Wuth /
und Friedrich Wilhelms Tapferkeit / durch seiner Preussen Muth /
siegreich half enden diesen Streit / für Freiheit Hab' und Gut /
da kündigte mein erster Klang / des holden Friedens Lobgesang.“

1906 wurde auf dem Friedhof der aus teilweise vergoldetem Kupfer bestehende Prunksarkophag der Catharina Appelmann (1643–1671) gefunden, der Frau des Amtshauptmanns Peter Appelmann. Der Sarkophag wurde später ins Heimatmuseum nach Swinemünde gebracht und ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs verschollen.[2][3]

Auf dem Kirchhof befinden sich die Gräber von Otto Niemeyer-Holstein und Rolf Ludwig. Lyonel Feininger malte und zeichnete die Kirche oft.

Die evangelische Kirchgemeinde Benz/Usedom gehört seit 2012 zur Propstei Pasewalk im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Vorher gehörte sie zum Kirchenkreis Greifswald der Pommerschen Evangelischen Kirche.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Petri-Kirche (Benz auf Usedom) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Burkhardt: Chronik der Insel Usedom. 3. Abschnitt: Seit der Reformation. W. Fritzsche, Swinemünde 1912, S. 46–47.
  2. Dirk Schleinert: Die Geschichte der Insel Usedom. Hinstorff Verlag, Rostock 2005, ISBN 3-356-01081-6, S. 110–111.
  3. Hellmut HannesMittelalterliche Dorfkirchen auf der Insel Usedom. In: Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg): Baltische Studien. Neue Folge Bd. 68, N. G. Elwert, Marburg 1982, S. 40 f (Digitalisat).

Koordinaten: 53° 56′ 32″ N, 14° 4′ 20″ O