Kirche Klempenow

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Kirche Klempenow, Südseite mit Eingang
Altar und Patronatsgestühl

Die Kirche Klempenow, auch Kapelle Klempenow, ist ein Kirchengebäude im Ortsteil Klempenow der Gemeinde Breest, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, in Mecklenburg-Vorpommern. Die Fachwerkkirche am westlichen Rand der ehemaligen Vorburg der Burg Klempenow wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und steht unter Denkmalschutz. Die Kirche gehört heute zur Kirchgemeinde Daberkow in der Propstei Demmin des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Jahr 1494 stammt die älteste urkundliche Erwähnung einer Kapelle in der Vorburg der Burg Klempenow.[1] Heinrich von Heydebreck gelobte die Lesung einer ewigen Messe für Überlassung des Gutes Klein Basepohl durch seinen Vetter Joachim (Achim) von Heydebreck.[2] 1570 soll ein Neubau der Kapelle geplant gewesen sein. Möglicherweise existierte in dieser Zeit keine Kapelle. Klempenow war zur Golchener Kirche eingepfarrt.[3]

Das heutige Gebäude wurde um 1690 errichtet, wie dendrochronologische Untersuchungen ergaben. Unter anderem 1755, 1825 und 1866 wurden Erneuerungsarbeiten durchgeführt. Zwischen 1780 und 1790 wurde der Innenraum umgestaltet und dabei die zwei Fensteröffnungen an der Ostseite verschlossen.

Nach Heiligabend 1989 wurden wegen des schlechten baulichen Zustandes keine Gottesdienste mehr in der Kirche gefeiert, die schließlich 1995 durch die Bauaufsichtsbehörde gesperrt wurde. Im Dezember desselben Jahres wurde ein Förderverein zur Sanierung der Fachwerkkirche Klempenow gegründet. Von 1997 bis 2000 wurde die Kirche mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landesamtes für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, des Landkreises Demmin, der Gemeinde Breest und aus privaten Spenden umfassend saniert und restauriert. Am 9. Juli 2000 wurde die Kirche wieder eingeweiht.

Gebäude und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Klempenow ist ein rechteckiger, schlichter Fachwerkbau von 13 m Länge und 8 m Breite. Wegen Setzung des Untergrundes an der Nordwestseite steht sie nicht mehr im Lot. Am Westgiebel befindet sich ein verbretterter quadratischer Dachturm mit Pyramidendach. Die südliche Portalvorhalle wurde 1825 errichtet.

Die Innenausstattung mit Westempore, Kirchen- und Patronatsgestühl stammt überwiegend vom Ende des 17. Jahrhunderts. Der um 1700 gebaute Altar wurde 1788 mit der ursprünglich an der Südseite stehenden Kanzel zu einem Kanzelaltar zusammengefügt, wie aus einem Text hervorgeht, der 1996 auf der Unterseite des Fusspodestes im Kanzelkorb gefunden wurde.[4] Das Altargehege ist rechteckig mit einfachen Gitternetzfeldern. In seiner Mitte befindet sich ein geschnitztes Brüstungsfeld mit geschwungenen Formen. Der Altartisch wurde aus Ziegeln gemauert. Die Brüstungsfelder des achteckigen Kanzelkorbes sind mit Blumenmotiven bemalt. Zwei Säulen mit Blattkapitellen flankieren den Kanzelkorb und tragen im Gesims den Schalldeckel, an dessen Unterseite eine geschnitzte Taube hängt. An den hinteren Altarwangen befindet sich vegetabiles Schnitzwerk mit Rosenmotiven. Die Rückwand ist ausgesägt.[5]

Das Geläut im Kirchturm besteht aus einer Glocke, die 1610 gegossen wurde. Sie trägt die Aufschrift ALEXANDER WALSLEBE F CAPITAN CLEMPEN NICOLAVS MACHT F RENTMEISTER CLEMPE MARTINVS LAMPERT PASTOR GOLCH B L ANNO 1610.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Lange: Burg Klempenow. Freundeskreis Schlösser und Gärten in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hugo Lemcke: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Pommern. 2. Teil Der Regierungsbezirk Stettin. Bd. I, Heft I: Der Kreis Demmin. Léon Saunier, Stettin 1898, S. 29.
  2. Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Stettin 1843, Band 1, S. 58 (Digitalisat).
  3. Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1: Der Regierungsbezirk Stettin. Paul Niekammer, Stettin 1903, S. 547 (Digitalisat).
  4. Kapelle Klempenow (Gemeinde Breest). In: Dorfkirchen in MV. Abgerufen am 14. Dezember 2014.
  5. Kapelle Klempenow (Gemeinde Breest), Innenansicht - Kanzelaltar. In: Dorfkirchen in MV. Abgerufen am 14. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirche Klempenow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 47′ 28,3″ N, 13° 18′ 39,2″ O