Kirche in Not

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Neues Logo von Kirche in Not Deutschland ab ca. 2016.

Das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not (früher: Ostpriesterhilfe, internationaler Name: Aid to the Church in Need ACN)[1] ist eine Stiftung päpstlichen Rechts. Schwerpunkt ist die pastorale Hilfe für verfolgte, bedrängte und notleidende Christen in rund 140 Ländern.[2] Das Hilfswerk wurde 1947 gegründet.[3]

Aufgabenfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Not ist ein pastorales Hilfswerk.[4] Es unterstützt jährlich mehr als 5000 Einzelprojekte in rund 140 Ländern,[5] in denen die Kirche verfolgt wird oder nicht genügend Mittel für ihre seelsorgerischen Aufgaben hat.

Diese Hilfen umfassen vor allem folgende Bereiche:[6]

  • Ausbildung von Priestern und Ordensleuten
  • Existenzhilfe für Priester und Ordensleute
  • Messstipendien, freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Messstipendien sichern in Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, deren Überleben und werden oft auch für die Gemeindearbeit verwendet.
  • Glaubensbildung von Laien
  • Bau und Wiederaufbau von Kirchen und kirchlichen Einrichtungen
  • Transportmittel für die Seelsorge
  • Nothilfen bei Krieg, Vertreibung, Gewalt und Naturkatastrophen
  • Verteilung von Bibeln, religiösen Büchern und Medien
  • „Anwaltschaft“ für verfolgte Christen gegenüber Politik und öffentlichen Institutionen
  • Mediale Unterstützung zur Verbreitung des Glaubens

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

P. Werenfried van Straaten OPraem

Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte der Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten in Belgien und den Niederlanden Hilfe für die deutschen Nachbarn. Vierzehn Millionen Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten strömten in die vier Besatzungszonen, in denen es zu wenig Unterkünfte, zu wenig Nahrung und Kleidung gab. P. Werenfried rief zur Versöhnung mit den ehemaligen deutschen Kriegsgegnern auf. Er bat um Nahrungsmittel und Kleidung, um den Deutschen in ihrer Not zu helfen. Dass er anfangs vor allem Speck bei den flämischen Bauern sammelte, trug ihm den Spitznamen „Speckpater“ ein.

Um neben der materiellen Hilfe den Heimatvertriebenen auch geistlich beizustehen, rief Pater Werenfried ab 1950 die „Kapellenwagenaktion“ ins Leben.[7] Dabei handelte es sich um umgebaute Lastwägen, auf denen die heilige Messe gefeiert werden konnte. Denn in vielen Diaspora-Regionen Deutschlands, in denen die Heimatvertriebenen eine neue Bleibe gefunden haben, gab es zu dieser Zeit keine katholische Kirche. „Rucksackpriester“ besuchten auf Motor- und Fahrrädern die weit verstreut lebenden Gläubigen und wurden im Rahmen der Aktion "Ein Fahrzeug für Gott" unterstützt.

1951 fand im niederländischen Hilversum zum ersten Mal ein Kongress Kirche in Not statt, der ab 1952 bis 1995 jährlich in Königstein im Taunus abgehalten wurde. Vertreter der unterdrückten und verfolgten Kirche – vor allem hinter dem Eisernen Vorhang – berichteten hier über die Lage der Kirche in ihren Ländern.[8]

1952 begann die Hilfe für die verfolgte Kirche in Osteuropa. Diese wurde in den kommenden Jahren immer weiter intensiviert, zum Beispiel nach dem Ungarn-Aufstand 1956 in Zusammenarbeit Kardinal József Mindszenty.[9] Nach und nach kamen – oft auf Anregungen der amtierenden Päpste oder Hilfsgesuche aus notleidenden Regionen – der Nahe Osten (ab 1955), Asien (1961), Lateinamerika (1962) und Afrika (1965) dazu.

1953 gründete Pater Werenfried den „Internationalen Bauorden“ mit dem Ziel, „Wohnungen für Entheimatete und Obdachlose und von Kirchen oder Klöstern Häuser“ zu errichten.[10] Er sollte „ein Werk der Versöhnung und der tätigen Nächstenliebe.“[11] Studenten und weitere Freiwillige halfen beim Bau von Siedlungen für Heimatvertriebene, zum Beispiel der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln, der Heimat des späteren Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki.

1969 wurde die „Ostpriesterhilfe“ in Kirche in Not umbenannt.

1984 erkannte der Heilige Stuhl Kirche in Not als „gesamtkirchliche Vereinigung päpstlichen Rechts“ an.

Nach der politischen Wende in Osteuropa wurde ab 1989 die Hilfe für den Wiederaufbau und die Neuevangelisierung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks der Schwerpunkt von Kirche in Not.[12] Ab 1992 kam die Arbeit für die Aussöhnung mit der russisch-orthodoxen Kirche hinzu. Bis heute gibt es in diesem Bericht ökumenische Projekte, zum Beispiel beim Wiederaufbau kriegszerstörter Kirchen in Syrien oder im Einsatz für notleidende Christen im Irak.[13]

Am 31. Januar 2003 starb der Gründer Pater Werenfried van Straaten wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag.

Ab 2007 verstärkte Kirche in Not auf Anregung von Papst Benedikt XVI. die Hilfe im Nahen Osten.

Benedikt XVI. erhob 2011 Kirche in Not zur Päpstlichen Stiftung und stellt damit das Hilfswerk auf eine organisatorisch wie personell neue Ebene.[14]

Mit Beginn des Syrienkriegs im Jahr 2011 intensiviert Kirche in Not die Hilfe für die Menschen in Syrien und arbeitet dazu mit Vertretern verschiedener christlicher Konfession zusammen.[15] Ein großes Projekt war der Wiederaufbau der von Granaten zerstörten maronitischen Kathedrale St. Elijah in Aleppo, der im Sommer 2020 abgeschlossen werden konnte.[16]

2014 startete Kirche in Not ein Nothilfe-Programm für Christen im Irak, von denen etwa 120 000 Personen durch den IS au ihren Ortschaften in der Ninive-Ebene vertrieben wurden und in der Autonomen Region Kurdistan Zuflucht fanden. Nach dem militärischen Sieg über den IS unterstützte Kirche in Not den Wiederaufbau von Wohnhäusern, Kirchen und öffentlichen Gebäuden in der Ninive-Ebene.[17]

Ab 2014 expandierte Kirche in Not international: So wurde ein neues Nationalbüro in Südkorea[18] eröffnet, die erste Niederlassung des Hilfswerks in Asien.[19] Weitere Niederlassungen wurden in Mexiko[20], Kolumbien[21], der Slowakei[22] sowie auf Malta[23] und den Philippinen[24] ins Leben gerufen.

Zur Feier des 70-jährigen Bestehens des Hilfswerks 2017 lud Kirche in Not seine Wohltäter weltweit zu einer Pilgerfahrt für die verfolgte Kirche nach Fatima ein, an welcher auch rund 100 Wohltäter aus Deutschland teilnahmen.[25]

Um die Arbeit der Kirche während der weltweiten Corona-Pandemie zu unterstützen, rief Kirche in Not 2020 ein Soforthilfeprogramm ins Leben.[26] Nach der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut im August 2020 stellte Kirche in Not Soforthilfen für 2500 betroffene Familien zur Verfügung und unterstützt den Wiederaufbau kirchlicher Infrastruktur.[27]

Im März 2021 war die Projektdirektorin von Kirche in Not, Regina Lynch, Mitglied der Delegation von Papst Franziskus bei seiner Reise in den Irak.[28] Der Papst besuchte unter anderem die mehrheitlich von Christen bewohnte Stadt Krakaosch (Baghdida) in der Ninive-Ebene. In der gesamten Region hat Kirche in Not den Wiederaufbau zahlreicher Wohngebäude, Kirchen und kirchlicher Einrichtungen maßgeblich finanziert, wofür ein Kirchenvertreter in einem Grußwort vor dem Papst ausdrücklich dankte.[29] Laut einem Bericht in Vatican News leiste das „Hilfswerk ‚Kirche in Not‘ […] einen bedeutsamen Beitrag zum Wiederaufbau von Häusern – es waren mehr als 14.000 – und Kirchen, die zerstört oder beschädigt“ worden waren.[30]

Radiosender 1991 im Augustputsch in Moskau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. August 1991, zu Beginn des Augustputsches in Moskau, sprach Boris Jelzin vor dem Weißen Haus in Moskau von einem Panzer aus zu den Bürgern. Zurück im Parlament sagte er zu den Abgeordneten „Jetzt brauche ich ein Radio“. Als Sprecher und Führer des Widerstandes gegen die kommunistischen Putschisten brauchte er, um möglichst viele Menschen zu erreichen, ein Sprachrohr für die demokratische Bewegung. Zu aller Erstaunen gab der Abgeordnete Viktor Aksiutsjik bekannt, dass er die Ausstattung für einen Radiosender besitze. Kirche in Not hatte für die Gründung einer gemeinsamen Rundfunkstation der katholischen und orthodoxen Kirche die nötigen Geräte nach Moskau geschmuggelt, obwohl das Kommunikationsministerium die Lizenz verweigert hatte. Mit einem Lastwagen der Kantine des Parlaments wurden die Sendegeräte aus einer Lagerhalle unter Lebensmitteln versteckt in das Parlamentsgebäude geschafft und von Ingenieuren installiert. So konnte Boris Jelzin per eigenem Radio die Moskauer Bevölkerung um Hilfe bitten. Er bedankte sich, indem schon im nächsten Monat die Sendeerlaubnis erteilt wurde.[31]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Zentrale von Kirche in Not in Königstein im Taunus.

Sitz der internationalen Zentrale ist Königstein im Taunus. Dort werden Hilfsanträge aus aller Welt geprüft und die Spendenmittel vergeben. Mit der Umwandlung ernannte Papst Benedikt XVI. Mauro Kardinal Piacenza zum Präsidenten der Stiftung. Geschäftsführender Präsident ist seit April 2018 Thomas Heine-Geldern als Nachfolger von Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck.[32] Geistlicher Assistent ist Pater Martin Barta.[33]

In derzeit (Stand: 2019) 23 Ländern ist das Werk mit nationalen Sektionen vertreten.[34] Sie informieren über die Lage der Kirche, wo sie in Not ist, und rufen zur Hilfe auf. Die deutsche Sektion hat ihren Sitz in München. Ihr Geschäftsführer ist seit Juli 2018 Florian Ripka. Vorstandsvorsitzender war vom 1. August 2014 bis Juli 2018 der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. Sein Nachfolger ist der Münchner Jurist und Bankier Alexander Mettenheimer.[35]

Kirche in Not erhält jährlich Spenden von über 330.000 Personen.[36] Der Rundbrief „Echo der Liebe“ mit aktuellen Projektberichten und geistlichen Impulsen erscheint achtmal pro Jahr in einer Auflage von mehr als 600.000 Exemplaren in sieben Sprachen.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 erhielt Kirche in Not rund 111 Millionen Euro Spenden, die von den 23 Nationalbüros gesammelt wurden.[37] Der deutsche Zweig von Kirche in Not konnte zu diesem Ergebnis Einnahmen in Höhe von EUR 11,74 Millionen beitragen[38], der österreichische Zweig ca. 2 Millionen Euro.[39] Kirche in Not ist rein spendenfinanziert und erhält keinerlei staatliche Zuschüsse oder Kirchensteuermittel.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Kirche in Not das Spenden-Siegel verliehen.[40] Seit 2018 darf Kirche in Not Deutschland auch das Zertifikat des Deutschen Spendenrats für geprüfte Transparenz führen.[41] Die Einhaltung der Spendenrichtlinien wird durch beide Institute jährlich überprüft und erneuert.

Berichte zu Religionsfreiheit und Christenverfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Hilfe für verfolgte und bedrängte Christen setzt sich Kirche in Not auch für Religionsfreiheit ein. Wichtigstes Instrument dazu ist die Studie „Religionsfreiheit weltweit“[42], die alle zwei Jahre erscheint. 2018 legte Kirche in Not die 14. Ausgabe des Berichts vor. 40 internationale Autoren wirken daran mit.[43] Der Bericht stellt die Menschenrechtslage in 196 Ländern vor und dokumentiert Verstöße gegen die Religionsfreiheit.[44] Die Analyse umfasst alle Religionen und Konfessionen. „Religionsfreiheit weltweit“ dokumentiert außerdem, in welchen Weltregionen sich die Lage im Blick auf die Religionsfreiheit weiter verschlechtert hat. Auch Verbesserungen werden dokumentiert. Als Hauptursachen für religiöse Verfolgung benennt der Bericht den militanten Islamismus zum Beispiel in zahlreichen Ländern Afrikas, autoritäre Regime wie China oder extreme nationalistische Strömungen wie zum Beispiel in Indien.[45] Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2018“ zufolge leben 60 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, in denen Einschränkungen der Religionsfreiheit bis hin zu Verfolgung vorliegen.[46]

Speziell dem Thema Christenverfolgung widmet sich die Dokumentation Verfolgt und vergessen?, die vom englischen Nationalbüro von Kirche in Not erstellt wird und ebenfalls alle zwei Jahre erscheint. Der Bericht, der wie der Bericht zur Religionsfreiheit in gedruckter Kurzfassung und ausführlicher Onlineversion[47] vorliegt, schildert auch Einzelschicksale verfolgter Christen, für die sich Kirche in Not einsetzt. Bekanntestes und erfolgreichstes Beispiel ist die pakistanische Christin Asia Bibi, die wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt und nach Jahren in der Todeszelle 2018 durch das höchste Gericht Pakistans freigesprochen wurde. Kirche in Not hatte den Mann und eine Tochter von Asia Bibi wiederholt zu Gast, um auf ihre Situation und die Lage weiterer wegen Blasphemie beschuldigter oder verurteilter Christen aufmerksam zu machen.[48] Auch nach der Ausreise Asia Bibis nach Kanada steht Kirche in Not mit Asia Bibi in Kontakt und publizierte im September 2019 ein Interview mit ihr.[49]

Der deutsche Zweig von Kirche in Not veröffentlichte zuletzt 2018 die fünfte Ausgabe des Berichts „Christen in großer Bedrängnis“[50], der die Lage verfolgter Christen in Brennpunktländern vorstellt und die politischen und religiösen Hintergründe analysiert.[51]

Die von Kirche in Not Deutschland konzipierte Wanderausstellung „Verfolgte Christen weltweit“ tourt durch katholische Bildungseinrichtungen und Kirchen. Sie zeigt auf 14 Tafeln Bilder und Fakten über Länder, in denen Christen benachteiligt und verfolgt werden. Im Sommer 2020 war die Ausstellung im St.-Paulus-Dom in Münster zu sehen.[52]

Aktion „Red Wednesday“ und „Abend der Zeugen“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rot angestrahlter Trevi-Brunnen in Rom bei einer Solidaritätsaktion für verfolgte Christen im April 2016.

Um auf das Schicksal verfolgter Christen und Verstöße gegen die Religionsfreiheit aufmerksam zu machen, hat Kirche in Not die Aktion "Red Wednesday" (Roter Mittwoch) initiiert.[53] Dieser findet in der Regel am letzten Mittwoch im November statt. Kirche in Not lädt dazu ein, an diesem Tag oder einem anderen passenden Termin Kirchen und öffentliche Gebäude rot zu beleuchten, um damit Solidarität mit verfolgten Christen und Angehörigen anderer Religionen zu zeigen. Gleichzeitig finden Informationsveranstaltungen, Kundgebungen und Gottesdienste zu diesem Thema statt. Unter anderem wurden beim „Red Wednesday“ die Houses of Parliament[54] und die Westminster-Kathedrale[55] in London, das Kolosseum[56] und der Trevi-Brunnen[57] in Rom, Sacré Coeur in Paris[58] sowie das österreichische Parlament[59] und der Stephansdom in Wien[60] rot angestrahlt. In Deutschland hat führt ein ökumenischer Arbeitskreis in Neumarkt in der Oberpfalz regelmäßig einen "Roten Mittwoch" in Zusammenarbeit mit Kirche in Not durch.[61] Auch an der Kirchenruine von St. Christoph in Mainz gibt es eine entsprechende Initiative.[62] Auf den Philippinen hatten sich im Jahr 2019 rund 2100 Pfarrgemeinden am "Red Wednesday" beteiligt, mittlerweile hat die Bischofskonferenz der Philippinen die Aktion von Kirche in Not in den offiziellen kirchlichen Veranstaltungskalender übernommen.[63]

Eine weitere Gebestaktion von Kirche in Not ist der „Abend der Zeugen“. Er besteht in der Regel aus einer heiligen Messe, einer Gebetszeit mit Eucharistischer Anbetung, in deren Rahmen Bischöfe, Priester und Ordensleute aus der Weltkirche Zeugnis geben, sowie einer anschließenden Begegnung mit den Wohltätern. In Deutschland fanden solche „Abende der Zeugen“ bislang unter anderem in München[64], Berlin[65] und Frankfurt am Main[66] statt. Beim „Abend der Zeugen“ werden Kirchengebäude ebenfalls im Innenraum oder von außen rot beleuchtet.

Medien- und Evangelisierungsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Ausgabe der Kinderbibel von Kirche in Not.

Neben der Hilfe für verfolgte und notleidende Christen ist die Förderung der Neuevangelisierung ein wichtiges Anliegen von Kirche in Not.[67] In Deutschland betreibt die Pater-Werenfried-van-Straaten-Stiftung zusammen mit Kirche in Not seit 2013 ein TV-Produktionsstudio in München-Harlaching. Dort entstehen pro Monat im Schnitt über 240 Minuten Fernsehbeiträge. Themen sind Glaube und geistliches Leben, Weltkirche und verfolgte Christen, Politik und Gesellschaft.[68] Als eigenen Sender betreibt die Organisation „Katholisch TV“.[69] Die Beiträge laufen regelmäßig bei den christlichen Fernsehsendern EWTN, K-TV und Bibel TV.[70] Auf K-TV wird jeweils am Freitagmittag die heilige Messe aus der internationalen Zentrale von Kirche in Not in Königstein live übertragen.[71] Auch im Radio ist Kirche in Not regelmäßig zu hören, zum Beispiel mit der wöchentlichen Sendung „Weltkirche aktuell“ auf Radio Horeb.

Kirche in Not – ACN International betreibt eine eigene Medien-Produktionsgesellschaft, das Catholic Radio & Television Network (CRTN).[72] CRTN produziert Dokumentarfilme, Interviews und Clips zum Thema verfolgte und notleidende Christen und stellt sie TV- und Radiosendern weltweit zur Verfügung.[73]

Vor allem in nichtchristlichen Ländern fördert Kirche in Not die Errichtung von katholischen Radio- und Fernsehstationen und finanziert Ausrüstung und Schulung der Mitarbeiter.[74]

Das Internetportal kath.net wird durch „Kirche in Not“ finanziell unterstützt.

Kirche in Not – ACN International ist alleiniger Gesellschafter der Youcat Foundation gGmbH.[75] Sie verantwortet die Herausgabe des Jugendkatechismus „Youcat“, der 2011 veröffentlicht und seither in mehr als 70 Sprachen übersetzt worden ist. Die Angebotspalette[76] hat sich seither stetig erweitert, unter anderem um den „YOUCAT for KIDS[77], der mittlerweile in 28 Sprachen vorliegt, oder den „Docat“, eine jugendgemäße Einführung in die katholische Soziallehre. Kirche in Not fördert die Verbreitung des Jugendkatechismus und der weiteren Publikationen in armen Weltregionen oder bei internationalen Treffen wie dem Weltjugendtag.[78]

Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Beitrag zum Internationalen Jahr des Kindes gab Kirche in Not 1979 erstmals die Kinderbibel Gott spricht zu seinen Kindern heraus.[79] Auf der III. Allgemeinen Bischofskonferenz von Lateinamerika, die zwischen Januar und Februar 1979 in Puebla stattfand, wurde den dort versammelten Bischöfen eine kleine Bibel als Hilfe für die pastorale Arbeit angeboten. Das Angebot wurde von den Diözesen des Landes mit Begeisterung aufgenommen und allein im Jahr 1979 verteilte Kirche in Not über eine Million Exemplare in Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Französisch.

Seither wurden über 51 Millionen Exemplare verbreitet und die Kinderbibel in 190 Sprachen übersetzt (Stand: 2019), darunter auch in Regionalsprachen und zahlreiche afrikanische Sprachen. In vielen dieser lokalen Sprachen ist die Kinderbibel sogar das einzige veröffentlichte Buch.[80] Kirche in Not finanziert seit mehr als 40 Jahren den Druck und die Verbreitung der Kinderbibel in ärmeren Weltregionen. Es handelt sich damit um eines der längsten und erfolgreichsten Einzelprojekte von Kirche in Not im Bereich Evangelisierung. Im deutschsprachigen Raum gibt es neben der Kinderbibel noch zahlreiche weitere Angebote, zum Beispiel ein Quartett, ein Kinderbibelmemo oder ein Sammelalbum mit Bildern aus der Kinderbibel.[81]

Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2008 unterstützt Kirche in Not die Gebetskampagne „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ und hat seit 2018 die weltweite Organisation übernommen. Jedes Jahr am 18. Oktober lädt das Hilfswerk Kinder in Pfarreien, Schulen, Kindergärten und Familien dazu ein, gemeinsam den Rosenkranz oder einzelne Teile davon zu beten sowie die Rosenkranzgeheimnisse zu betrachten.[82] Dazu stellt Kirche in Not kindgerechte Gebetanregungen in 23 Sprachen bereit. Teilnehmer können sich auf einer Internetplattform registrieren.[83] Insgesamt nehmen Kinder aus rund 80 Nationen an der Gebetsaktion für Einheit und Frieden teil.

„Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ entstand 2005 in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Während Kinder an einem Bildstock den Rosenkranz beteten, erinnerten sich einige erwachsene Teilnehmer an die Worte des heiligen Pater Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“[84]

Im Jahr 2020 machte auch Papst Franziskus auf die Gebetsaktion aufmerksam. Beim Angelusgebet am 11. Oktober 2020 auf dem Petersplatz in Rom sagte er: „Am kommenden Sonntag, dem 18. Oktober, veranstaltet die Stiftung Kirche in Not die Kampagne ,Eine Million Kinder beten den Rosenkranz’ für Einheit und Frieden. Ich ermutige zu diesem schönen Ereignis, an dem Kinder auf der ganzen Welt beteiligt sind, die besonders für kritische Situationen beten, die durch die (Corona-)Pandemie verursacht werden.“[85]

Beichtmobil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Not Deutschland betreibt seit 2004 das weltweit einzige „Beichtmobil“. Es war zunächst ein zum Beichtstuhl umgebauter VW-Bus (T4, Baujahr 1996), dessen Innenraum als Raum für den Empfang des Bußsakraments ausgestattet wurde. 2013 wurde es durch ein Nachfolgefahrzeug (T5, Baujahr 2012) ersetzt. Das Mobil steht unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Eichstätt; es steht den Pfarreien und geistlichen Gemeinschaften kostenlos zur Verfügung und kommt auch bei Großveranstaltungen zum Einsatz.

Ebenfalls mobil sind die schwimmenden Kirchen, die in Brasilien auf dem Amazonas oder in Russland auf dem Don und der Wolga zum Einsatz kommen. Ziel ist es, den Gläubigen den Sakramentenempfang zu ermöglichen oder mit einem Priester zu sprechen und seelsorgerischen Rat einzuholen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2019 wurde die Päpstliche Stiftung Kirche in Not ACN für ihr Engagement von der UN-Vertretung des Heiligen Stuhls in New York mit dem „Path to Peace Award“ ausgezeichnet.[86] Erzbischof Bernardito Auza, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, lobte Kirche in Not dabei als „führende Organisation in der Welt, die ein Sprachrohr für Christen ist, die an bestimmten Orten Verfolgung erleiden“. Die „Path to Peace“- Auszeichnung nahm der geschäftsführende Kirche-in-Not-Präsident Thomas Heine-Geldern entgegen. In seiner Dankesansprache betonte er, dass die Ehre „jenen Christen zusteht, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt, unterdrückt, diskriminiert oder zum Schweigen gebracht werden. Wenn ich ihnen heute Abend meine Stimme leihe, hoffe ich, dass ihr Martyrium etwas weniger leise ist.“[87]

Kirche in Not und die Päpste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Not definiert sich in seinen Leitlinien als „dem Heiligen Vater treu ergeben. Als Päpstliche Stiftung beteiligen wir uns am universellen Auftrag der Kirche.“[88] Im Laufe seiner Geschichte pflegte Kirche in Not stets eine enge Verbindung zu den jeweils amtierenden Päpsten, wurde von diesen zu Projekten und Hilfeleistungen in neuen Bereichen ermutigt und mehrfach für die geleistete Arbeit gewürdigt:

Papst Pius XII. trug 1947 indirekt zur Gründung von Kirche in Not bei. Er hatte beim Prämonstratenserorden angefragt, ob dieser den heimatvertriebenen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg beistehen könne.[89] Schließlich wurde Pater Werenfried van Straaten im belgischen Tongerlo mit dieser Aufgabe betraut. Obwohl sie zunächst nur als vorübergehende Hilfsaktion gedacht war, entstand daraus das spätere Hilfswerk Kirche in Not.

Papst Johannes XXIII. bat 1962 Pater Werenfried und sein Werk um Hilfe für die Christen in Lateinamerika.[90]

Während des Pontifikats von Papst Paul VI. wurde die damalige Ostpriesterhilfe 1964 als „Pium Sodalitium“ anerkannt und direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt.[90]

Eine enge Freundschaft verband Kirche-in-Not-Gründer Werenfried van Straaten mit Papst Johannes Paul II.[91] Beide kannten sich schon aus der Zeit, als der spätere Papst Weih- und später Erzbischof von Krakau gewesen war. Damals hatte er als Vertreter der Polnischen Bischofskonferenz mit Pater Werenfried die Hilfen für die Kirche im kommunistischen Polen organisiert hatte. Nach der Papstwahl hat Johannes Paul II. den Gründer von Kirche in Not mehrfach zu Gesprächen empfangen. Nach der Politischen Wende in Osteuropa beauftragte Papst Johannes Paul II. Kirche in Not, sich für die Versöhnung mit der russisch-orthodoxen Kirche einzusetzen.

„Ihr leistet einen rührenden Beitrag zur zweitausendjährigen Geschichte der christlichen Nächstenliebe. […] Ich kenne Euch und weiß, was Ihr zur Linderung einer Not tut, deren oft wortloses Flehen Ihr vernommen habt. Nicht alle hören die Christen, die schweigend leiden. Dazu gehört ein offenes Herz für die Not aller, deren Stimme über die Barrieren hinweg nicht zu uns gelangen kann. Ihr handelt, sammelt Gelder, gebt den Verlassenen die Gewissheit, dass Glaubensbrüder an sie denken und sie nicht im Stich lassen. […] Wer wird je die Mühsal ermessen können, die dieses Werk kostet, oder die Wellen der Großzügigkeit, die es hervorgerufen hat? Das alles steht im Buch des Lebens geschrieben. Der Herr selbst wird Euer Lohn sein!“[92]

Papst Benedikt XVI. erinnerte bei der Erhebung zur päpstlichen Stiftung „an die Verdienste des Hilfswerk Kirche in Not, das die Kirche seit 65 Jahren überall dort begleitet, wo es an finanziellen Mitteln fehlt und oder es zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit kommt, so dass die Ausübung des Evangelisierungsauftrag schwierig oder gar unmöglich wird.“[93]

„Ich unterstütze Kirche in Not, weil ich weiß, dass da wirklich Dienst am Glauben getan wird. Manche meinen ja, man dürfe nur Soziales im engsten Sinne des Wortes unterstützen; was einer glaube, solle man jedem selber überlassen. Aber in Wirklichkeit ist nichts wichtiger, als Gott zu den Menschen zu bringen, als ihnen zu Christus zu helfen, weil nur dann die Kräfte des Glaubens erwachen, die die entscheidende Art von Energie für die Weltgeschichte sind. Kirche in Not hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist.“

Joseph Kardinal Ratzinger 2002[94]
Ikone „Unsere Liebe Frau von den Schmerzen, Trösterin der Syrer“, die im September 2019 von Papst Franziskus gesegnet wurde.

Papst Franziskus hat mehrfach den Einsatz von Kirche in Not, besonders im Nahen Osten, unterstützt und gewürdigt: 2018 entzündete er beim Angelusgebet auf dem Petersplatz ein Kerze, die von Projektpartnern von Kirche in Not in Syrien gefertigt worden war, und bekundete damit seine Unterstützung der Adventskampagne des Hilfswerks „Kerzen für den Frieden in Syrien“. Vatican News zitierte Franziskus: „Diese Flammen der Hoffnung mögen die Dunkelheit des Krieges vertreiben […] Lasst uns beten und den Christen helfen, als Zeugen der Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung im Nahen Osten zu bleiben.“[95] Im August und September 2019 empfing Franziskus Delegationen von Kirche in Not. Dabei segnete er 6000 Rosenkränze und eine Ikone – Teil einer pastoralen Initiative von Kirche in Not zusammen mit den lokalen Kirchen in Syrien, um den Hinterbliebenen von Kriegsopfern Trost zu spenden.[96] Nach der Segnung der Rosenkränze am 15. August hatte Papst Franziskus den geschäftsführenden Präsidenten von Kirche in Not, Thomas Heine-Geldern, zum Angelusgebet am Fenster des Apostolischen Palastes eingeladen und dabei nochmals zum Gebet für Syrien aufgerufen.[97] In einer kurzen Video-Botschaft im Rahmen einer Privataudienz hatte Papst Franziskus 2016 im "Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" erklärt: Mehrfach hat Papst Franziskus auch Projekte von Kirche in Not im Irak unterstützt.[98] Im März 2021 gehörte die Projektdirektorin von Kirche in Not als einzige Vertreterin eines Hilfswerks zur Reisedelegation von Papst Franziskus im Irak.[99]

„Ich lade Sie alle ein, mit Kirche in Not auf der ganzen Welt Werk der Barmherzigkeit zu tun, und zwar bleibende Werke der Barmherzigkeit.“

Papst Franziskus in einer Video-Botschaft im Rahmen einer Privataudienz im „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ 2016[100]

Vorwurf der Nähe zu rechtschristlichen Kreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontroverse um Podium beim Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem von Kirche in Not 2015 in Würzburg organisierten Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ gab es eine Veranstaltung mit dem Titel „Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“.[101] Diese Begriffe seien dezidiert aus dem rechten Milieu übernommen und – so Christiane Florin, die damalige Chefredakteurin der Zeit-Beilage Christ & Welt – eine „Pegida-Vokabel“ und eine „Diffamierung“.[102] Aufgrund dieses Podiums-Titels hatte sie es abgelehnt, in ihrer Publikation eine Werbeanzeige des Kongresses von Kirche in Not zu schalten. Daraufhin erreichten sie hasserfüllte Mails, von denen sie einige öffentlich machte. Kirche in Not entschuldigte sich für die „Verbalausfälle“ und distanzierte sich von deren Inhalt.[103] Christian Wölfel, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk und der Katholischen Nachrichten-Agentur, bewertete die genannte Veranstaltung: „Die Thesen, die auf diesem einseitig besetzten Podium vertreten wurden, haben nicht viel gemein mit Meinungsfreiheit. Die eigene Haltung wird absolut gesetzt, Widerspruch nicht geduldet. Journalisten, die die teils kruden Thesen und das Wirken der Protagonisten hinterfragten, wird das Wort ‚Christenverfolgung‘ entgegengeschleudert. […] Denn was sich durch die gesamte Veranstaltung zieht: Der Aufruf, auf einzelne missliebige Berichte, etwa beim NDR, im Spiegel oder im Radiosender Bayern2, mit organisierten Proteststürmen zu reagieren.“[104]

Distanzierung von „Hygiene-Demo“ in Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende August 2020 distanzierte sich Kirche in Not ausdrücklich von der „Hygiene-Demo“ in Berlin, bei der ein Plakat zum Thema Christenverfolgung mit dem Hinweis auf die Internetseite des Hilfswerks aufgetaucht war.[105] „Christenverfolgung ist ein ernstes Thema und verdient Aufmerksamkeit, aber ein Zusammenhang mit einer Demonstration rund um Corona-Maßnahmen erschließt sich uns nicht“, wurde Geschäftsführer Florian Ripka zitiert.[106] Kirche in Not habe weder mit dem Plakat noch mit der Demonstration etwas zu tun und unterstütze diese auch nicht.[107]

Vorwürfe gegen den Gründer Werenfried van Straaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2021 wurde bekannt, dass der 2009 vom Heiligen Stuhl bestellte Apostolische Visitator für Kirche in Not, Weihbischof Manfred Grothe, schwere Vorwürfe gegen den verstorbenen Pater nach Rom meldete: einen versuchten sexuellen Übergriff[108] auf eine damals 23 Jahre[109] alte Mitarbeiterin im Jahre 1973, ferner „Maßlosigkeiten in der Lebensführung“, „erhebliche Defizite in der Personalführung“ und „Anfälligkeiten für faschistoide Ideen“.[110] Kirche in Not gab an, den Fall nicht öffentlich gemacht zu haben, um den Wunsch nach Vertraulichkeit der Betroffenen zu wahren.[111] Den erhobenen Vorwurf der Vertuschung wies das Hilfswerk zurück.

Kirche in Not distanzierte sich von dem Verhalten, wie es Pater van Straaten vorgeworfen wurde, und verpflichtete sich zu einer vollständigen Aufklärung.[109] Gleichzeitig gab Kirche in Not bekannt, man habe der betroffenen Frau 16.000 Euro in Anerkennung des erlittenen Leids gezahlt. Angemerkte Defizite von Pater van Straaten in der Führung des Hilfswerks räumte das Hilfswerk ein, sah aber keine Hinweise auf faschistoides oder rechtsextremes Gedankengut. Der Vorwurf der Maßlosigkeiten in der Lebensführung beruhe auf Einzelberichten über „übermäßigen Genuss von Alkohol oder Essen“. Kirche in Not könne das jedoch nicht bestätigen.[112] Der Gründer van Straaten habe „bei der Darstellung der Geschichte des Hilfswerks als Person des Gründers seinen Platz“, teilte Kirche in Not mit.[113] Darüber hinaus sei das Hilfswerk seit dem Jahr 2011, als es zur Päpstlichen Stiftung umgewandelt wurde, organisatorisch neu aufgestellt. Unmittelbar nachdem die Christ & Welt-Redaktion das Hilfswerk mit den Vorwürfen konfrontiert hatte, wurde ein Gottesdienst im Gedenken an von Straaten abgesagt und auf der Website von Kirche in Not wurden Bücher von und über ihn aus dem Angebot entfernt.[114]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aid to the Church in Need hilft weltweit Christen. In: acninternational.org. 29. Juni 2020, abgerufen am 15. Februar 2021.
  2. Das ist Kirche in Not. In: kirche-in-not.de. Abgerufen am 10. September 2020.
  3. Ein guter Helfer weniger: Ohne „Kirche in Not“ gibt es keine Vertriebenenseelsorge mehr. (pdf; 3,6 MB) In: Preußische Allgemeine Zeitung. Nr. 39, 28. September 2013, S. 20, abgerufen am 15. Februar 2021.
  4. Kirche in Not Jahresbericht für 2017: Pastorale Hilfe bleibt Schwerpunkt. In: kirche-in-not.de. 9. Juli 2018, abgerufen am 14. September 2020.
  5. Zahlen und Fakten. In: acninternational.org. 22. September 2020, abgerufen am 15. Februar 2021.
  6. Kirche in Not: …damit der Glaube lebt! Tätigkeitsbericht 2019. S. 7.
  7. Volker Niggewöhner: Fahrzeuge für Gott: „Kirche in Not“ macht seit 70 Jahren mobil – Seelsorge in der Diaspora. In: domradio.de. 12. März 2019, abgerufen am 14. September 2020.
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  100. Papst: „Ich lade Sie alle ein zusammen mit ‚Kirche in Not‘ Werke der Barmherzigkeit zu tun“. (Video; 1:00 Minute) In: YouTube. 17. Juni 2016, abgerufen am 11. September 2020 (italienisch).
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  102. Christiane Florin: Wir Meinungsdiktatoren. In: Christ & Welt/Die Zeit. Nr. 1/2015, 29. Dezember 2014. Zitiert nach: Liane Bednarz: Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern. Droemer Verlag, München 2018, ISBN 978-3-426-27762-1, urn:nbn:de:101:1-2018053004313215891709.
  103. Christiane Florin: Der Missbrauch, der Speck und das rechte Maß. In: weiberaufstand.com. 12. Februar 2021, abgerufen am 12. März 2021.
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  105. t4mike: wenn du denkst, dass du heute schon das schlimmste gesehen hast. In: Twitter. 29. August 2020, abgerufen am 10. September 2020.
  106. Felix Neumann: „Kirche in Not“ distanziert sich von Vereinnahmung auf Corona-Demo. In: katholisch.de. 29. August 2020, abgerufen am 10. September 2020.
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  108. Anian Christoph Wimmer: Kirche in Not bestätigt Vorwurf sexueller Gewalt gegen Gründer. In: catholicnewsagency.com. 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  109. a b Thomas Heine-Geldern: Erklärung des Internationalen Hilfswerkes Aid to the Church in Need (ACN) zum Artikel „Gut und Böse“ in der Zeit-Beilage „Christ&Welt“ am 10.02.2021. In: ACN International. 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  110. Raoul Löbbert, Georg Löwisch: Pater Werenfried van Straaten: Gut und Böse. In: Zeit Online. 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  111. Vorwürfe gegen „Speckpater“: Wie sich „Kirche in Not“ äußert. In: die-tagespost.de. 11. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  112. Roland Müller: „Kirche in Not“ bestürzt über Vergewaltigungsvorwurf gegen Gründer. In: katholisch.de. 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  113. Questions & Answers bezüglich des Artikels „Gut und Böse“ in der Zeit-Beilage „Christ&Welt“. In: acninternational.org. 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  114. Susanne Fritz: Enthüllung von Christ & Welt – „Der Vatikan gab Tipps zu Vertuschung“: Georg Löwisch im Gespräch. (mp3-Audio; 7,4 MB; 8:03 Minuten) In: Deutschlandfunk-Sendung „Tag für Tag“. 11. Februar 2021, abgerufen am 12. März 2021 (html).