Kirchenfeld (Bern)

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Wappen von Kirchenfeld
Wappen von Bern
Kirchenfeld
Quartier von Bern
Karte von Kirchenfeld
Koordinaten 600901 / 198991Koordinaten: 46° 56′ 31″ N, 7° 27′ 2″ O; CH1903: 600901 / 198991
Höhe 531 m
Fläche 1,30 km²
Einwohner 3654 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 2811 Einwohner/km²
BFS-Nr. 351018
Postleitzahl 3005
Stadtteil Kirchenfeld-Schosshalde
Blick Richtung Kirchenfeld von der Bundesterrasse mit Kirchenfeldbrücke und historischem Museum

Das Kirchenfeld (berndeutsch Chilefäud ['xɪləfæʊd]) ist ein Quartier in der Stadt Bern, in der Schweiz. Es liegt im Südosten der Stadt und gehört zum Stadtteil IV - Kirchenfeld-Schosshalde.

Das brachliegende Kirchenfeld im Süden Berns ging 1856 an die Berner Burgergemeinde über. Erste Schritte zu einer Überbauung des Terrains als Korrektiv für die städtebauliche Verlagerung nach dem Bahnhof wurden bald getätigt. Der Bankier Friedrich Schmid, einer der Fürsprecher einer Erschliessung des Kirchenfeldgebiets, schrieb 1864: «[Das Kirchenfeld ist] eine baumleere Fläche, auf welcher ein Einzelner nichts zuwege bringt; es ist eine Fläche, welche, durch eine Brücke mit der Stadt verbunden, Leben und Bewegung in dieselbe führt; die leere Fläche, welche gehörig verwandelt, den schönsten Vordergrund zu unserer herrlichen Alpensicht bildet. An das Kirchenfeld schliesst sich das Dählhölzlein an, ein liebliches Wäldchen, das mit zu erhaltender Bewilligung der Behörde durch geringe Correction der Wege zum angenehmsten Park für das neue Quartier geschaffen werden kann.»

Erst im Jahre 1879 erklärte sich eine englische Baufirma bereit, den Bau einer Brücke zu übernehmen, die das Kirchenfeld mit der Berner Innenstadt verbinden würde. Das Terrain des Kirchenfelds wurde also für die Summe von 425'000 Franken an die Berne Land Company abgetreten, unter der Bedingung, dass diese die Brücke in 21 Monaten baute sowie in einigen Jahren das dazugehörende Strassennetz von etwa 5 km Länge herstellte. Ferner musste sie sich verpflichten, das nötige Land für öffentliche Bauten abzutreten. Am 24. September 1883 wurde die Kirchenfeldbrücke feierlich eingeweiht.

Bereits 1870 wurde vom zuständigen Komitee das Ziel formuliert, ein Viertel für eine "habliche" Bevölkerung zu schaffen. Der erwähnte Bankier Schmid forderte ein Quartier für eine «vermögliche Bevölkerung, deren täglicher Wirkungskreis in der Stadt liegt, die aber für sich und ihre Familien gerne im Sommer das Landleben genießen möchte.» Diese Linie wurde zur offiziellen: 1881 verkündete das Kirchenfeld-Komitee, es sei durch «den hohen Preis des Terrains dafür gesorgt, dass kein Proletarierquartier auf dem Kirchenfeld entstehe.»

Diese restriktive Zielsetzung und die gesetzliche Weisung, dass im neuen Viertel keine Fabriken entstehen dürfen, sorgte dafür, dass das Kirchenfeld sich zu einem Distrikt für eher wohlhabende Schichten entwickelte. Noch heute beherbergt es viele Repräsentationsgebäude (Botschaften, Villen) und die meisten einschlägigen Museen der Stadt Bern (Historisches Museum, Naturhistorisches Museum, Alpines Museum, Kunsthalle …).

Des Weiteren befinden sich im Kirchenfeldquartier eine Primarschule, das Gymnasium Kirchenfeld, das Schweizerische Bundesarchiv, die Schweizerische Nationalbibliothek, der Tierpark Dählhölzli mit angrenzendem Waldgebiet und die Eidgenössische Münzprägestätte.

Kirchenfeld-Schosshalde ist das Quartier, wo das Gros des diplomatischen Dienstes lebt. In Bern gemeldet sind 2016 rund 1750 Diplomatinnen und Diplomaten oder weitere Personen mit einer Legitimationskarte des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Knapp zwei Drittel davon leben im Stadtteil Kirchenfeld-Schosshalde. Mattenhof-Weissenbühl beherbergt 15 %, die übrigen vier Stadtteile jeweils weniger als 7 % dieser Personengruppe. [1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Ordipro, dargestellt von Statistik Stadt Bern im Berichtsjahr 2016, Seite 41.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]