Kirchenkreis Schmalkalden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kirchenkreis Schmalkalden

Stadtkirche Schmalkalden
Organisation
Landeskirche Kurhessen-Waldeck
Statistik
Kirchengemeinden 17
Gemeindeglieder ca. 24.000
Leitung
Webpräsenz www.eksm.de

Der Kirchenkreis Schmalkalden ist ein Kirchenkreis im Sprengel Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. In den 17 Gemeinden des Kirchenkreises leben rund 24.000 evangelische Christen. Leiter des Kirchenkreises ist Dekan Ralf Gebauer. Sitz des Kirchenkreises ist Schmalkalden.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenkreis Schmalkalden ist eine Exklave der EKKW innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. So grenzen im Uhrzeigersinn an ihn die Kirchenkreise Waltershausen-Ohrdruf (Propstsprengel Eisenach-Erfurt), Henneberger Land, Meiningen und Bad Salzungen-Dermbach (alle Propstsprengel Meiningen-Suhl). Der nächstgelegene kurhessische Kirchenkreis ist Hersfeld.

Eine der Gemeinden des Kirchenkreises (Barchfeld) liegt im Wartburgkreis, die anderen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Kirchenkreises entspricht dem der Herrschaft Schmalkalden, die ab 1360 zur Hälfte zur Landgrafschaft Hessen und ab 1583 zur Landgrafschaft Hessen-Kassel gehörte. Zunächst waren alle Kirchengemeinden lutherisch; durch Landgraf Moritz wurde seit Anfang des 17. Jahrhunderts aber auch die Entstehung einer reformierten Kirchengemeinde gefördert. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel gab es eine lutherische und eine reformierte Superintendentur. Erst 1873 wurde im Rahmen einer Zentralisierung der kirchlichen Strukturen die Diözese Schmalkalden geschaffen, die dann auch ab 1934 als Dekanat Schmalkalden innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bestand. Als der Landkreis Herrschaft Schmalkalden 1944 von der preußischen Provinz Hessen-Nassau in den Regierungsbezirk Erfurt überging und 1945 zum Land Thüringen kam, änderte sich an der kirchlichen Zugehörigkeit zu Kurhessen-Waldeck nichts. Wegen der innerdeutschen Teilung wurde 1951 ein Abkommen mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen geschlossen. Ab 1968 verhinderten die DDR-Behörden jedoch die Beteiligung von Synodalen aus Schmalkalden an den Landessynoden, da nach der neuen DDR-Verfassung die Kirchengrenzen den Staatsgrenzen entsprechen mussten. Auf Grundlage eines Vertrags vom 28. April 1970 (ergänzt durch ein geheimes Zusatzprotokoll der Bischöfe Moritz Mitzenheim und Erich Vellmer über die Option einer Rückgliederung nach der erhofften deutschen Wiedervereinigung) wurde das Dekanat daher in die thüringische Kirche eingegliedert. Auf Antrag der Dekanatssynode vom Frühjahr 1990 wurde diese Eingliederung 1991 wieder rückgängig gemacht.[1]

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchenkreis gehören folgende Kirchengemeinden:

Daneben bildet die Landeskirchliche Gemeinschaft eine eigene Gemeinde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchenkreisvorstand Schmalkalden (Hrsg.): Kirchenkreis Schmalkalden. Evangelischer Medienverband, Kassel 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Knöppel: Geschichte der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck 1945 bis 2000. In: Rainer Hering, Jochen-Christoph Kaiser (Hrsg.): Kurhessen und Waldeck im 20. Jahrhundert. Beiträge zur Kirchengeschichte. Band II. Evang. Medienverband, Kassel 2012, S. 385–530, hier S. 519–525; Renate Löscher: 20 Jahre Wiedereingliederung des Kirchenkreises Schmalkalden in die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Evangelische Kirchengemeinde Schmalkalden, 28. Juli 2011; abgerufen am 23. Mai 2014.