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Kirchenregion Sizilien

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Karte der Diözesen und Bischofskirchen der Kirchenregion Sizilien

Die Kirchenregion Sizilien (ital. Regione ecclesiastica Sicilia) ist eine der 16 Kirchenregionen der römisch-katholischen Kirche in Italien. Sie besteht aus 5 Kirchenprovinzen und insgesamt 18 Diözesen. Die Bischöfe der 18 Diözesen sind in der Sizilianischen Bischofskonferenz zusammengeschlossen.

Territorial entspricht die Kirchenregion Sizilien der italienischen Region Sizilien. Mehr als 97 % der Bewohner Siziliens gehören der Römisch-Katholischen Kirche an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der folgende historische Abriss gibt einen kurzen Überblick über geschichtliche Ereignisse, die für die heutige Struktur der Kirchenregion Sizilien von Bedeutung sind. Eine ausführlichere Darstellung findet sich unter Kirchengeschichte Siziliens.

Die heutige Struktur der Kirchenregion Sizilien geht auf das Mittelalter zurück. Die antike Organisation der Katholischen Kirche in Sizilien war unter der arabischen Vorherrschaft untergegangen, nach der Eroberung durch die Normannen (ab 1061) gab es nur noch in Palermo einen griechischen Erzbischof. Dieser wurde von Roger I. wieder in die Kathedrale von Palermo eingesetzt, die zwischenzeitlich in eine Moschee umgewandelt worden war. Ab 1083 waren die Nachfolger dieses Erzbischofs Lateiner.

Christus Pantokrator im Apsismosaik der Kathedrale von Cefalù

Unter den Normannenherrschern wurden einige antike Bistümer wiedererrichtet, aber auch neue Bistümer geschaffen. Im Einzelnen waren das:

Die ursprünglich zweiteilige kirchliche Gliederung Siziliens mit den Metropolitansitzen Palermo und Messina wurde durch die Gründung des Erzbistums Monreale dreiteilig und blieb es bis ins 19. Jahrhundert. 1399 wurde das Bistum Lipari-Patti aufgeteilt in die Bistümer Lipari und Patti.

Liturgie der Epiphanie 2007 in der Eparchie Piana degli Albanesi

Im 19. Jahrhundert erfolgte in zwei Etappen (1816/17 und 1844) eine Neuordnung der Bistumsgrenzen. Die bestehenden, oft sehr großen Bistümer wurden verkleinert, und auf ihrem ehemaligen Territorium wurden neue Diözesen errichtet. So entstanden 1816/17 die Bistümer Caltagirone, Piazza Armerina und Nicosia, 1844 die Bistümer Acireale, Caltanissetta, Noto und Trapani. Ebenfalls 1844 wurde das Bistum Syrakus zum Erzbistum und Metropolitansitz erhoben und bildete mit seinen Suffraganbistümern Caltagirone, Piazza Armerina und Noto die vierte Kirchenprovinz Siziliens. 1859 wurde das Bistum Catania zum immediaten Erzbistum erhoben.

Im 20. Jahrhundert kamen zwei weitere Diözesen hinzu: 1937 die Eparchie Piana degli Albanesi für Katholiken des byzantinischen Ritus (vorwiegend Arbëresh in Piana degli Albanesi und den umliegenden Gemeinden), und 1950 das Bistum Ragusa. 1986 wurden das Erzbistum Messina, das Bistum Lipari und die 1206 gegründete Prälatur Santa Lucia del Mela zum Erzbistum Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela zusammengefasst.

Am 2. Dezember 2000 erhielt die Kirchenregion Sizilien durch Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Ad maiori consulendum ihre heutige Struktur: Die Bistümer Catania und Agrigent wurden zu Metropolitanbistümern erhoben. Gleichzeitig wurde die Kirchenprovinz Monreale aufgelöst, und seine Bistümer wurden anderen Kirchenprovinzen zugeordnet. Das Erzbistum Monreale behielt zwar seinen Status als Erzbistum, wurde aber zum Suffraganbistum von Palermo.

Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchenregion Sizilien ist in die 5 Kirchenprovinzen Agrigent, Catania, Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela, Palermo und Syrakus aufgeteilt mit den 5 gleichnamigen Metropolitanbistümern und insgesamt 12 Suffraganbistümern. Hinzu kommt die Eparchie Piana degli Albanesi, eine Diözese für Katholiken des byzantinischen Ritus, die immediat, d.h. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt ist und keiner Kirchenprovinz angehört.

Erläuterungen
  • em. = emeritiert
  • KK = Konkathedrale
  • nom. = nominiert
  • Wb. = Weihbischof
Diözese Bistumstyp Kirchenprovinz Bischofskirche Bischof
Bistum Acireale Suffraganbistum Catania Maria Santissima Annunziata in Acireale Antonino Raspanti
Pio Vittorio Vigo (em.)
Erzbistum Agrigent Metropolitanbistum Agrigent San Gerlando in Agrigent Francesco Montenegro
Carmelo Ferraro (em.)
Bistum Caltagirone Suffraganbistum Catania San Giuliano in Caltagirone Calogero Peri
Bistum Caltanissetta Suffraganbistum Agrigent Santa Maria La Nova in Caltanissetta Mario Russotto
Erzbistum Catania Metropolitanbistum Catania Sant'Agata in Catania Salvatore Gristina
Luigi Bommarito (em.)
Bistum Cefalù Suffraganbistum Palermo Santissimo Salvatore in Cefalù Vincenzo Manzella
Francesco Sgalambro (em.)
Rosario Mazzola (em.)
Bistum Mazara del Vallo Suffraganbistum Palermo Santissimo Salvatore in Mazara del Vallo Domenico Mogavero
Emanuele Catarinicchia (em.)
Erzbistum Messina-Lipari-
Santa Lucia del Mela
Metropolitanbistum Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela Maria Santissima Assunta in Messina
Santissimo Salvatore in Messina (KK)
San Bartolomeo in Lipari (KK)
Maria Santissima Assunta in Santa Lucia del Mela (KK)
Calogero La Piana
Ignazio Cannavò (em.)
Giovanni Marra (em.)
Erzbistum Monreale Suffraganbistum Palermo Santa Maria La Nova in Monreale Salvatore Di Cristina
Salvatore Cassisa (em.)
Bistum Nicosia Suffraganbistum Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela San Nicola di Bari in Nicosia Salvatore Muratore
Bistum Noto Suffraganbistum Syrakus Santi Nicolò di Mira e Corrado in Noto Antonio Staglianò
Giuseppe Malandrino (em.)
Salvatore Nicolosi (em.)
Erzbistum Palermo Metropolitanbistum Palermo Maria Santissima Assunta in Palermo Paolo Romeo
Salvatore De Giorgi (em.),
Carmelo Cuttitta (Wb.)
Bistum Patti Suffraganbistum Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela San Bartolomeo in Patti Ignazio Zambito
Eparchie Piana degli Albanesi immediat - San Demetrio Megalomartire in Piana degli Albanesi
Santa Maria dell’Ammiraglio in Palermo (KK)
Sotir Ferrara
Bistum Piazza Armerina Suffraganbistum Agrigent Maria Santissima Assunta in Piazza Armerina Michele Pennisi
Bistum Ragusa Suffraganbistum Syrakus San Giovanni Battista in Ragusa Paolo Urso
Erzbistum Syrakus Metropolitanbistum Syrakus Santa Maria delle Colonne in Syrakus Salvatore Pappalardo
Giuseppe Costanzo (em.)
Bistum Trapani Suffraganbistum Palermo San Lorenzo Martire in Trapani Francesco Miccichè

Statistische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bistümer sind in insgesamt 1.751 Pfarreien unterteilt. Dem Klerus der Katholischen Kirche in Sizilien gehören 2.217 Weltpriester, 923 Ordenspriester und 257 ständige Diakone an.

Diese Daten und die der folgenden Tabelle sind dem Annuario Pontificio 2008 (Redaktionsschluss 31. Dezember 2007) entnommen.

Erläuterungen
  • Eb. = zum Erzbistum erhoben
  • lat. = latinisiert
  • Met. = zum Metropolitansitz erhoben
  • neu = Neugründung nach der arabischen Vorherrschaft
  • zus. = mit anderen Jurisdiktionsbezirken zusammengeschlossen
Diözese Errichtung Fläche
in km2
Einwohner Katholiken Kath.% Pfarreien Welt-
priester
Ordens-
priester
Ständige
Diakone
Bistum Acireale 1844 665 225.900 223.625 99,0 111 126 34 9
Erzbistum Agrigent 3.-4. Jh., neu 12. Jh., Eb./Met. 2000 3.041 474.333 465.000 98,0 194 228 48 35
Bistum Caltagirone 1816 1.551 154.220 150.982 97,9 57 79 13 9
Bistum Caltanissetta 1844 1.120 148.675 148.260 99,7 54 104 16 7
Erzbistum Catania 1. Jh., neu 1092, Eb. 1859, Met. 2000 1.332 703.368 694.000 98,7 155 257 141 33
Bistum Cefalù 8. Jh., neu 1131[1] 1.718 112.972 110.950 98,2 53 71 24 2
Bistum Mazara del Vallo 1093 1.374 236.103 222.870 94,4 66 70 30 0
Erzbistum Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela 5. Jh., neu 1081[2], Eb./Met. 1131,[1] zus. 1883[3] und 1986[4] 1.848 490.000 483.000 98,6 244 228 139 69
Erzbistum Monreale 1176 als Eb./Met. 1.509 235.600 219.900 93,3 86 122 34 3
Bistum Nicosia 1817 1.475 80.538 80.012 99,3 40 62 6 3
Bistum Noto 1844 1.355 214.400 212.500 99,1 98 99 24 15
Erzbistum Palermo 1. Jh., Eb./Met. 11. Jh., lat. 1083 1.366 912.506 890.100 97,5 178 229 272 32
Bistum Patti 1131[1] / 1399[5] 1.646 165.000 160.000 97,0 84 120 4 0
Eparchie Piana degli Albanesi 1937 420 30.000 28.500 95,0 15 30 1 1
Bistum Piazza Armerina 1817 2.003 221.779 218.900 98,7 75 101 33 8
Bistum Ragusa 1950 1.029 217.822 211.268 97,0 71 104 31 8
Erzbistum Syrakus 1. Jh., neu 1093, Eb./Met. 1844 1.341 334.600 324.500 97,0 76 108 37 10
Bistum Trapani 1844 1.089 206.753 206.403 99,8 94 79 36 13
Anmerkungen
  1. a b c Die 1131 durch Gegenpapst Anaklet II. erfolgten Einrichtungen und Erhebungen von Bistümern wurden von Rom zunächst nicht anerkannt und erst 1166 von Papst Alexander III. erneut vollzogen
  2. Sitz zunächst in Troina, erst ab 1096 in Messina
  3. Vereinigung des Erzbistums Messina mit dem Archimandritat San Salvatore (1131)
  4. aus dem Erzbistum Messina, dem Bistum Lipari (6.Jh./1131) und der Prälatur Santa Lucia del Mela (1206)
  5. 1399 wurde das Bistum Lipari-Patti in zwei eigenständige Bistümer aufgeteilt

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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