Kirchheim (Euskirchen)

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Koordinaten: 50° 36′ 22″ N, 6° 50′ 11″ O

Kirchheim
Wappen von Kirchheim
Höhe: 265 (240–290) m ü. NHN
Fläche: 10,61 km²
Einwohner: 2706 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 255 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53881
Vorwahl: 02255
Karte

Lage von Kirchheim in Euskirchen

Blick über das winterliche Kirchheim mit der Martinskirche
Die Martinskirche mit Novembervollmond
Kirchheim (Euskirchen), Luftaufnahme (2015)

Kirchheim ist ein Stadtteil von Euskirchen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim ist der südlichste Stadtteil von Euskirchen am Nordhang Münstereifeler Waldes. Das Euskirchener Stadtgebiet erstreckt sich zwar noch einige Kilometer nach Süden, besteht aber ausschließlich aus Wald, dem Kirchheimer und Flamersheimer Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus wirkte ab 1938 Joseph Emonds als Pfarrer in der katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus. Der Geistliche war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und ein Judenhelfer. In den letzten Kriegsmonaten versteckte er im Pfarrhaus den Düsseldorfer Maler Mathias Barz und seine jüdische Frau Hilde geborene Stein.

Am 1. Juli 1969 wurde Kirchheim nach Euskirchen eingemeindet.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbachtalsperre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist Kirchheim vor allem durch die nahegelegene Steinbachtalsperre. Sie wurde 1934–1936 erbaut, um die Flamersheimer Lederfabrik und die Euskirchener Tuchfabriken mit Wasser zu versorgen. 1986 sollte die Talsperre abgelassen werden, eine Bürgerinitiative verhinderte dies jedoch. Die Steinbachtalsperre ist mit dem angeschlossenen Freibad, dem Waldgebiet Eulenhecke und dem Hillerscheider Flur ein beliebtes Ausflugsziel.

Dorfzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorfzentrum stehen die Pfarrkirche St. Martinus, das alte Pfarrhaus, der alte Friedhof, die alte Schule und ein ehemaliges kleines Kloster, deren Schwestern einen Kindergarten betrieben. Heute ist es ein Seniorenstift.

Ende der 1950er Jahre legte Rosa Öhlinger (genannt „Rosa“), die damalige Haushälterin von Dechant Joseph Emonds, eigenhändig eine Springbrunnenanlage zwischen Kirche, Kindergarten und Kloster an.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirchheim gibt es eine ein- bis zweizügige Grundschule, die ab August 2006 als Offene Ganztagsschule ein Betreuungsangebot bis in den Nachmittag bereithält. Weiterführende Schulen sind in Kirchheim nicht vorhanden. Die Kirchheimer Kinder besuchen solche Schulen in Euskirchen und in Bad Münstereifel.

Circa 1950 und später gab es noch die Volksschule Kirchheim, an der Herr Salmon und Herr Siebels als Lehrer und Frau Innig und Frau Hoffman als Lehrerinnen und Rektorinnen tätig waren. Der ortsansässige Dechant Joseph Emonds unterrichtete den katholischen Religionsunterricht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Dieter Arntz: Joseph Emonds hilft NS-Verfolgten. In: JUDAICA – Juden in der Voreifel. Euskirchen 1983, S.456 ff.
  • Hans-Dieter Arntz: Ein Geistlicher rettet sogar einen SS-Mann. In: Kriegsende 1944/45 zwischen Ardennen und Rhein. Euskirchen 1984, S. 486 ff.
  • Hans-Dieter Arntz: Eifeldechant Emonds rettet die Jüdin H. Barz. In: Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Euskirchen 1990, S. 706 ff.
  • Hans-Dieter Arntz: Der Maler Otto Pankok als Lebensretter im Dritten Reich – Ein Beitrag zur Judenverfolgung in der Eifel. In: Eifeljahrbuch 2012. Düren, S. 71–81.
  • Joseph Emonds – Judenretter und Pazifist aus Terheeg. Der Kirchheimer Dechant Joseph Emonds wird posthum von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ gewürdigt. In: Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes. Mit 12 Beiträgen von 10 Autoren (= Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Nr. 30). Erkelenz 2015, ISBN 9783981518283, S. 146–167.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchheim (Euskirchen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 86.