Kirchheim (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchheim
Kirchheim (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 39′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchheim (Unterfranken)
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 18,98 km2
Einwohner: 2168 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97268
Vorwahlen: 09366, 09336
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 153
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 2
97268 Kirchheim
Webpräsenz: www.kirchheim-ufr.de
Bürgermeister: Björn Jungbauer (CSU/Freie Bürger Kirchh.-Gaub.)
Lage der Gemeinde Kirchheim im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

Kirchheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim gehört zur Region Würzburg und ist Grenzgemeinde von Bayern zu Baden-Württemberg. Der namengebende Hauptort wird nahe am Ostrand vom Moosbach in südsüdwestlicher Richtung durchflossen, der sich am Südrand des Dorfes mit dem südsüdwestlich laufenden, es im Westen begrenzenden Rimbach zum Wittigbach vereint, der südlich weiterzieht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim gliedert sich in sieben Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Gaubüttelbrunn und Kirchheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnungen Kirchheims aus dem Jahr 742 befinden sich in den Würzburger Bistumsbüchern. Es war Teil des Hochstifts Würzburg (Stift St. Burkhard, ab 10. Jahrhundert ein Benediktinerkloster und von 1469 bis 1808 ein Kollegiatstift), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte. 1803 wurde das Hochstift Kirchheim säkularisiert und Bayern zugeschlagen; dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die vorher selbstständige Gemeinde Gaubüttelbrunn eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2124 Einwohner[3]
  • 1970: 2196 Einwohner[3]
  • 1987: 2008 Einwohner
  • 1991: 2059 Einwohner
  • 1995: 2279 Einwohner
  • 2000: 2295 Einwohner
  • 2005: 2194 Einwohner
  • 2010: 2185 Einwohner
  • 2015: 2168 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Björn Jungbauer (CSU/Freie Bürger Kirchh.-Gaub.). Er vertritt die Gemeinde auch als Kreisrat im Kreistag des Landkreises Würzburg.

Dem Gemeinderat gehören 14 Personen an. Die CSU/Freie Bürger stellt sieben Gemeinderäte, die SPD/Bürgerbündnis sechs Gemeinderäte und die Grünen/Bürgerbündnis einen Gemeinderat. Der 2. Bürgermeister ist Edwin Engert (CSU/FB) aus Gaubüttelbrunn.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kirchheim

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Rot; oben eine halbe silberne Lilie, unten drei silberne Spitzen.“

Wappenerklärung: Die silberne Lilie verweist auf die ehemalige Herrschaft, die das Stift St. Burkhard über Kirchheim ausübte. In einer Urkunde aus dem Jahr 832 werden Schenkungen von Kirchheim an dieses Stift erwähnt. In der kirchlichen Symbolik werden sowohl die Lilie als auch die Farbe Blau als Verweis auf Maria (Mutter Jesu) verwendet. Die drei silbernen Spitzen in Rot sind der sogenannte Fränkische Rechen und stehen für das Hochstift Würzburg, zu dessen Gebiet Kirchheim ebenfalls gehörte, sowie allgemein für Franken.

Das Wappen wurde der Gemeinde mit Erlass vom 4. Januar 1935 durch den Reichstatthalter in Bayern Franz von Epp verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeugnisse der ehemaligen jüdischen Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirchheim bestand vom 16. Jahrhundert bis 1908 eine kleine jüdische Landgemeinde. In einem 1667 erbauten Haus (Gartenstraße 3) waren eine Synagoge, eine Schule und eine Mikwe (1993 entdeckt) untergebracht.[5] Die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde wurden auf dem Jüdischen Friedhof Allersheim (Gemeinde Giebelstadt) bestattet. Die Gemeinde löste sich durch Abwanderung in die Städte selbst auf.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 188 und im Bereich Handel und Verkehr 24 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 53 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1288 ha, davon waren 1272 ha Ackerfläche und zwölf Hektar Dauergrünfläche.

Die Gemeinde ist vor allem durch die Steinindustrie geprägt und ist Sitz zahlreicher Natursteinfirmen. Kirchheim ist Hauptsitz von Zeidler & Wimmel, einem der größten Steinmetzunternehmen Deutschlands.

Die Gemeinde betreibt seit vielen Jahren ein Freibad und erhält dabei Unterstützung durch den Schwimmbadförderverein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westfrankenbahn am Haltepunkt in Kirchheim

In Kirchheim und in Gaubüttelbrunn befindet sich je ein Haltepunkt an der Frankenbahn Stuttgart–Würzburg. Zwischen Lauda und Würzburg verkehren die Regionalbahnen der Westfrankenbahn ungefähr im Zwei-Stunden-Takt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 65 Kindern
  • eine Volksschule mit 15 Lehrern und 283 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steffen Hofmann (* 1980), Mittelfeldspieler bei Rapid Wien, spielte in der Jugend bei 1. FC Kirchheim, TSV Kleinrinderfeld, Würzburger FV und Bayern München
  • Martha Merz (* 18. Dezember 1916 in Kirchheim), Bayerns erste Standesbeamtin. Sie lebte bis zu ihrem Tod († 21. Februar 2012) in Kelheim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeidler & Wimmel, Steinbruch- und Steinmetzbetrieb, gegründet 1776, Berlin, Bunzlau, Düsseldorf, Kirchheim U.-Fr.(= Archiv für Industrie und Handel, 1929), Berlin, Adolf Ecksteins Verlag, 1929.
  • Jutta Sporck-Pfitzer (Autorin), Landkreis Würzburg (Hrsg.), Die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Landkreis Würzburg, Würzburg 1988, zu Kirchheim: S. 67–69.
  • Israel Schwierz, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (= Band A 85), Bamberg, Bamberg, Bayerische Verlags-Anstalt, 2. überarbeitete Auflage 1992, ISBN 3-87052-398-0, zu Kirchheim: S. 81.
  • Hans-Peter Süss, Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberpfalz (= Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands, Band 25), Büchenbach, Verlag Dr. Faustus, 2010, (zugleich Hochschulschrift Universität Bamberg, Magisterarbeit, 2008), ISBN 978-3-933474-69-8, zu Kirchheim: S. 74–76.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchheim (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/191704&attr=OBJ&val=1801
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  4. http://www.kirchheim-ufr.de/index.php?id=0,35
  5. Joachim Braun (Mitarbeit), Artikel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde, zu Synagoge und zur Entdeckung der Mikwe. Hier auch Literatur und Links zum Thema