Kirchheim (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchheim
Kirchheim (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 39′ N, 9° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchheim
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 18,98 km2
Einwohner: 2225 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97268
Vorwahlen: 09366, 09336
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 153
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
97268 Kirchheim
Website: www.kirchheim-ufr.de
Erster Bürgermeister: Björn Jungbauer
Lage der Gemeinde Kirchheim im Landkreis Würzburg
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Kirchheim (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (umgangssprachlich Kihri) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheim gehört zur Region Würzburg und ist Grenzgemeinde von Bayern zu Baden-Württemberg. Der namengebende Hauptort wird nahe am Ostrand vom Moosbach in südsüdwestlicher Richtung durchflossen, der sich am Südrand des Dorfes mit dem südsüdwestlich laufenden, es im Westen begrenzenden Rimbach zum Wittigbach vereint, der südlich weiterzieht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es gibt die Gemarkungen Gaubüttelbrunn und Kirchheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnungen Kirchheims aus dem Jahr 742 befinden sich in den Würzburger Bistumsbüchern. Es war Teil des Hochstifts Würzburg (Stift St. Burkhard, ab 10. Jahrhundert ein Benediktinerkloster und von 1469 bis 1808 ein Kollegiatstift), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte. 1803 wurde das Hochstift Kirchheim säkularisiert und Bayern zugeschlagen; dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Gaubüttelbrunn eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2124 Einwohner[3]
  • 1970: 2196 Einwohner[3]
  • 1987: 2008 Einwohner
  • 1991: 2059 Einwohner
  • 1995: 2279 Einwohner
  • 2000: 2295 Einwohner
  • 2005: 2194 Einwohner
  • 2010: 2185 Einwohner
  • 2015: 2168 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1997 auf 2134 um 137 Einwohner bzw. um 6,9 %. 1998 hatte die Gemeinde 2310 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020[4]
(in %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,55
29,55
15,90
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a CSU einschließlich FB
b SPD einschließlich BL
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Kirchheim (15. März 2020)
   
Insgesamt 14 Sitze

CSU einschließlich FB; SPD einschließlich BL

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1.777 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Kirchheim 1.319 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 74,23 % lag.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Björn Jungbauer[5] (CSU/Freie Bürger Kirchh.-Gaub.). Dieser vertritt die Gemeinde auch als Kreisrat im Kreistag des Landkreises Würzburg. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 82,68 % der Stimmen wiedergewählt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kirchheim
Blasonierung:Geteilt von Blau und Rot; oben eine halbe silberne Lilie, unten drei silberne Spitzen.“[7]

Das Wappen wurde der Gemeinde mit Erlass vom 4. Januar 1935 durch den Reichstatthalter in Bayern Franz von Epp verliehen.[7]

Wappenbegründung: Die silberne Lilie verweist auf die ehemalige Herrschaft, die das Stift St. Burkhard über Kirchheim ausübte und dessen Wappen die Lilie in zeigt[8]. In einer Urkunde aus dem Jahr 832 werden Schenkungen von Kirchheim an dieses Stift erwähnt. In der kirchlichen Symbolik werden sowohl die Lilie als auch die Farbe Blau als Verweis auf Maria (Mutter Jesu) verwendet. Die drei silbernen Spitzen in Rot sind der sogenannte Fränkische Rechen und stehen für das Hochstift Würzburg, zu dessen Gebiet Kirchheim ebenfalls gehörte, sowie allgemein für Franken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeugnisse der ehemaligen jüdischen Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirchheim bestand vom 16. Jahrhundert bis 1908 eine kleine jüdische Landgemeinde. In einem 1667 erbauten Haus (Gartenstraße 3) waren eine Synagoge, eine Schule und eine Mikwe (1993 entdeckt) untergebracht.[9] Die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde wurden auf dem Jüdischen Friedhof Allersheim (Gemeinde Giebelstadt) bestattet. Die Gemeinde löste sich durch Abwanderung in die Städte selbst auf.

Eiche am Egenburgerhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine seit 1968 als Naturdenkmal geschützte, mindestens 400-jährige Stieleiche mit einem Stammumfang von 7,54 m (gemessen 2015 in Brusthöhe).[10]

Eiche am Egenburgerhof
Stamm

Die in die Liste markanter und alter Baumexemplare in Deutschland eingetragene und regional bedeutsame Eiche steht auf einem eingezäunten Privatgrund und ist nicht frei zugänglich. Der Stamm ist auf einer Seite geöffnet und bis in den Kronenansatz teilweise hohl beziehungsweise morsch. Die Öffnung reicht keilförmig spitz zulaufend bis zum Boden. In etwa drei Meter Höhe löst sich der Stamm in drei Starkäste auf, von denen einer abgebrochen ist. Ein rindenloser Astansatz von etwa einem Meter Länge ist stehen geblieben. Die Eiche hat eine große geschlossene harmonische Krone.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 188 und im Bereich Handel und Verkehr 24 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 53 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1288 ha, davon waren 1272 ha Ackerfläche und zwölf Hektar Dauergrünfläche.

Die Gemeinde ist vor allem durch die Steinindustrie geprägt und ist Sitz zahlreicher Natursteinverarbeiter. Kirchheim ist Hauptsitz von Zeidler & Wimmel, einem der größten Steinmetzunternehmen Deutschlands.

Die Gemeinde betreibt seit vielen Jahren ein Freibad und erhält dabei Unterstützung durch den Schwimmbadförderverein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainfrankenbahn am Haltepunkt in Kirchheim

In Kirchheim und in Gaubüttelbrunn befindet sich je ein Haltepunkt an der Frankenbahn Stuttgart–Würzburg. Zwischen Lauda und Würzburg verkehren die Regionalbahnen der Mainfrankenbahn im Ein-Stunden-Takt, am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt.

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 65 Kindern
  • eine Volksschule mit 15 Lehrern und 283 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steffen Hofmann (* 1980), Mittelfeldspieler bei Rapid Wien, spielte in der Jugend bei 1. FC Kirchheim, Würzburger FV und Bayern München
  • Martha Merz (* 18. Dezember 1916 in Kirchheim), Bayerns erste Standesbeamtin. Sie lebte bis zu ihrem Tod († 21. Februar 2012) in Kelheim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Kirchheim. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 108 (Digitalisat).
  • Jutta Sporck-Pfitzer (Autorin), Landkreis Würzburg (Hrsg.), Die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Landkreis Würzburg, Würzburg 1988, zu Kirchheim: S. 67–69.
  • Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, S. 377 (Digitalisat).
  • Israel Schwierz, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (= Band A 85), Bamberg, Bamberg, Bayerische Verlags-Anstalt, 2. überarbeitete Auflage 1992, ISBN 3-87052-398-0, zu Kirchheim: S. 81.
  • Hans-Peter Süss, Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberpfalz (= Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands, Band 25), Büchenbach, Verlag Dr. Faustus, 2010, (zugleich Hochschulschrift Universität Bamberg, Magisterarbeit, 2008), ISBN 978-3-933474-69-8, zu Kirchheim: S. 74–76.
  • Zeidler & Wimmel, Steinbruch- und Steinmetzbetrieb, gegründet 1776, Berlin, Bunzlau, Düsseldorf, Kirchheim U.-Fr.(= Archiv für Industrie und Handel, 1929), Berlin, Adolf Ecksteins Verlag, 1929.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kirchheim (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kirchheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. März 2021.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  4. a b Gemeinderatswahl 2020
  5. Gemeinderat-Detailansicht. Gemeinde Kirchheim, abgerufen am 31. August 2020.
  6. Bürgermeisterwahl 2020
  7. a b Eintrag zum Wappen von Kirchheim (Unterfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. September 2017.
  8. Das Wappen des Stifts von St. Burkhard zeigt im Original die Lilie in Gold auf blauem Feld
  9. Joachim Braun (Mitarbeit), Artikel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde, zu Synagoge und zur Entdeckung der Mikwe. Hier auch Literatur und Links zum Thema
  10. „Eiche beim Hof Egenburg“ in „Monumentale Eichen“ von Rainer Lippert, bei www.monumentale-eichen.de