Kirchhoff Gruppe

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Kirchhoff Gruppe
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Rechtsform
Gründung 1785
Sitz Iserlohn, Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 11.500 (2016)[1]
Umsatz 1,975 Milliarden Euro (2016)[1]
Branche Automobilzulieferer, Fahrzeugbau, Fahrzeugumrüstung, Handwerkzeuge
Website www.kirchhoff-group.com
Stand: 2016

Iserlohn, Stefanstraße 2

Die Kirchhoff Gruppe ist ein Unternehmen mit internationaler Ausrichtung, das in den vier Geschäftsfeldern Kirchhoff Automotive, Kirchhoff Mobility, Witte Werkzeuge und Kirchhoff Ecotec tätig ist. Es ist seit vier Generationen im Besitz der Familie Kirchhoff und erzielte 2016 einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro mit über 11.500 Beschäftigten weltweit.[2]

Hauptgeschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchhoff Gruppe gliedert sich in vier Geschäftsfelder:[3]

  • Kirchhoff Automotive entwickelt und fertigt komplexe Metall- und Hybridstrukturen für Rohkarosserie und Fahrwerk und beliefert damit global alle Fahrzeughersteller
  • Kirchhoff Mobility fertigt für individuelle Fahrzeugumrüstungen für mobilitätseingeschränkte Personen.
  • Kirchhoff Ecotec umfasst die Umwelt- und Entsorgungslogistik-Sparte der Kirchhoff Gruppe. Zu diesem Bereich gehören die drei Marken Faun, Zoeller und Hidromak. Die Firmen sind Hersteller von Müllfahrzeugen, Kehrmaschinen und Liftersystemen.
  • Witte-Werkzeuge ist ein Hersteller von Schraubwerkzeugen in Europa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1785 produzierte der in Südwestfalen beheimatete Mittelständler zunächst Nähnadeln, die er weltweit vertrieb. Zusätzlich zur Nadelfabrikation baute Friedrich Kirchhoff 1894 das erste Presswerk für die Fahrzeugindustrie auf. Hier wurden anfangs Waggonteile für die Eisenbahn produziert, später Fahrzeugteile für Lastkraftwagen. Ab 1950 wurde die Nadelproduktion nach und nach eingestellt und dafür wurden Schraubwerkzeuge, überwiegend zunächst Schraubendreher unter dem Namen Witte Werkzeuge, heute Witte gefertigt. Das in Hagen ansässige Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Schraubendreherserien, Bits und Bit-Boxen. Das Unternehmen fertigt einerseits Produkte für die Eigenmarke WITTE. Andererseits zählen Markenhersteller des internationalen Werkzeugmarktes zu den Kunden. 1955 bis 1982 produzierte das Unternehmen auch Elektrogeräte, Speicherheizgeräte und erste Mikrowellen-Backöfen. Diese Sparte wurde 1980 verkauft.

Mit der Übernahme des Attendorner Automobilzulieferers M. Kutsch 1984 stieg das Unternehmen zusätzlich in die Fertigung von Pkw Struktur- und Fahrwerksteilen ein, dem heute größten Bereich von Kirchhoff Automotive. Mit einem ersten Standort in Portugal startete in den 1990er Jahren die Internationalisierung der Produktion zunächst in Europa, dann in Asien und Nordamerika. 2016 wurde die Übernahme des Nordamerikanischen Unternehmens Van Rob Inc. mit 11 Werken in Kanada, USA und Mexico abgeschlossen. Kirchhoff Automotive ist heute Entwicklungspartner der Automobilindustrie und Komplettanbieter für komplexe Metall- und Hybridstrukturen für Rohkarosserie und Fahrwerk sowie Crash Management Systeme und Armaturentafelträger. Das Unternehmen betreibt 30 Werke mit rund 9000 Mitarbeitern auf drei Kontinenten.

1994 investierte die Kirchhoff Gruppe in die Umwelt- und Entsorgungslogistiksparte und übernahm die 1845 gegründete Faun GmbH (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg), Hersteller von Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen. Die Faun Gruppe beschäftigt weltweit 1.400 Mitarbeiter, unterhält fünf Werke und ist nach Eigenangaben einer der führenden Anbieter von Fahrzeuglogistik und IoT-Konzepten für die Entsorgungsbranche. Richtungsweisende Entwicklungen waren das weltweit erste Abfallsammelfahrzeug mit Hybrid-Technologie oder Brennstoffzellenantrieb. 2005 erfolgte die Integration der Zoeller Gruppe in den Unternehmensverbund. Das Mainzer Unternehmen war mit seiner Gründung 1938 ein Pionier in der Entwicklung von Kippeinrichtungen, sogenannten Liftersystemen. Heute zählt die Zöller-Kipper GmbH zu den Komplettanbietern von Liftersystemen und Entsorgungsfahrzeugen. Fünf Produktionswerke und 1.300 Mitarbeiter zählen zur Gruppe. Zur Erschließung neuer Märkte im asiatischen und arabischen Raum kooperiert die Kirchhoff Ecotec seit 2015 mit dem türkischen Anbieter Hidro-mak. Das Familienunternehmen fertigt und vertreibt seit 1961 Müllfahrzeuge, Kehrmaschinen und Liftersysteme.

Der vierte Unternehmensbereich der Kirchhoff Gruppe kam 2006 mit der Übernahme der Reha Group Automotive hinzu, die seit Anfang der 80er Jahr als unabhängiger Fahrzeugumrüster für mobilitätseingeschränkte Personen Pionierarbeit in Deutschland geleistet hatte. Heute unterhält Kirchhoff Mobility ein Service- und Werkstattnetz von 11 Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jedes Jahr verlassen mehr als 3000 individuell umgebaute Fahrzeuge die Betriebe.

Umsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsjahr Gesamtumsatz[1] Mitarbeiteranzahl
2012 1,590 Mrd. EUR 9200
2013 1,615 Mrd. EUR 10500
2014 1,655 Mrd. EUR 10500
2015 1,825 Mrd. EUR 10500
2016 1,975 Mrd. EUR 11500
2017 2,1 Mrd. EUR 12300

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kirchhoff Automotive: KIRCHHOFF Gruppe. Abgerufen am 22. August 2017.
  2. Unternehmen. Abgerufen am 21. August 2017.
  3. Unternehmensbereiche. Kirchhoff, abgerufen am 11. Februar 2014.