Kirchhoven

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Kirchhoven
Stadt Heinsberg
Koordinaten: 51° 4′ 26″ N, 6° 4′ 24″ O
Höhe: 43 m
Einwohner: 3000
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52525
Vorwahl: 02452

Kirchhoven ist ein Ortsteil der Stadt Heinsberg im Kreis Heinsberg, Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort grenzt im Norden und Westen an die Gemeinde Waldfeucht im Norden an die Ortschaft Haaren, im Westen an Braunsrath. Im Süden und Osten grenzt der Ort an die Stadt Heinsberg, im Süden an den Stadtteil Zentrum, und im Osten an Kempen, Theberath und Karken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist aus einzelnen Siedlungen, die aus Fronhöfen bestanden, zusammengewachsen. 1255 hatte der Ort eine Kirche, die zum Heinsberger Gangolfusstift gehörte.

Am 1. Januar 1972 wurde Kirchhoven in die Stadt Heinsberg eingegliedert.[1]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmühle Kirchhoven
Kapelle Lümbach

Kornmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lümbacher Windmühle Clarissa in Kirchhoven wurde 1882 vom Müller Nikolaus Geffers gebaut, 1919 - nach dem Arbeitsunfall seines Sohnes Leonhard - an Gerhard Krings verkauft. Im Februar 1945 wurde sie durch Mörserbeschuss beschädigt und nach Kriegsende wieder in Betrieb genommen. 1964 wurde sie an den Schwiegersohn Josef Tümmers übergeben und nach dessen Tod 1998 an seine Tochter Annemie Boden vererbt. Benannt wurde "Clarissa" nach der Enkeltochter des letzten aktiven Müllers, Josef Tümmers. Gewerbsmäßig ist die Mühle seit 1956 stillgelegt. 1983 wurde sie generalüberholt und bekam neue Flügel, einen neuen Mahlgang und eine neue Haube. Es bietet sich an, die Mühle auf Anfrage zu besichtigen, an einigen Tagen im Jahr ist sie geöffnet (Deutscher Mühlentag, immer am Pfingst-Montag und am Tag des offenen Denkmals, dem 2. September-Sonntag). Außerdem ist die "Lümbacher Mühle" eine von vier Windmühlen des Muehlenverein-Selfkant. In der Regel ist sie freitags von 14 bis 17 Uhr mit bis zu 4 Müllern besetzt, da dann die Ausbildung der freiwilligen Müller stattfindet. Sie liegt direkt an der Selfkant-Mühlenstraße.

Sankt Hubertus Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sankt Hubertus Kirche ist der Mittelpunkt des Ortes. Die heutige Kirche wurde 1846 errichtet, anstelle eines Vorbaus. Die Kirche wurde nach den Plänen von Johan Baptis Cremer aus Linnich gebaut. Eine Glocke stammt aus dem Jahr 1638, die Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert, das Sakramenthaus ist aus dem 14./15. Jahrhundert.

Kapelle Lümbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Prozessionskapelle befindet sich im Ortsteil Lümbach an der Ecke Lümbacher Weg und Lindenstraße. Sie wurde 1960 von den Bewohnern des Ortes errichtet und ist der Heiligen Jungfrau der Armen geweiht. Der Backsteinbau ist mit einem steilen, schieferbeschlagenen Satteldach bedeckt. Im Inneren befindet sich eine Nische mit einer Marienfigur, welche zugleich als Altar dient. An der Innenwand ist eine Bitttafel angebracht. Abgeschlossen wird der Raum durch ein schmiedeeisernes Gitter.[2]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Heinsberg (Lage "Kirchhoven")

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Kreisstraße 5 von Lindern nach Gangelt. In Zukunft soll sie den Ort umgehen. Es wird geplant, eine Umgehung um Haaren und Kirchhoven zu bauen.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert plante man eine Kleinbahnstrecke vom Bahnhof Heinsberg nach Sittard. Sie wurde aufgrund der hohen Kosten nie gebaut. Es gibt allerdings noch heute Spekulationen, dass die Heinsberger Bahn bis nach Roermond erweitert wird. Damit würde Kirchhoven oder ein Nachbarort einen Bahnhof oder Haltepunkt bekommen.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort fahren Busse von Waldfeucht nach Heinsberg Bus-Bahnhof.

Gewerbegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Ortsrand liegt ein kleines Gewerbegebiet.

Baggerseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich des Ortes liegen drei Seen, die einmal für Kies ausgebaggert worden sind. Heute ist nur noch einer in Betrieb, der andere dient als Erholungssee. Der dritte wurde als Naturschutzgebiet eingezäunt.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad Kirchhoven, 50 Meter Schwimmbecken mit einer Wasserfläche von 1.265 m²[3], 6 Sprungtürme 1er, 3er und 5er, Startblöcke, Wasserrutsche im Nichtschwimmerbereich, Kinderplanschbecken mit einer Wasserfläche von 200 m² mit kleiner Rutsche. Große Liegewiese, Kiosk, kostenloser Internetzugang per WLAN. Das Freibad Kirchhoven wird seit dem 4. Juni 2016 vom Förderverein Freibad Kirchhoven e. V. betrieben.
  • Lago Laprello, Schwimmsee, freier Eintritt, abgegrenzter Schwimmbereich mit Sandstrand und Bootsverleih
  • Squashhalle und Tennisplätze
  • Fußballplätze
  • Spielplätze

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten
  • Tierheim
  • Jugendheim

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  2. Bischöfliches Generalvikariat Aachen (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach, 3. Ausgabe 1994, ISBN 3-87448-172-7
  3. Stadtwerke Heinsberg GmbH | Freibad Kirchhoven. Abgerufen am 10. September 2017 (de-de).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco Kieser: Die Baudenkmäler im Kreis Heinsberg. Stadtgebiet Heinsberg 2. Teil. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 2010, S. 131–147.

Nachweise zu geografischen Angaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Planmappe No 2 Kreis Heinsberg vom Blees Verlag aus Düren

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchhoven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien