Kirchhundem (Ort)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Basisdaten
Land Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk Regierungsbezirk Arnsberg
Landkreis Kreis Olpe
Gemeinde Kirchhundem

Kirchhundem ist ein Ort in der Gemeinde Kirchhundem und gleichzeitig ihr Verwaltungssitz. Zum 31. Dezember 2013 hatte der Ort 2190 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausdehnung des Ortsgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhundem liegt an den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges. Der Ort wird von dem Fluss Hundem durchflossen, in den hier die Flape und die Olpe münden.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Kirchhundem sind Herrntrop, Würdinghausen, Flape, Hofolpe und Lennestadt-Altenhundem (Verwaltungssitz und Zentrum der Stadt Lennestadt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhundem im Jahr 1892

Die als gesichert geltende Ersterwähnung des Dorfes stammt von 1249 ("altaris sancte Margarite in Hundeme). Zu dieser Zeit war das Dorf bereits Pfarrort.

Die früheste Nachricht des Kirchspiels Hundem stammt von 1262, als Edelherr Adolf von Grafschaft dem Kloster Grafschaft den Zehnten in der Pfarrei Hundem verkaufte, den die Brüder Ditmar und Arnold, Ritter und Vögte in Hundem, von ihm zu Lehen hatten.

Das Grundwort des Ortsnamens kommt von dem den Ort durchfließenden Fluss, der Hundem. Eine Bezugnahme auf das germanische „hunda“ für „schwellend“ führt zu dem möglichen Namensinhalt „schwellender Bach“. Der neuhochdeutsche Zusatz "Kirch-" kennzeichnet den Status als Pfarrort und dient der Unterscheidung von den Nachbarorten Altenhundem und Oberhundem.[2]

In der Geschichte von Kirchhundem fanden mindestens zwei bedeutende Brandkatastrophen statt, 1564 und 1819. Bei letzterer wurde das heutige Aussehen des Ortskerns, insbesondere der Flaper Straße, geprägt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Peter und Paul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche mit dem Patrozinium St. Peter und Paul wurde während des Ersten Weltkrieges von dem Bauunternehmer Anton Sunder-Plassmann aus Förde (heute: Grevenbrück) nach Plänen des Architekten Joseph Buchkremer aus Aachen errichtet. Auf Wunsch des Provinzialkonservators blieben an der Westseite der neuen Kirche Teile der alten Pfarrkirche erhalten. Eine Besonderheit dieser Kirche sind die zwei Orgeln:

  • Historische Barockorgel von 1701 des Bielefelder Orgelmachers Peter Henrich Varenholt. 1814 wesentliche Veränderungen durch Christian Roetzel. Prächtiges Barockgehäuse des Tischlers Johann Viegener aus Netphen mit Schnitzereien des Bildhauers Johann Sasse, Attendorn.
  • Orgel der Firma Anton Feith, Paderborn, von 1940, die dem Klangideal der deutschen Spätromantik verpflichtet ist.

Als älteste Pfarrei im östlichen Teil der Herrschaft Bilstein, abgepfarrt von der Mutterpfarrei Wormbach wurde die Eigenkirche in „Hundem“ bereits 1261 genannt. Von dem alten Vorgängerbau stehen heute noch zwei Joche und der Unterbau des Turmes, welche nach Grundsteinen 1340 und 1470 belegt sind. Von 1701/02 stammt auch die alte Orgel mit Schnitzarbeiten aus der Bildhauerwerkstatt Sasse in Attendorn. Die heutige neugotische Pfarrkirche wurde 1915–1917 während des Ersten Weltkrieges quer zur alten romanischen Kirche errichtet. Die alte Kirche hatte drei Kirchenschiffe mit jeweils vier Jochen. Das westliche Joch des südlichen Seitenschiffs hatte zwei Geschosse, Kreuzgewölbe mit Graten und Scheitelkehlen zwischen spitzbogigen Gurten und Wandblenden auf Säulen, Pfeiler und Wandpfeiler mit halbrunden Vorlagen.

Vor der Kirche ist ein Dreihasenbild in den Boden eingelassen.

Dreihasenbild
Vasbachkapelle

Vasbachkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vasbachkapelle (St.-Georgs-Kapelle) wurde 1677 von Georg Vasbach mit dem Architekten Heinrich Leist geplant und am 8. Dezember 1680 vom damaligen Abt des Klosters Grafschaft, Gottfried von Grafschaft, eingeweiht. Von 1997 bis 2000 wurde die Kapelle umfangreich renoviert. Bei einem Einbruch Ende der 1970er Jahre wurden Heiligenstatuen und die Hängemadonna entwendet. Das ebenfalls gestohlene Altargemälde (Mariae Verkündigung) von Johann Georg Rudolphi, wurde Anfang der 1980er Jahre vom Schwarzmarkt für das Kreisheimatmuseum Attendorn (heute Südsauerlandmuseum) zurückerworben. Bei der Renovierung der Kapelle wurde eine farbige Reproduktion des Gemäldes in den Altar eingearbeitet. Der Altar selbst ist eine Arbeit aus der Attendorner Werkstatt von Johannes Valentorn, der mit dem Bildhauer Johannes Sasse kooperierte. Die Kapelle ist in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen.

Rathaus

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus in Kirchhundem war früher Amtsverwaltung des 1843/44 gebildeten Amtes Kirchhundem. Es wurde von 1903 bis 1905 im Jugendstil errichtet. Im Bereich des Zugangs zum Rathaus ist ein Stolperstein in den Boden eingelassen.

Vereine und Gemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Dorfgemeinschaft sehr wichtig ist der Schützenverein Kirchhundem 1908 e.V., dem über 700 Schützenbrüder und Schützenschwestern angeschlossen sind. Dieser ist Eigentümer der Schützenhalle, in der viele Veranstaltungen stattfinden. Außerdem richtet der Verein jedes Jahr das Schützenfest aus, dass sich über drei Tage erstreckt und als gesellschaftlicher Höhepunkt eines Jahres bezeichnet werden kann.

Der Bürgerverein Kirchhundem e.V. hat sich die Heimatpflege und Heimatkunde sowie die Dorfentwicklung zur Aufgabe gemacht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportliche Aktivitäten ermöglichen die Turnhallen der Grund- und Hauptschule sowie der Kunstrasenplatz und die daneben befindlichen Tennisplätze.

Der FC Kirchhundem 1946 e.V. spielt in der Kreisliga. Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Einweihung des Kunstrasenplatz im Jahr 2005.

Der TV Kirchhundem bildet mit über 1300 Mitgliedern und neun Abteilungen den größten Mehrsparten-Sportverein der Gemeinde. Im Sommer bestehen 36 und im Winter 38 verschiedene Sportangebote.

Gesang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MGV „Liedertafel-Eintracht“ 1853 Kirchhundem errang im Jahr 2007 den Titel „Meisterchor im Chorverband NRW (2007-2012)“. Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren unter anderem Konzerte mit den Regensburger Domspatzen und den Mainzer Hofsängern.

Am 29. August 2008 haben sich der Kath. Kirchenchor „St. Peter und Paul/St. Bartholomäus“ Kirchhundem/Würdinghausen und der Kath. Kirchenchor „St. Cäcilia“ Oberhundem zu einem gemeinsamen Chor zusammengeschlossen, der nun den Namen Kath. Kirchenchor St. Cäcilia Hundemtal trägt.

Hilfsorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchhundem verrichtet seit 1907 ihren Dienst für die Mitmenschen. Das Deutsche Rote Kreuz unterhält hier eine Ortsgruppe.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirchhundem befinden sich ein katholischer Kindergarten, eine katholische Grundschule sowie eine Gemeinschaftshauptschule. Ab dem Schuljahr 2014/15 wird eine gemeinsame Sekundarschule der Gemeinde Kirchhundem und der Stadt Lennestadt eingerichtet, die die Hauptschule jahrgangsweise ersetzt.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhundems Wahlspruch

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paula Best-Vasbach: Die Vasbachs auf Vasbach – eine Familienchronik 1490-1946, Münster, 1949.
  • Ernst und Käthe Henrichs (aufgezeichnet und zusammengestellt): Zeit der Frauen – Kirchhundemer Frauen berichten aus schwerer Zeit, Herausgeber: Verkehrs- und Verschönerungsverein Kirchhundem 1881, Kirchhundem, 1996.
  • Ernst und Käthe Henrichs: Soldatenschicksale – Gefallene und Vermißte des 2. Weltkrieges aus Kirchhundem, Flape und Herrntrop, Herausgeber: Verkehrs- und Verschönerungsverein Kirchhundem 1881, Kirchhundem, 2003.
  • Helmut Schauerte: Geschichte und Geschichten von Kirchhundem am Rothaargebirge, Herausgeber:Verkehrs- und Verschönerungsverein 1881 e.V. Kirchhundem, Kirchhundem 1981.
  • Martin Vormberg: Brandkatastrophen in Oberhundem und Kirchhundem vor 175 bzw. 170 Jahren. In: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. 155. Folge, 2/1989. S. 102 ff.
  • Martin Vormberg: Vasbach-Kapelle bei Kirchhundem. In: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. 195. Folge, 2/1999. S. 129 ff.
  • Martin aVormberg: 100 Jahre Rathaus Kirchhundem. Festschrift zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2005. Kirchhundem 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchhundem – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Kirchhundem: Orte, abgerufen am 13. Januar 2015
  2. vgl. Michael Flöer: Die Ortsnamen des Kreises Olpe. Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2014, S. 138–141
  3. Sekundarschule Hunde-Lenne auf der Homepage der Gemeinde Kirchhundem

Koordinaten: 51° 5′ N, 8° 5′ O