Kirchlinde

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Kirchlinde
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 32′ 0″ N, 7° 22′ 0″ O
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 3,48 km²
Einwohner: 10.996 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.156 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahlen: 44379, 44388
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 84
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Über dieses Bild
Lage von Kirchlinde in Dortmund

Kirchlinde (niederdeutsch: Keärklinne[2]) ist der Statistische Bezirk 84 und zugleich ein Stadtteil im Nordwesten der kreisfreien Großstadt Dortmund. Er gehört zum Stadtbezirk Huckarde.

Über die erste urkundliche Erwähnung Kirchlindes gibt es teilweise recht widersprüchliche Angaben. Die Urkunde des Klosters Werden aus dem Jahr 880 in der „ein vollfreier Mann Egilmar in Linni“ als Abgabenpflichter aufgeführt wird, gilt heute als die sicherste Quelle.[3]

1231 verkauften die Grafen von Dassel ihren aus der Zeit Rainalds stammenden Kirchlinder Besitz, der Hof, Äcker und Kapelle umfasste, an das Katharinenkloster Dortmund.[4]

Im 13. Jahrhundert tauchte erstmals neben den benachbarten – heute zu Castrop-Rauxel gehörenden – Gemeinden Frohlinde und Merklinde die Bezeichnung Kercklinde oder Kericlinde auf. Das lässt darauf schließen, dass es zu dieser Zeit bereits eine Kirche im Ort gab. Der Name Linne oder Lynne wird von dem in heidnischer Zeit der Göttin Frija (Frigga) geweihten Lindenbaum abgeleitet. Über Jahrhunderte standen an der Straße Im Dorloh mehrere alte Linden, deren letzte im Jahre 1877 durch einen schweren Sturm gefällt wurde. Auch die alte Flurbezeichnung Dorloh lässt den Schluss zu, dass sich in früheren Jahrhunderten an dieser Stelle ein den Germanen heiliger Hain befunden hat. Die Silben Dor (Thor) und Loh (Wald oder Gehölz) deuten darauf hin. Eine Besiedlung Kirchlindes in vorchristlicher Zeit gilt deshalb als äußerst wahrscheinlich.

Nach alter Überlieferung befand sich im Quellbereich des Widey-Baches ein ebenfalls den germanischen Göttern geweihter heiliger Wald, in dem Opfer dargebracht wurden. Der Opferaltar befand sich im Bereich des Schnittpunktes Frohlinder Straße und Hilgenloh.

Bis im Jahr 1857 mit dem Bau der Zeche Zollern I/III begonnen wurde, waren Kirchlinde und die umliegenden Orte ein rein landwirtschaftlich geprägtes Gebiet. Es dauerte aber noch bis in das Jahr 1873, bis mit Hilfe von Investitionen des irischen Industriellen William Thomas Mulvany erstmals Kohle in Kirchlinde gefördert wurde. Die Ära der Steinkohle endete mit der Stilllegung der Schächte I und III im Jahre 1969.

Am 1. April 1928 wurde Kirchlinde nach Dortmund eingemeindet.[5]

Einmal im Jahr findet am Wochenende nach Pfingsten die Kirchlinder Woche, ein regionales Volksfest, im Ortskern auf der "Kirchlinder Kreuzung" statt.

Sehenswert ist die denkmalgeschützte Kirche St. Josef.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Höhe von 100 m ü. NN.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2015 lebten 11.996 Einwohner in Kirchlinde. Strukturdaten der Bevölkerung Kirchlindes: Minderjährigenquote: 21,1 % (Dortmunder Durchschnitt: 19,4 %), Altenquote: 29,1 % (Dortmunder Durchschnitt 30,0 %), Ausländeranteil: 10,5 % (Dortmunder Durchschnitt 16,3 %), Arbeitslosenquote: 13,2 % (Dortmunder Durchschnitt 12,3 %). Das Durchschnittseinkommen liegt leicht unter dem Dortmunder Durchschnitt.

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einw.
1987 10.330
2003 11.371
2008 11.331
2013 10.907
2015 10.996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht Dortmunder Statistik 2016 – Bevölkerung (PDF-Datei)
  2. Wilhelm Schleef: Dortmunder Wörterbuch. 1967. XXII, 298 S. (PDF; 3,9 MB)
  3. Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 4,I: Einleitung und Register. I. Namenregister, hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978; Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden, Sachregister, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958.
  4. Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Bände 60–61, 1963, S. 14, 70
  5. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 253.