Kirchseeon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kirchseeon
Kirchseeon
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kirchseeon hervorgehoben
Koordinaten: 48° 4′ N, 11° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 564 m ü. NHN
Fläche: 17,91 km²
Einwohner: 10.446 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 583 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85614
Vorwahl: 08091
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 124
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstr. 1
85614 Kirchseeon
Webpräsenz: www.kirchseeon.de
Bürgermeister: Udo Ockel (CSU)
Lage des Marktes Kirchseeon im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Kirchseeon ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchseeon liegt in der Region München im Alpenvorland in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft am Südrand des Ebersberger Forstes rund 26 km östlich der Landeshauptstadt München, 7 km nordwestlich von Grafing, 31 km südlich von Erding und 7 km von der Kreisstadt Ebersberg entfernt. Eine gute Verkehrsanbindung ist durch die Bundesstraße 304 und die Bahnstrecke München-Rosenheim gewährleistet. Zum Flughafen München sind es etwa 46 km und zur A 99 (Anschlussstelle Haar) 12 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Kirchseeon besteht aus der Hauptortschaft und folgenden Ortsteilen:

  • Buch
  • Diana (Forsthaus)
  • Eglharting
  • Forstseeon
  • Ilching
  • Kirchseeon-Dorf
  • Neukirch
  • Osterseeon
  • Riedering

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarrkirche St. Joseph

Buch ist der älteste Ortsteil der Gemeinde Kirchseeon, der schon 809 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 842 wird ein Ort namens Sevun erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Chirichsewe erscheint erstmals im 14. Jahrhundert. Kloster Ebersberg unterhielt in Kirchseeon bis zur Säkularisation ein kleines Nebenkloster. Das heutige Zentrum Kirchseeons entstand 1868, als die Eisenbahn von München nach Rosenheim gebaut wurde und im dichten Wald zwischen den Dörfern Kirchseeon und Eglharting eine Fabrik zur Herstellung der benötigten Schwellen errichtet wurde. Die dadurch neu entstandene Siedlung entwickelte sich rasch. Als nach einer Naturkatastrophe 1889 ein Großteil der umliegenden ausgedehnten Waldungen dem Fraß des Nonnenschmetterlings zum Opfer fiel und nicht nur das Schwellenwerk erweitert, sondern noch mehrere Privatsägen erbaut wurden, überflügelte die Einwohnerzahl die der anderen Ortsteile. Am 28. März 1939 wurde die 1818 entstandene bisherige Gemeinde Eglharting, zu der Kirchseeon gehört hatte, in die Gemeinde Kirchseeon umbenannt.[2] Ortsteile waren auch noch die Dörfer Buch und Kirchseeon-Dorf sowie die Weiler Forst- und Osterseeon, Neukirch, Ilching und Riedering. Gleichzeitig erfolgte kirchlicherseits die Erhebung zu einer Pfarrkuratie. Die Neoromanische Pfarrkirche St. Joseph (Arbeiterpatron) wurde äußerlich stark an die Münchener Basilika St. Benno angelehnt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bedingt durch die Nähe zu den Schwellenwerken, erfolgte anschließend eine sehr vereinfachte Erneuerung. 1959 wurde der Ort zum Markt erhoben. Da auch die Einwohnerzahl von Eglharting stark angestiegen war, wurde im Januar 1973 die „Erlöserkirche“ in Eglharting geweiht. 1974 wurde ein neues Rathaus fertiggestellt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 53,7 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,3 %
29,4 %
17,4 %
12,8 %
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat von Kirchseeon:[4]

Partei / Liste CSU SPD FW Grüne Gesamt
Sitze 8 6 3 3 20

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der Erste Bürgermeister an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister von Kirchseeon ist seit 2002 Udo Ockel. Er wurde bei der Kommunalwahl von 2014 mit 52,3 % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Grün zwischen zwei bewurzelten goldenen Nadelbäumen ein silberner Nonnenschmetterling.

Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind durch die einsetzende Bebauung vor allem mit einzelstehenden Häusern die bis dahin isolierten Ortsteile Eglharting, Kirchseeon und Kirchseeon-Dorf entlang der Bundesstraße 304 (München-Wasserburg) zu einem Markt mit einem Ortskern in Kirchseeon-Bahnhof und einem Unterkern in Eglharting verschmolzen. In beiden Zentren finden sich Supermärkte, im Ortsteil Kirchseeon findet sich eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Geschäfte.

Entlang der B 304 und der viergleisigen Bahnlinie sind die Grundstücke Verkehrslärm ausgesetzt, im Gegensatz dazu sind die Randgebiete sehr ruhig.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Kirchseeon und den Ortsteilen gibt es fünf Kindergärten und zwei Horte.
  • Des Weiteren gibt es eine Volksschule mit jeweils einem Gebäude im Ortsteil Kirchseeon und Eglharting.
  • Das Gymnasium wurde am 16. September 2008 eröffnet.
  • Die Zentrale des Berufsförderungswerks München mit Internatsgebäude befindet sich in Kirchseeon.
  • Ein Berufsbildungswerk gibt es im Ortsteil Kirchseeon-Dorf

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kirchseeon verfügt über vier Freiwillige Feuerwehren: FF Kirchseeon Markt, FF Kirchseeon-Dorf, FF Eglharting und FF Buch.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kirchseeon liegt an der Bundesstraße 304.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Kirchseeon verläuft südlich der Ortsmitte die Bahnstrecke München–Rosenheim. Die Bahnstrecke wurde am 15. Oktober 1871 eröffnet, gleichzeitig ging der Bahnhof Kirchseeon in Betrieb.[5] Aufgrund der wichtigen Bedeutung als Fernverkehrslinie in Richtung Süden und Südosten wurde die Bahnstrecke nach Rosenheim schon 1892 zweigleisig ausgebaut. 1897 wurde das östliche Vorortbahnnetz der Stadt München ausgebaut, dabei wurde der ebenfalls im Gemeindegebiet liegende Haltepunkt Eglharting, der am 1. Mai 1897 eröffnet wurde, eingerichtet. Im Ort befand sich außerdem ein Schwellenwerk, welches bis zum Ersten Weltkrieg über einen Gleisanschluss verfügte.[6] Im Jahr 1927 folgte die Elektrifizierung der Strecke, der Bahnhof Kirchseeon war trotz den zahlreichen Schnellzügen auf der Strecke nur durch einfache Personenzüge an München und Grafing angeschlossen.[7] Seit der Inbetriebnahme des Münchner S-Bahn-Netzes besteht von Kirchseeon aus ein 40-Minutentakt, seit dem 4-gleisigen Ausbau ein 20-Minuten-Takt nach München. Die Halte der Regionalverkehrszüge von München nach Rosenheim wurden jedoch ab 1972 aufgegeben. Heute besitzt der Bahnhof neben einem Empfangsgebäude den Hausbahnsteig und einen Seitenbahnsteig für den S-Bahn-Verkehr.[6][8]

Der Bahnhof Kirchseeon wird heute im 20-Minutentakt von Zügen der S-Bahn-Linie S4, die von Geltendorf über Buchenau, Fürstenfeldbruck, München, Vaterstetten, Zorneding, Kirchseeon, Grafing nach Ebersberg führt (Stand Februar 2013), bedient. In der Hauptverkehrszeit wird der Takt durch einzelne Fahrten der S-Bahn-Linie S6 von Tutzing über Starnberg, München, Zorneding und Kirchseeon nach Grafing Bahnhof verstärkt.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kirchseeon liegt im Verbundgebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Gemeinde ist nur an eine Buslinie des Verkehrsverbunds angeschlossen. Diese trägt die Liniennummer 442 und beginnt in Ebersberg. Die Buslinie verbindet von Ebersberg aus die nördlichen Ortsteile von Kirchseeon. Neben dem Bahnhof Kirchseeon wird der Haltepunkt in Eglharting bedient, von dort führt die Buslinie weiter nach Buch.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Koloniestrasse in Kirchseeon befindet sich die Eisenbahnersiedlung, auch Schwellenfabrikarbeitersiedlung genannt, die zwischen 1905 und 1906 errichtet wurde und aus sieben einzeln stehenden Mehrfamilienhäusern besteht. Die Wohnungsbewohner der Siedlung erhielten jeder einen Anteil Garten zur Selbstversorgung. Die Eisenbahnersiedlung steht seit 2013 unter Denkmalschutz. Der Straßenname geht auf die „Kolonisten“ zurück, Holzfäller-Familien, die um 1800 aus dem Bayerischen Wald kommend in Kirchseeon angesiedelt wurden.[9][10]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregor Ebner (1892–1974), ärztlicher Leiter der SS-Organisation Lebensborn, die für „Arisierung“ und Verschleppung von Kindern aus den besetzten osteuropäischen Ländern verantwortlich war.
  • Sepp Viellechner (* 1935), Volksmusiksänger
  • Ludwig Waldleitner (1913–1998), Filmproduzent
  • Hans Reupold, Günther Lohmeier, Texter und Komponisten (Schariwari)
  • Ursula Bittner, von 1990 bis 2002 1. Bürgermeisterin des Marktes Kirchseeon; seit 2003 Bezirksrätin und seit 2008 stellvertretende Präsidentin des Bezirkstags Oberbayern
  • Michael Winter (* 1976), Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchseeon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 454
  3. Kommunalwahlen in Bayern. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  5. Bufe Siegfried: Hauptbahn München–Salzburg. Bufe-Fachbuchverlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
  6. a b Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  7. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 27 f.
  8. Siegfried Bufe: Hauptbahn München–Salzburg, Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
  9. Denkmalschutz: Licht, Luft und Gartenanteil. In: Merkur-Online vom 27. August 2013
  10. Corinna Erhard: Die Eisenbahnersiedlung (Reihe: Unsere Denkmäler). In: Münchner Merkur, 20. September 2013, S. 12