Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik

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Als Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik wurden in den 1920er und 1930er Jahren nacheinander zwei verschiedene Autonome Sozialistische Sowjetrepubliken innerhalb der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) bezeichnet:

  • Die zweite Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik entsprach dem heutigen Kirgisistan. Sie wurde nach der Auflösung der ASSR Turkestan am 14. Oktober 1924 zunächst als Kara-Kirgisisches Autonomes Gebiet innerhalb der RSFSR gegründet und am 1. Februar 1926 in die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik umgebildet. Am 5. Dezember 1936 wurde diese zu einer von der RSFSR getrennten eigenständigen Unionsrepublik der Sowjetunion, der Kirgisischen SSR.

Dass zwei verschiedene Territorien innerhalb der Sowjetunion nacheinander denselben Namen führten, ist auf den Bedeutungswandel der Wörter Kirgisen und kirgisisch im offiziellen (russischen) Sprachgebrauch zurückzuführen. Zu Beginn der sowjetischen Zeit wurden im Einklang mit dem bis dahin üblichen russischen Sprachgebrauch die Kasachen als Kirgisen (Киргизы/Kirgisy) und die eigentlichen Kirgisen als Kara-Kirgisen (Кара-Киргизы/Kara-Kirgisy; turksprachig für „Schwarz-Kirgisen“) bezeichnet. Ab Mitte der 1920er Jahre wurde jedoch im Russischen für die Kasachen die ihrer Selbstbezeichnung Qasaq entsprechende Bezeichnung Kasachen (Каза́хи/Kasachy) eingeführt, während für die Kirgisen das Präfix Kara- entfiel. Die Bezeichnungen der politischen Territorien wurden entsprechend geändert.