Kirnau

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Kirnau
Vor Adelsheim

Vor Adelsheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238866
Lage Bauland

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Seckach → Jagst → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle in der Nähe von Altheim, Bauland
49° 31′ 53″ N, 9° 24′ 3″ O
Quellhöhe ca. 424 m ü. NN
Mündung in Adelsheim in die SeckachKoordinaten: 49° 24′ 6″ N, 9° 23′ 25″ O
49° 24′ 6″ N, 9° 23′ 25″ O
Mündungshöhe ca. 222 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 202 m
Länge 23,8 km[1] 
mit langem rechtem Zufluss Roscheltgraben als Oberlauf
Einzugsgebiet 101 km²

Die Kirnau ist ein fast 24 km langer linker Nebenfluss der Seckach im nordbadischen Bauland.

Sie entsteht etwas nördlich von Altheim, fließt erst in südliche bis südsüdöstliche Richtungen, dann abrupt südwestlich, passiert die Limesstadt Osterburken, bildet in Adelsheim einen kleinen Kalktuff-Wasserfall und mündet dort von links in die Seckach. Sie ist mit annähernd gleicher Wasserführung deren größter Nebenfluss und übertrifft diese hier an Länge um etwa 8 Kilometer.

Ihr eigener größter Nebenfluss ist mit etwa 9 km Länge die Rinna, die wenig oberhalb von Rosenberg an ihrem Laufknick in Richtung ihres Unterlaufs zufließt. Ein weiterer der Nebenflüsse ist der linksseitig zufließende Brünnbach, er mündet in Adelsheim kurz vor dem Zusammenfluss von Kirnau und Seckach und konkurriert mit dem Hergstgraben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Osterburken
Kirnau passiert Adelsheimer Schloss

Während die TK25[2] keinen Ursprung eindeutig benennt und drei der fünf infrage kommenden Quelläste mit eigenem Namen beschriftet, zeichnen die vom LUBW gebotenen Quellen[3] übereinstimmend den dort bei der TK25 genannten Quellast Roscheltgraben bis hinauf zu seinem Ursprung als Kirnau ein. Eine andere Festlegung hätte nur eine geringe Veränderung der Gesamtlänge zur Folge. Wir folgen hier dieser Konvention.

Die Kirnau entspringt etwa 3 km ostnordöstlich des Ortskerns von Buchen-Hettingen, nämlich etwa 100 m östlich der Abzweigung der Römerstraße/Alten Straße von der L 518. Sie fließt zunächst ostsüdöstlich, nimmt dabei nach etwas mehr als 1 km von links den Heutelsteingraben auf und nach knapp 3 km, am Ortsrand von Altheim, nochmals von links den aus dem Zusammenfluss dreier nördlicher Quelläste entstandenen Bach[4], schlägt dessen Richtung ein und fließt nun lange in Richtungen von Süd bis Südost.

Vor dem südlichen Ortsende von Altheim nimmt sie von links den Brügelgraben auf, am Ortsende von rechts eine trockenfallende Rinne aus dem Schalltal kurz danach eine weitere von derselben Seite. Kurz vor der Untermühle fließt von rechts der Holzgraben zu, wenig danach von rechts der Mühlformtalgraben. Nach etwa 7 km ihres Laufs erreicht sie Rosenberg-Sindolsheim, an dessen abwärtigen Ortsende von links der Grundgraben mündet. Nach etwa 9 km passiert sie die Sindolsheimer Talmühle, nach etwa 10 km und kurz vor der Gaimühle erreicht sie von links der Sindolsheimer Graben. Während sie vorher einen recht geraden Weg nahm, legt sie sich nun in Wiesenmäander, wenig unterhalb beginnt sie auch Talmäander auszubilden. Ihren größten Nebenfluss, die Rinna, nimmt sie etwa 1 km weiter von links auf und fließt danach konsequent in deren Richtung nach Südwesten weiter ihrer Mündung zu.

Nach etwa 12 km passiert sie den in einer Rechtsschleife auf dem rechten Talhang liegenden alten Ortskern von Rosenberg. Wenig unterhalb mündet von links der Birkengraben, danach gleich bei der Talmühle von Rosenberg (knapp 15 km) von rechts das über 4 km lange, stellen- wie zeitweise trockene Tal des Wammersgrabens sowie ein kleineres, beständig wasserführendes Tal von Dörrhof her. Knapp einen weiteren Kilometer talab fließt ihr von rechts aus einem Waldtal der Gießer Graben zu. Kurz vor der Osterburkener Talmühle und bei ihr erreichen sie zwei weitere Wasserläufe von links, dann durchfließt sie die Stadt Osterburken, wo kurz nach der Altstadt (ca. 19 km) der Bach durch die Hahnklinge und am Ortsende noch der durch die Hagerklinge von links in sie münden. Nach etwas über 22 km erreicht sie den Ortsrand von Adelsheim, nimmt wenig danach von links den Brünnbach auf und speist mit Erreichen der Altstadtgrenze einen nach rechts von ihr abgehenden Wassergraben, der diese in einem Bogen nach Nordwest und dann Südwest umfließt und etwa 200 m flussaufwärts von ihr selbst in die Seckach mündet. Die Kirnau hat an ihrer Mündung eine Strecke von knapp 24 km zurückgelegt, die Seckach selbst etwa ein Drittel weniger.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Kirnau umfasst 101 km².

Ganz im Norden grenzt es an das der Erfa, die nach Norden abfließt und in den Main mündet, womit die Wasserscheide zwischen Neckar und Main sich etwas oberhalb der Quellen von sowohl Kirnau wie ihres Nebenflusses Rinna von West nach Ost zieht.

Östlich der Quellen der Rinna liegen die der Umpfer, die über die Tauber ebenfalls zum Main fließt. Weiter südlich, nämlich ungefähr östlich von Rosenberg, schließt sich dann das Einzugsgebiet des Jagstzuflusses Kessach an, unmittelbar konkurriert hier deren Nebenfluss (Berolzheimer) Kästle. Zwischen Osterburken und Adelsheim zwängt sich dann östlich auf nur noch kleiner Strecke das Einzugsgebiet des kleineren Hergstbach mit seinen Zubringern zwischen diese beiden Einzugsgebiete.

Westlich der Kirnau konkurriert über die ganze Länge der Rinschbach, ein weiterer Seckachzufluss, der, nachdem er der Kirnau kurz vorher auf nur einen halben Kilometer nahegekommen ist, knapp zwei Kilometer oberhalb von ihr in die Seckach mündet. Der Kirnauverlauf hat mit seinen drei Richtungen Ostsüdost, Südsüdost und Südsüdwest ungefähr die Gestalt eines nach Westen offenen Bogens, dessen Nord-Süd ausgerichtete Sehne der Rinschbach bildet.

Zuflüsse und Nebentäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Muschelkalk-Karstlandschaft des Baulandes ist geprägt von vielen trockenen oder trockenfallenden Tälern von teilweise nicht geringer Größe, deshalb sind solche ins Kirnbachtal mündenden Täler im Folgenden mit aufgeführt. In diesen verlaufen typischerweise mittig die Trassen der Steigen auf die umgebenden Hügel, die Wasserläufe darin sind dann oft als bei Trockenheit unscheinbare Gräben neben der Straße geführt, können aber bei starken Regenfällen zum Teil beachtliche Wassermassen führen.

  • Heutelsteingraben, von links bei Altheim, 1 km
  • Forntal, von rechts bei Altheim, 1 km (Trockental)
  • Kirnau (die vereinten drei nördlichen Quelläste Kirnau, Engeldorngraben und Pappelsbrunn), von links am Rande von Altheim, 2 km
  • Brügelgraben, von links in Altheim, 3 km
  • Bach durchs Schalltal, von rechts am Rande von Altheim, 2 km (zeitweilig trockenes Tal, Graben neben der Straße)
  • Bach durchs Gewann Fluss, von rechts vor der Altheimer Kläranlage, 2 km (zeitweilig trockenes Tal, Graben neben der Straße)
  • Holzgraben, von links vor der Altheimer Untermühle, 4 km (Oberlauf Dörntaler Graben)
  • Mühlformtalgraben, von rechts nach der Altheimer Untermühle, 1 km (zeitweilig trockenes Tal, Graben neben der Straße)
  • Grundgraben, von links am abwärtigen Ende von Rosenberg-Sindolsheim
  • Sindolsheimer Graben, von links kurz oberhalb der Rosenberger Gaimühle, 6 km
  • Rinna, auch Eubigheimer Bach genannt[5], von links oberhalb von Rosenberg, 9 km
  • Birkengraben, von links bei der Rosenberger Kläranlage, 2 km
  • Wammersgraben, von rechts an der Rosenberger Talmühle, 5 km (Tal mit teils ständig, teils zeitweilig trockenen Abschnitten)
  • Bach vom Dörrhof herab, von rechts an der Rosenberger Talmühle,2 km (Evtl. vor Mündung Zusammenfluss mit dem vorigen, auf TK nicht ablesbar)
  • Gießer Klinge, von rechts nach der Rosenberger Talmühle, 1 km
  • Bach durchs Gewann Rote Egerten, von links oberhalb der Osterburkener Talmühle, 1 km
  • Enzenklinge, von rechts wenig oberhalb der Osterburkener Talmühle, 2 km (nach TK reines Trockental)
  • Bach durch die Gänsackerklinge, von links bei der Osterburkener Talmühle, 1 km
  • Hahnklinge, von links am Osterburkener Bahnhof, 2 km
  • Hagerklinge, von links am abwärtigen Ortsende von Osterburken, 1 km
  • Fuchsenloch, von links gegenüber der Bahnliniengabelung unterhalb von Osterburken, 1 km (Trockental, auf etwas mehr als den letzten 100 m vor der Mündung ein intermittierend wasserführender Bach)
  • Brünnbach, von links wenig oberhalb der Bahnstation Adelsheim-Ost, 5 km (links)

Etwa 300 m vor der Mündung der Kirnau in die Seckach geht rechtsseitig von ihr ein Wassergraben ab, der sich nordöstlich, nördlich und dann nordwestlich um die Altstadt legt und nach etwas mehr als 400 m in die Seckach mündet, etwa 200 m oberhalb der Kirnau selbst.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

  • Stadt Walldürn
    • Stadtteil Altheim
      • Altheim (Dorf)
      • Untermühle (Wohnplatz)
  • Gemeinde Rosenberg
    • Gemeindeteil Sindolsheim
      • Sindolsheim (Dorf)
        mit Talmühle nach dem Ort (rechts, ohne Ortsteilstatus)
    • Gemeindeteil Rosenberg
      • Gaimühle (Wohnplatz, rechts)
    • Gemeindeteil Hirschlanden
      • (links, keine Besiedlung am Lauf)
    • Gemeindeteil Rosenberg
      • Rosenberg (Dorf)
      • Talmühle (Wohnplatz, links)
  • Stadt Osterburken
    • Stadtteil Osterburken
      • Talmühle (links, ohne Ortsteilstatus)
      • Osterburken
        mit Talmühle vor dem Ort (links, ohne Ortsteilstatus)
  • Stadt Adelsheim
    • Stadtteil Adelsheim
      • Adelsheim

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankenbahn Stuttgart-Würzburg verläuft meistenteils in der recht geraden, in Luftlinie etwa 18 km langen, von Südost nach Nordost verlaufenden Rinne des unteren Kirnau- und des Rinnatales. Im Bereich um Rosenberg, wo das Tal eng ist und stark mäandriert, meidet sie den Talgrund.

Die B 292 Sinsheim–Königshofen verläuft an der untersten Kirnau zwischen Adelsheim und Osterburken im Tal, erklimmt dort dann aber die südöstliche Hanghöhe und führt auf den südlichen Höhen an Rosenberg und Hirschlanden vorbei, um sich danach nach Osten zu wenden und von der Rinna zu entfernen.

Im oberen Kirnautal verläuft zwischen Sindolsheim und Altheim die L 518 im Tal.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal der Kirnau zwischen Hirschlanden und Osterburken wurde mit Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 19. Mai 1994 unter dem Namen Kirnautal mit einer Größe von rund 205 Hektar als Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 87 Hektar (Schutzgebietsnummer 2.177), das ergänzende Landschaftsschutzgebiet ist 118 Hektar groß. (Schutzgebietsnummer 2.25.033). Beide Schutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets 6522341 „Seckach und Zuflüsse“, das insgesamt 1.624 Hektar groß ist.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Mattern: Das Untere Jagsttal. Von Dörzbach bis zur Mündung. Baier BPB Verlag, Crailsheim 2005. (Belegt nur Einzugsgebiet)
  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord

Nachweise und Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  2. Topographische Karte 1:25.000, siehe bei den Quellen.
  3. Siehe die Weblinks.
  4. Der westliche heißt in der TK25 Wolschelgraben, bei LUBW-UDO Kirnau, der mittlere und östliche bei LUBW-UDO Engeldorngraben bzw. Pappelsbrunn. LUBW-UDO benennt deren Zusammenfluss verwirrenderweise ebenfalls als Kirnau, so dass also Kirnau mit Kirnau zusammenflösse.
  5. Auf der TK findet sich an einer Stelle auch die Beschriftung Kirnau für sie, vielleicht einer weiteren Auffassung über die Lage der Quelle Ausdruck gebend.