Kirow Leipzig

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Kirow Ardelt GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1880
Sitz Leipzig, Deutschland
Leitung Markus Radmacher, Dr. Wolfgang Melzer
Mitarbeiter 353 (2007)
Umsatz 110,117 Mio. Euro (2007)[1]
Branche Maschinenbau
Website kirow.de

Die Kirow Ardelt GmbH ist ein Maschinenbauunternehmen in Leipzig. Sie ist Weltmarktführer für Eisenbahnkrane und produziert Transportsysteme für Werften und für die Metallurgie. Kirow Leipzig ist zusammen mit der Zweigniederlassung Eberswalde und der Kocks Krane GmbH in Bremen Teil der Kranunion GmbH in Leipzig, Sachsen (früher Kirow Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Holding KG, kurz Kirow-Gruppe).

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirow Ardelt GmbH gliedert sich in die Betriebsstätte Leipzig (Kirow) sowie die Zweigniederlassungen in Eberswalde und in Ulm.

Zum 31. Dezember 2007 gehörten der Belegschaft 353 Mitarbeiter (davon vier Vorstandsmitglieder) an, davon waren 185 (davon ein Vorstandsmitglied) in der Niederlassung Eberswalde beschäftigt und zwölf Mitarbeiter in der Niederlassung Ulm. Die Mitarbeiter erwirtschafteten 2007 einen Umsatz von 110,117 Millionen Euro (2006 = 128,348 Millionen Euro).[1]

Kirow Leipzig ist Weltmarktführer für Eisenbahnkrane und produziert Transportsysteme für Werften und für die Metallurgie. Ardelt Eberswalde ist Weltmarktführer für Doppellenker-Krane und produziert unter anderem Balancerkrane, Containerbrücken, Drehkrane, Portalkrane und Verladebrücken. Hermann Simon erwähnt Kirow in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“.[2]

Die Kirow Ardelt GmbH ist an folgenden Unternehmen beteiligt. Die Prozentwerte in Klammern nennen den Anteil, den die Kirow Ardelt GmbH am 31. Dezember 2010 an diesen Unternehmen besaß.

  • DGMT Deutsche Gleisbau Material Transport GmbH, Leipzig (100 %)
  • KIROW of America, LLC, Charing Falls, USA (100 %)
  • HeiterBlick GmbH, Leipzig (100 %)
  • Concentra GmbH, Leipzig (100 %)
  • Ardelt Russland OOO, Sankt Petersburg, Russland (100 %)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1880 gründete der Ingenieur Karl Richard Liebig das Unternehmen Technisches Bureau und Maschinenbauanstalt in Leipzig zur Herstellung von Handaufzügen und Kranausrüstungen. Nach dem Eintritt von Gustav Unruh, Experte für Stetigförderer, in die Maschinenfabrik, erfolgte 1887 die Umbenennung in Unruh & Liebig AG. Ab 1899 war das Unternehmen als Aktiengesellschaft verfasst und Teil der Peniger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG. Am 6. Dezember 1937 bekam die Fabrik den Namen Peniger Maschinenfabrik und Unruh & Liebig AG.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen enteignet und verstaatlicht. Am 1. August 1946 erfolgte die Umbenennung in Maschinenfabrik Unruh & Liebig. Als Sowjetische Aktiengesellschaft unterstand es bis 1954 der direkten Kontrolle durch die Sowjetunion. 1952 wurde der Betrieb nach dem Vertrauten Josef Stalins und Parteisekretär von Leningrad Sergei Mironowitsch Kirow benannt. 1954 erfolgte die Rückgabe an die DDR-Regierung. Er wurde als Volkseigener Betrieb VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow Leipzig weitergeführt und ab 1958 Teil des Branchenzusammenschlusses TAKRAF.

Nach der Wende und Privatisierung der DDR-Wirtschaft erhielt das Unternehmen 1995 den Namen Kirow Leipzig AG und gehört heute zur Gruppe des Oberhausener Familienunternehmens Koehne. 1997 übernahm Kirow die Vulkan Kocks GmbH und deren Tochtergesellschaft Kranbau Eberswalde GmbH. Das Unternehmen erhielt den Namen Kirow Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH. Kirow Leipzig und der Kranbau Eberswalde gehörten beide bis 1990 zum Kombinat TAKRAF und sind nun zusammen mit Kocks Krane in Bremen in der Kranunion (früher Kirow-Gruppe) erneut unter einem Dach vereint.

Am 6. Juli 2006 übernahm die KIROW Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH 51 Prozent der Anteile an der LEOLINER Fahrzeug-Bau Leipzig GmbH (seit 1. Oktober 2007 HeiterBlick GmbH), einem Hersteller für Straßenbahntriebwagen mit Sitz in Leipzig. Die HeiterBlick GmbH wird zusammen mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) als Joint Venture betrieben.[4] Am 23. Dezember 2010 wurde die Privatisierung abgeschlossen, indem Kirow sämtliche Anteile an der Gesellschaft übernahm.[5]

2007 erfolgte die Gründung der Ardelt Russland ooo in Sankt Petersburg, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach russischem Recht, an der Kirow Leipzig alle Anteile hielt. Auf der Hauptversammlung am 16. Juni 2008 wurde die Änderung des Namens Kirow Leipzig KE Kranbau Eberswalde GmbH in Kirow Ardelt GmbH beschlossen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 2. Juli 2008.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armin Müller: Institutionelle Brüche und personelle Brücken. Werkleiter in Volkseigenen Betrieben der DDR in der Ära Ulbricht, Köln u. Weimar 2006. [zur Zeit 1945 bis 1970]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirow-Werk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Handelsregister: Handelsregister.de
  2. Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 978-3-593-38380-4. S. 17.
  3. Staatsarchiv Leipzig: Unruh & Liebig AG, Maschinenfabrik, Leipzig
  4. HeiterBlick GmbH: Geschichte und Entwicklung (Memento vom 16. November 2007 im Internet Archive)
  5. LVZ Online: Privatisierung beendet , vom 23. Dezember 2010