Kirsanow

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Stadt
Kirsanow
Кирсанов
Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Tambow
Stadtkreis Kirsanow
Bürgermeister Oleg Schapiro
Erste Erwähnung 1702
Stadt seit 1779
Fläche 11 km²
Bevölkerung 17.224 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1566 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 160 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 47537
Postleitzahl 39336x
Kfz-Kennzeichen 68
OKATO 68 405
Website www.tambov.gov.ru/?Page=378
Geographische Lage
Koordinaten 52° 39′ N, 42° 44′ OKoordinaten: 52° 39′ 0″ N, 42° 44′ 0″ O
Kirsanow (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kirsanow (Oblast Tambow)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Tambow
Liste der Städte in Russland

Kirsanow (russisch Кирсанов) ist eine Stadt in der Oblast Tambow (Russland) mit 17.224 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 95 km östlich der Oblasthauptstadt Tambow am Flüsschen Pursowka unweit dessen Mündung in die Worona im Flusssystem des Don.

Kirsanow ist der Oblast administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen (1781)

Der Ort wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Dorf Kirsanowo gegründet, benannt nach dem Erstsiedler Kirsan Subakin, wobei Kirsan die volkstümliche Form des Namens Chrysanth, kirchenslawisch Chrisanf ist.

1702 wurde die Siedlung als zum Krassinski-Eisenwerk gehörig urkundlich erwähnt.

1779 erhielt der Ort das Stadtrecht als Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds) des Gouvernements Tambow unter dem Namen Kirsanow. Im 19. Jahrhundert war Kirsanow bedeutende Kaufmanns- und Handwerkerstadt, insbesondere nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke 1875.

Der Kreis Kirsanow war 1920 bis 1922 eines der Zentren des Bauernaufstandes von Tambow.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 9.331
1926 11.600
1939 12.804
1959 15.654
1970 21.795
1979 21.304
1989 20.754
2002 18.506
2010 17.224

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirsanow sind die Handelsreihen von 1838 bis 1841 sowie die Cosmas-und-Damian-Kirche (Козьмодемьянская церковь/Kosmodemjanskaja zerkow) von 1839 erhalten, daneben eine Reihe weiterer Verwaltungs- und öffentlichen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert (Semstwoverwaltung und -krankenhaus, Bahnhof, Kaufmannsklub).

Die Stadt besitzt seit 1924 ein Heimatmuseum.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirsanow gibt es ein Werk für Textilmaschinen und Betriebe der Textil- und Lebensmittelindustrie (Zucker, Trockenmilch, Obst- und Gemüsekonserven).

Die Stadt liegt an der 1875 durchgehend eröffneten Eisenbahnstrecke Moskau–Tambow–Saratow (Streckenkilometer 571). Nach Kirsanow führt die Fernstraße 1R208 von Tambow, die ab hier als 1R209 weiter nach Pensa verläuft.

Kirsanow ist Hauptzuchtregion des Tambower Rotviehs.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Antonow (1889–1922), Sozialrevolutionär und später einer der Anführer des Bauernaufstandes von Tambow, verbrachte Jugend und Zeit vor dem Aufstand in Kirsanow
  • Jewgeni Baratynski (1800–1844), Schriftsteller und Dichter, geboren auf dem Gut Wjaschlo, Kreis Kirsanow
  • Juri Perlin (1917–1990), russisch-moldawischer Theoretischer Physiker, Festkörperphysiker und Hochschullehrer; geboren in Kirsanow
  • Boris Tschitscherin (1828–1904), Jurist, Philosoph und Historiker, geboren in Karaul, Kreis Kirsanow

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)