Kisljar

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Stadt
Kisljar
Кизляр
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordkaukasus
Republik Dagestan
Stadtkreis Kisljar
Gegründet 1735
Stadt seit 1785
Fläche 30 km²
Bevölkerung 48.984 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1633 Einwohner/km²
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7)87239
Postleitzahl 368830, 368833
Kfz-Kennzeichen 05
OKATO 82 430
Geographische Lage
Koordinaten 43° 50′ N, 46° 42′ OKoordinaten: 43° 50′ 0″ N, 46° 42′ 0″ O
Kisljar (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kisljar (Republik Dagestan)
Red pog.svg
Lage in Dagestan
Liste der Städte in Russland

Kisljar (russisch Кизляр) ist eine Kreisstadt mit 48.984 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] im südlichen Russland, Teilrepublik Dagestan.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisljar liegt im Süden Russlands im Delta des Terek, unweit des Kaspischen Meeres und nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zur Teilrepublik Tschetschenien. Nächstgelegene Stadt ist Chassawjurt, 65 km südlich von Kisljar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisljar wurde erstmals 1609 erwähnt. Der Bau einer Festung an der Kaukasischen Linie im Jahre 1735 führte zu einer verstärkten Ansiedlung, so dass 1785 Kisljar zur Stadt erhoben wurde. Die Bevölkerung der Stadt und ihrer Umgebung bestand, im Gegensatz zum Rest Dagestans, mehrheitlich aus russischen Terekkosaken. Auch wenn ihr Anteil seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gesunken ist, sind ethnische Russen bis heute die größte Bevölkerungsgruppe in Kisljar.

Seit dem 19. Jahrhundert bildete sich Kisljar als Zentrum des Weinbaus und der Spirituosenherstellung heraus. Die Stadt ist unter anderem bekannt für den Kisljarka, einen Tresterbrand.

Während des Ersten Tschetschenienkrieges überfiel im Januar 1996 eine Gruppe tschetschenischer Rebellen unter Führung von Salman Radujew die Stadt. Dabei starben mehr als 200 Menschen.

Im März 2010 erfolgten zwei Sprengstoffanschläge mit zwölf Toten.[2] Im Juni 2011 wurden zwei Männer deswegen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 7.282
1939 24.025
1959 25.573
1970 29.745
1979 31.320
1989 39.748
2002 48.457
2010 48.984

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kisljar gibt es elektrotechnische Betriebe und eine umfangreiche Lebensmittelindustrie. Kisljar ist Herkunftsort des klassischen russischen Tresterbrands Kisljarka.

Durch Kisljar verläuft die 1942 erbaute Bahnstrecke MachatschkalaAstrachan, in die hier die Kaukasusbahn (Rostow–Wladikawkas–Grosny–Kisljar) mündet. Die Bahnstrecke wurde im Herbst 1942 von einzelnen deutschen Vorausabteilungen und Fernspäheinheiten einige Tage lang unterbrochen, doch konnten sie schnell wieder zurückgedrängt und der Bahnverkehr wiederhergestellt werden. Damit ist die Bahnstrecke bei Kisljar der vermutlich östlichste Punkt (einige Kilometer von der Küste des Kaspischen Meeres entfernt), bis zu dem deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg vorgedrungen sind.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum sowie eine medizinische und eine technische Hochschule.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kisljar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Anschläge in Kisljar: Opferzahl auf zwölf gestiegen, RIA Novosti. 31. März 2010. Abgerufen am 2. April 2010. 
  3. Schwere Gefechte im Nordkaukasus: Mindestens zehn Tote. In: ORF. 22. Juni 2011; abgerufen am 22. Juni 2011.