Kitzscher

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kitzscher
Kitzscher
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kitzscher hervorgehoben
Koordinaten: 51° 10′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 28,99 km²
Einwohner: 5034 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04567
Vorwahlen: 03433, 034347
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 220
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Schneller-Straße 1
04567 Kitzscher
Webpräsenz: www.kitzscher.de
Bürgermeister: Maik Schramm
Lage der Stadt Kitzscher im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Kitzscher ist eine Stadt im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kitzscher liegt in der Leipziger Tieflandsbucht, am Rand des Mittelsächsischen Hügellandes. Die Stadt liegt etwa 25 km südlich von Leipzig und etwa 3 km östlich der Kreisstadt Borna. Mit der Halde Trages befindet sich auf dem Gemeindegebiet einer der höchsten Erhebungen des Leipziger Raumes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten liegt Rötha, im Nordosten Otterwisch, im Osten Bad Lausick, im Südosten Frohburg und im Südwesten Borna.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde Kitzscher sind Braußwig, Dittmannsdorf, Hainichen, Thierbach und Trages.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Kitzscher
Tafel an der Kirchschule zur Erinnerung an Dinter

In einer Stiftungsurkunde im Kloster Grimma wird das Dorf im Jahr 1251 erstmals erwähnt und bezieht sich in seinem Namen auf ein 1676 ausgestorbenes Adelsgeschlecht, namentlich Guntherus de Kiczschere.

Das älteste Bauwerk des Ortes ist die Kirche, deren Ursprünge bis um 1200 zurückreichen. 1685 wurde sie umgebaut, erweitert. Ab 1787 war Gustav Friedrich Dinter als Prediger (Pfarrsubstitut) und ab 1790 bis zu seiner Abberufung nach Dresden als Pfarrer tätig. Zugleich organisierte er dort das Elementarschulwesen und bildete Lehrer in einem Privatseminar aus.

August Schumann nennt 1817 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Kitzscher sowie das hiesige Rittergut betreffend u. a.:

„Es gehört schriftsässig zu dem hiesigen Rittergut, welches am 5. Aug. 1698 die Schriftsässigkeit erlangte, und welchem noch die Dörfer Habitz, Dittmannsdorf und ein Theil von Hennersdorf zuständig sind. Ihm steht das Patronatsrecht über hiesige Mutterkirche und Schule zu. […] Das Rittergut gehörte vom 16ten bis in`s 18te Jahrhundert denen von Kitzscher.“[2]

Kitzscher lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Borna.[3] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Borna und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna. [4]

Mit Entwicklung des Braunkohlebergbaus veränderte sich auch der Charakter des Ortes. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde nach Entwürfen des Leipziger Architekten Schiemichen eine Bergarbeitersiedlung errichtet. Sie ist die größte noch erhaltene Siedlung der bergmännischen Industrialisierung in Sachsen. In der Folge steigt auch die Einwohnerzahl. Am 5. Oktober 1974 erhält Kitzscher das Stadtrecht.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Thierbach von der Halde Trages
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Apelt[5] vor 1880 Eingemeindung nach Hainichen
Braußwig[5] 1. April 1935 Eingemeindung nach Dittmannsdorf
Dittmannsdorf[6] 1. Januar 1974
Hainichen[7] 1. Januar 1998
Thierbach[6] 1. August 1973
Trages[6] 1. Juli 1976 Eingemeindung nach Hainichen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 47,7 % (2009: 44,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,8 %
27,6 %
20,4 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,5 %p
+2,5 %p
+0,1 %p
+0,9 %p
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 8 Sitze
  • Freie Wähler (FW): 5 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kitzscher
Wappenbeschreibung:

„In gespaltenem Schild vorn fünfmal von Silber und Schwarz geteilt, hinten in Grün der silbern gekleidete heilige Nikolaus mit silberner Mitra, in der Rechten einen goldenen Krummstab, in der Linken ein schwarzes Buch mit drei darauf liegenden goldenen Kugeln haltend.“

Wappenbegründung:

Das Wappen von Kitzscher wurde am 11. August 1992 durch das damals zuständige Sächsische Staatsministerium des Innern genehmigt.

Die Teilungen im vorderen Feld wurden dem Wappen der Anfang des 19. Jahrhunderts erloschenen Adelsfamilie von Kitzscher entnommen. Dieses Wappen ist erstmals im Jahre 1440 auf einem Siegel „Reinhards von Kitzscher“ belegt.

Das hintere Feld zeigt den heiligen Nikolaus von Myra. Dieser Heilige steht für das Patrozinium der hiesigen Kirche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus an der Bornaer Straße

Durch das südliche Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 176.

Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes; Kitzscher gehört mit seinen Ortsteilen, mit Deutzen sowie den Städten Borna und Regis-Breitingen zur Tarifzone 153.

Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental ist Kitzscher mit der Buslinie 144 in Richtung Espenhain, Böhlen und Zwenkau angebunden. Am Bahnhof Böhlen ist die Linie 144 auf die Anschlüsse der S-Bahn Mitteldeutschland ausgerichtet. Durch die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH ist Kitzscher über die Regionalbuslinien 276 und 277 mit Borna, Mölbis, Espenhain und Bad Lausick verbunden. Die zentrale Haltestelle aller drei Buslinien ist der Busplatz Kitzscher.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Ludwig Manger (* 31. Juli 1728; † 1790 in Potsdam), königlich preußischer Oberhofbaurat
  • Bonaventura Rehefeld (* 24. September 1610; † 7. Juli 1673 in Schleswig), deutscher lutherischer Theologe.
  • Jens Streifling (* 30. April 1966), ein vielseitiger Musiker, Gründungsmitglied der Musikgruppe P 16 („Schulrock“), später Saxofonist bei der Rockgruppe BAP seit 2003 Mitglied der Kölner Mundart-Musikgruppe Höhner und erfolgreicher Solokünstler
  • Marco Thomä, Junioren-Weltmeister im Fahrradtrial 2006
  • Herbert Uhlmann, 1959 Weltmeister im Sportkegeln (Mannschaft)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Kitzscher. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 64.
  • Kitscher, Kitzscher, Kizscher. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 4. Band, Zwickau 1817, S. 598 f.
  • Kitzscher. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 17. Band, Zwickau 1830, S. 302 f.
  • Matthias Donath: Schlösser in Leipzig und Umgebung. edition Sächsische Zeitung Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland mbH, Meißen 2013, S. Thierbach S. 130, Braußwig S. 131, Hainichen S. 129

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kitzscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. Kitscher, Kitzscher, Kizscher. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 4. Band, Zwickau 1817, S. 598 f.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.
  4. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. a b Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  6. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  7. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014