Klapotetz

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Klapotetz im Sausal

Ein Klapotetz (slowenisch klopotec) ist eine im südsteirischen Weinland verbreitete Vogelscheuche. Sie besteht aus einem Windrad mit Welle und Schlägeln, die durch ihr rhythmisches Geklapper die Vögel von den Weingärten zur Zeit der Traubenreife fernhalten sollen. Der Name stammt aus dem Slowenischen: klopótec, zu deutsch „Klapper“. Im Slowenischen und im Österreichischen Wörterbuch heißt es der Klapotetz, im südsteirischen Sprachgebrauch heißt es die Klapotetz, wohl abgeleitet aus „die Windmühl“.

Klangbeispiel (sechsflügeliger Klapotzetz in Slowenien)

In Österreich hat das Windrad meist acht, in Slowenien sechs Flügel. Als Material zur Herstellung eines Klapotetz werden vier Holzarten benötigt: Fichtenholz (auch Tanne oder Lärche) für die Flügel, Buchenholz für die Klöppel, Esche oder Kastanie für den Block und Kirschbaumholz für das Schlagbrett. Letzteres muss verwendet werden, denn nur damit werden schrille Töne, wahrscheinlich mit den Vögeln unangenehmen Frequenzen im Ultraschallbereich, erzeugt. Der Durchmesser des Windrades beträgt meistens etwa einen Meter. Am hinteren Ende des Klapotetz werden oft Birkenbuschen als Windfahne und Gegengewicht angebracht. Das Geklapper des Klapotetz ist charakteristisch für südsteirische und slowenische Weinberge.

Die Klapotetze stehen nicht das ganze Jahr über im Weinberg. Sie werden nach alter Überlieferung zu Jakobi, das heißt am 25. Juli, aufgestellt und zu Allerheiligen (am 1. November) oder zu Martini (am 11. November) wieder abgebaut.

Der Klapotetz wurde schon 1797 in einer Handschrift erwähnt. Aus dem Jahr 1832 gibt es eine Darstellung eines Klapotetzs neben einem Schloss bei Celje. Erzherzog Johann besaß 1836 auf seinem Weingut in Pickern einen Klapotetz.

Der Vorgänger des heutigen Klapotetz am Demmerkogel (Juni 2008)

Seit Ende Juli 1993 stand auf dem Demmerkogel ein 16 m hoher zwölfflügeliger Klapotetz mit einem Gewicht von etwa sechs Tonnen.[1] Er stürzte während eines Sturmes Ende Oktober 2017 um und wurde bis Juli 2018 mit größeren Abmessungen neu gebaut: Das Gewicht beträgt nun sieben Tonnen, die Höhe 17 m und die Flügelspannweite 14,1 statt wie zuvor 13 Meter. Er ist voll funktionsfähig. Die Kosten betrugen rund 20.000 Euro.[2]

Seit 2010 steht der größte Klapotetz der Welt in Schloßberg in der Steiermark. Er hat eine Höhe von 19 Metern und wiegt 25 Tonnen. Sein Betonfundament reicht 9 Meter in die Tiefe.[3]

Gelegentlich wird eine Imitation des Klapotetz auch als Orgelregister gebaut, wie 2002 bei der Orgel in der Stadtpfarrkirche zu Gleisdorf.

Moderner Klapotetz am Kollersimmerlkogel

Ein moderner Klapotetz steht am Kollersimmerlkogel (Eichberg-Trautenburg). Er ist 7 m hoch und besteht aus Stahlrohren, die Einweihung war am 7. September 1997.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold Kretzenbacher: Windradl und Klapotetz. Ein landschaftseigenes Sinnzeichen der Heimat im untersteirischen Weinland. Dr. Dr. Rudolf Trofenik, München 1975.
  • Ernst Goll: Weingartenlied. Klapotetz Gedicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klapotetz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Klapotetz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der "Klapotetz" – das steirische Windradl, abgerufen am 18. August 2018
  2. Heribert Kindermann: Demmerkogel: Höchster Klapotetz der Welt wurde wieder aufgestellt, Artikel der Kleinen Zeitung vom 18. Juli 2018, aufgerufen am 18. August 2018
  3. Weltgrößter Klapotetz steht in Schlossberg, abgerufen am 1. April 2012