Klarenthal (Saarbrücken)

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49.236.8969444444444229Koordinaten: 49° 13′ 48″ N, 6° 53′ 49″ O

Klarenthal
Wappen von Klarenthal
Höhe: 229 m
Fläche: 11,45 km²
Einwohner: 5339 (3. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66127
Vorwahl: 06898
Klarenthal (Saarland)
Klarenthal

Lage von Klarenthal in Saarland

Klarenthal ist ein Stadtteil der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken. Er trägt die Bezirksnummer 22.

Geographie[Bearbeiten]

Klarenthal ist der westlichste Stadtteil der Landeshauptstadt und grenzt an die Saarbrücker Stadtteile Ottenhausen, Krughütte, Neu-Aschbach, Gersweiler und an die Völklinger Stadtteile Fenne und Fürstenhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Klarental hängt zusammen mit der Entstehung: Am 9. April 1662 (Datum der Gründungsurkunde) errichtete der damalige Landesherr der Grafschaft Saarbrücken, Graf Gustav Adolf von Nassau-Saarbrücken, in diesem Gebiet eine Glashütte, die er nach seiner Ehefrau, Gräfin Eleonore Clara von Hohenlohe, „Clarathal“ nannte und ihr anscheinend zur bevorstehenden Hochzeit schenken wollte.

Ortsansicht mit ev. Kirche
Kathol. Kirche

Die materiellen Bedingungen für eine Glasindustrie waren günstig: der umliegende Wald, der zum Stift St. Arnual gehört, lieferte Brennmaterial und Pottasche, der Buntsandstein der Gegend den nötigen Sand. Die Glasindustrie, um die herum eine Siedlung wuchs und die zeitweise Glas bis nach Holland lieferte, hat ihre Spuren in den Glasmacherpfeifen des Ortswappens hinterlassen, das 1955 zeitgleich mit der Entscheidung des Saargebiets, der Bundesrepublik Deutschland beizutreten, veröffentlicht wurde. Weitere wichtige Wirtschaftszweige waren die Tonindustrie (Ziegel und Gefäße), zeitweise die Landwirtschaft, eine Raffinerie, die gegen 1990 stillgelegt wurde, und der Bergbau (bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts). Von den 299 Toten beim Unglück der Grube Luisenthal 1962 stammten acht aus Klarenthal.

Seit den 1930er Jahren gab es mehrere Jahrzehnte lang in Klarenthal ein von einem Bach gespeistes Strandbad am Waldrand, das als eine der größten und schönsten Badeanstalten des Saarlandes galt und an manchen Sonntagen bis zu 5000 Badegäste beherbergte. Im Januar 1933 übernahm der Kösener Senioren-Convents-Verband eine Patenschaft für Klarenthal. Mit der Rückgliederung des Saargebiets Anfang 1935 war sie nach zwei Jahren hinfällig.[2]

1939 und 1944, am Anfang und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde ein Großteil der Bevölkerung u.a. nach Hessen und Thüringen evakuiert, weil wegen der nahegelegenen Grenze Kriegshandlungen erwartet wurden. Am 1. Januar 1974 wurde Klarenthal im Rahmen einer Verwaltungsreform nach Saarbrücken eingemeindet.[3]

Der Abbau von Steinkohle auf der Grube Velsen wurde 2005 eingestellt.

Heute hat Klarenthal 5339 Einwohner, von denen 6,6 % aus anderen Ländern – vornehmlich Italien und der Türkei – stammen [1]. Die Erwerbstätigkeit der Ortsbewohner verteilt sich im Wesentlichen auf Industriearbeiter und Handwerker, Angestellte und Beamte. Ein reiches Vereinsleben kennzeichnet die sozialen Beziehungen innerhalb des Ortes und unterstreicht den weiterhin bestehenden dörflichen Charakter von Klarenthal. Im April 2012 feierte der Ort sein 350jähriges Bestehen und schloss aus diesem Anlass eine Partnerschaft mit dem benachbarten lothringischen Dorf Schoeneck.

Vereine[Bearbeiten]

  • CVJM Saarbrücken-Klarenthal[4]
  • Der GospelChor Saarbrücken
  • Männergesangverein Klarenthal
  • Chor "Allegro"
  • Evangelische Kirchengemeinde
  • Fechtsportverein
  • Juz "Untergrund"
  • Obst- und Gartenbauverein
  • SV Klarenthal
  • TuS Klarenthal
  • Heimatkundlicher Verein Warndt e.V.
  • Pfadfinder aus Klarenthal, St. Bartholomäus
  • Dorfgemeinschaft Klarenthal-Krughütte
  • Wanderfreunde Klarenthal
  • Karnevalsgesellschaft “Die Quassler”

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bevölkerungsstatistik Stand 3. Dezember 2013 (PDF) Auf: www.saarbruecken.de, abgerufen am 28. Dezember 2013
  2. Die „Saararbeit“ des Kösener SC-Verbandes 1933-1935 (corpsarchive.de)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  4. Vereine in Klarenthal auf der Webpräsenz des Klarenthaler Anzeigers (zuletzt abgerufen am 16. Januar 2014)

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Schönberger und Alfred Marx: Gemeinde Klarenthal, 1662 - 1962. Heimatbuch, herausgegeben aus Anlaß der 300 Jahrfeier im Jahre 1962. Klarenthal : Gemeinde Klarenthal, 1962
  • Peter Nest und Jörg Kuhn: 350 Jahre Klarenthal. Vom Dorf zur Gemeinde zum Stadtteil. Eine Zeitreise 1662 - 2012. Saarbrücken 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klarenthal (Saarbrücken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien