Klaus-Dieter Lehmann

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In der Frankfurter Paulskirche

Klaus-Dieter Lehmann (* 29. Februar 1940 in Breslau) ist ein deutscher Bibliothekar und der Präsident des Goethe-Instituts (seit April 2008).

Leben[Bearbeiten]

Es gelang der Familie 1945 mit dem letzten Zug aus Breslau zu fliehen. Lehmann wuchs zunächst in der oberfränkischen Kleinstadt Rehau und später in Düsseldorf auf. Er studierte Mathematik und Physik an den Universitäten Köln und Mainz und legte 1967 sein Diplom ab. Anschließend widmete er sich neben einer Tätigkeit am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz dem Studium der Bibliothekswissenschaften, welches er 1970 mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. Nach seinem Studium war er zunächst Landeshochschulbibliothekar in Darmstadt. Ab 1973 war er Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main und wurde 1978 deren Leitender Direktor.

1988 wurde er Generaldirektor der Deutschen Bibliothek in Frankfurt. Nach der Wiedervereinigung führte er die beiden Nationalbibliotheken in Frankfurt und Leipzig (Deutsche Bücherei) sowie das Deutsche Musikarchiv Berlin unter Beibehalt aller drei Standorte organisatorisch unter dem Namen „Die Deutsche Bibliothek“ (heute Deutsche Nationalbibliothek) zusammen.

1998 erfolgte der Ruf nach Berlin als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Im Februar 2008 schied er aus diesem Amt aus; sein Nachfolger wurde Hermann Parzinger. Lehmann, der seit 2002 Vizepräsident des Goethe-Instituts war, wurde in der Nachfolge von Jutta Limbach am 11. September 2007 zum neuen Präsidenten des Goethe-Instituts gewählt; seine Wahl wurde umgehend durch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigt. Lehmann trat das Amt am 1. April 2008 an. Anfang 2013 bestätigte das Präsidium des Goethe-Instituts Lehmann für weitere vier Jahre in seinem Amt.

Mit Nachdruck hat sich Lehmann immer wieder für die Restitution deutschen Kulturgutes (Beutekunst) aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und die Provenienzforschung eingesetzt. Er engagierte sich maßgeblich für die Wiederherstellung der Berliner Museumsinsel und konnte in seiner Amtszeit als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie und des Bode-Museums feiern. Außerdem brachte er weitere Pläne wie die Rekonstruktion der Staatsbibliothek Unter den Linden, die Wiedereröffnung des Alten und Neuen Museums oder die Neugestaltung des Berliner Schlossplatzes auf den Weg.

Lehmann ist Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann-Stiftung, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain[1], der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft und Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Neben zahlreichen anderen ehrenamtlichen Ämtern ist er im Stiftungsrat des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Germanischen Nationalmuseums und Mitglied des Verwaltungsrats Deutsches Museum. Er ist Ehrenmitglied des Vereins deutscher Bibliothekare und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Ludwig-Maximilians-Universität München verlieh ihm im Jahr 2001 die Ehrendoktorwürde. 2010 wurde er Ehrensenator der Humboldt-Universität zu Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Schneider-Kempf (Hrsg.): Wissenschaft und Kultur in Bibliotheken, Museen und Archiven. Festschrift für Klaus-Dieter Lehmann zum 65. Geburtstag. Saur Verlag, München 2005. ISBN 3-598-11729-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://kulturfonds-frm.de/kulturfonds/gremien
  2. Bekanntgabe der Verleihungen des Bundesverdienstkreuzes vom 1. Mai 2011.