Klaus Eschen

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Klaus Eschen (* 6. September 1939) ist ein deutscher Jurist und Fotograf.

Klaus Eschen, der Sohn des prominenten Berliner Reportagefotografen Fritz Eschen, erlebte als Kind, wie sein Vater als Jude von den herrschenden Nationalsozialisten verfolgt und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde. 1943 entging der bereits verhaftete Vater nur knapp der Deportation, nachdem sich die nichtjüdische Mutter an einer Protestdemonstration vor dem Sitz der Gestapo beteiligt hatte. 1944 starb Eschens Bruder Thomas, nachdem ihm als „Halbjuden“ die notwendige Behandlung seiner Blinddarmentzündung verweigert worden war.[1]

Eschen, der seinen Vater nach dem Krieg bei dessen wieder aufgenommenen fotografischen Arbeit unterstützte, betätigte sich zunächst ebenfalls als journalistischer Fotograf, bis er nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung 1967 in Berlin als Anwalt tätig wurde. 1969 gründete er zusammen mit Horst Mahler und Hans-Christian Ströbele das Sozialistische Anwaltskollektiv, eine Anwaltssozietät, die mit der Verteidigung von Mitgliedern der RAF Bekanntheit erlangte. Nach der Auflösung des Sozialistischen Anwaltskollektivs 1979 war Eschen weiter als Rechtsanwalt in Berlin und als Gründungsmitglied des Republikanischen Anwaltsvereins (RAV) tätig. Dort war Eschen mit Kollegen wie Werner Holtfort, Rupert von Plottnitz, Otto Schily und Gerhard Schröder tätig. Bis 1991 war Eschen Vorsitzender des RAV. Seit 1983 war Eschen auch als Notar tätig. Von 1992 bis 2000 bekleidete Eschen das Amt eines Richters am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin. Im Alter von 70 Jahren ließ er 2009 seine Anwaltszulassung aufheben und widmet sich seither wieder verstärkt der Fotografie.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Christiane Landgrebe: Berlin, Fotografien 1960–1970. Jovis 2001, ISBN 3931321657
  • Gesetzliches Unrecht in der Zeit des Nationalsozialismus, Baden-Baden : Nomos-Verl.-Ges., 1997
  • „Linke“ Anwaltschaft von der APO bis heute, Köln : Presseverl. Theurer, 1988
  • Wie man gegen Polizei und Justiz die Nerven behält, Berlin : Rotbuch-Verlag, 1973

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter von Becker: Der Hintergrundprominente. In: Der Tagesspiegel vom 30. April 2011, abgerufen am 10. August 2015