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Klaus Lüdicke

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Klaus Lüdicke (* 18. Juni 1943 in Bad Warmbrunn) ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe und Kirchenrechtler.

Lüdicke wurde in Bad Warmbrunn in Schlesien am 18. Juni 1943 geboren. Er war das zweite Kind des Zollbeamten Klaus Lüdicke und der Lehrerin Annemarie Lüdicke. Die Familie wurde in Folge des Zweiten Weltkriegs vertrieben und kam ins Münsterland. Zunächst besuchte er die Schule in Münster, jedoch wurde sein Vater nach Saarbrücken versetzt, weshalb er dort sein Abitur ablegte.[1.1]

Nach seiner Schulzeit studierte Lüdicke in Münster und München katholische Theologie und Rechtswissenschaft. Das Theologiestudium schloss er 1969 ab und im Jahr 1974 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab. Seit 1969 arbeitete er bei Peter-Josef Keßler als wissenschaftliche Hilfskraft. Ab 1971 wurde er Mitglied des Bischöflichen Gerichts unter dem Offizial Paul Wesemann. Seine Tätigkeiten waren zunächst Hilfsarbeiten, später wurde er erst Ehebandverteidiger und dann Kirchenrichter.[1.1]

Ein Fachstudium des Kanonischen Rechts in München, dass er 1975 begann, schloss er 1977 mit der Promotion und dem Lizenziatsabschluss ab. Ab 1978 wirkte Lüdicke wieder in Münster. Dort arbeitete er sowohl im Offizialat als auch ab 1979 an der Theologischen Hochschule der Franziskaner und Kapuziner als Lehrbeauftragter. Auch an der Universität Münster lehrte er als Lehrstuhlvertreter Kirchenrecht. Während dieser Zeit arbeitete er an seiner Habilitation, die er 1983 beendete. Sie trägt den Titel Familienplanung und Ehewille. Der Ausschluß der Nachkommenschaft im nachkonziliaren kanonischen Eherecht. Habilitiert wurde er an der Karl-Franzens-Universität in Graz.[1.1]

Im Herbst 1983 wurde er auf den Lehrstuhl für Kirchenrecht und Geschichte des Kirchenrechts der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster berufen.[1.1]

Er gehörte zu den Hauptinitiatoren des zum Wintersemester 1991/92 eingerichteten Spezialstudiengangs Lizentiat im kanonischen Recht, den das Institut in Eigenverwaltung nach den Vorgaben der Apostolischen Konstitution Sapientia Christiana durchführt.[2] Zusammen mit einem ähnlichen Studiengang an der LMU München ermöglicht die Ausbildungsstätte die kirchlich und staatlich anerkannte postgraduale Ausbildung zum römisch-katholischen Kirchenrechtler in Deutschland. Lüdicke war auch nach seiner Emeritierung am IKR weiterhin lehrend tätig und blieb Mitarbeiter des kirchlichen Gerichts der Diözese Münster. 2011 unterzeichnete Lüdicke das Memorandum Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch.

Lüdicke ist seit 1970 verheiratet. Er hat zwei Kinder, die 1973 und 1974 geboren sind.[1.2]

Werke (Auswahl)

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  • Psychisch bedingte Eheunfähigkeit. Begriffe – Abgrenzungen – Kriterien (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 23: Theologie. Bd. 105). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1978, ISBN 3-261-02494-1 (Zugleich: München, Universität, Dissertation, 1977/1978: Psychisch bedingte Unfähigkeit zu Ehevertrag und Eheführung.).
  • Eherecht. Codex iuris canonici. Canones 1055–1165 (= Kommentar für Studium und Praxis.). Ludgerus-Verlag, Essen 1983, ISBN 3-87497-165-1.
  • Familienplanung und Ehewille. Der Ausschluß der Nachkommenschaft im nachkonziliaren kanonischen Eherecht (= Münsterische Beiträge zur Theologie. H. 50). Aschendorff, Münster 1983, ISBN 3-402-03955-9.
  • Der kirchliche Ehenichtigkeitsprozeß nach dem Codex Iuris Canonici von 1983. Normen und Kommentar (= Münsterischer Kommentar zum Codex iuris canonici. Beiheft. 10). Ludgerus-Verlag, Essen 1994, ISBN 3-87497-199-6.
  • „Dignitas connubii“. Die Eheprozeßordnung der katholischen Kirche. Text und Kommentar (= Münsterischer Kommentar zum Codex iuris canonici. Beiheft. 42). Ludgerus-Verlag, Essen 2005, ISBN 3-87497-252-6.
  • Die Nichtigerklärung der Ehe. Materielles Recht. Vorlesungsskript für Hörer der Vorlesung im Studiengang Kanonisches Recht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, Münster 2010.

Einzelnachweise

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  1. Peter Platen: Klaus Lüdicke zur Vollendung seines 80. Lebensjahres. In: Kirche und Recht. Band 29, Heft 1, 2023.
    1. a b c d S. 132.
    2. S. 133.
  2. Homepage des Studiengangs. Abruf vom 7. Februar 2017.