Klaus Lederer (Politiker)

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Klaus Lederer (2013)

Klaus Lederer (* 21. März 1974 in Schwerin) ist ein deutscher Politiker (Die Linke) und seit dem 8. Dezember 2016 Bürgermeister und Kultur- und Europasenator von Berlin.[1] Vom 30. Juni 2007 bis 10. Dezember 2016 war er Berliner Landesvorsitzender seiner Partei, nachdem er bereits seit Dezember 2005 Landesvorsitzender der Linkspartei.PDS war. Er war Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 18. September 2016.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lederer wuchs in Frankfurt (Oder) auf und ging dort zur Polytechnischen Oberschule, bis er 1988 mit seinen Eltern nach Berlin-Hohenschönhausen zog. Mit dem Umzug wechselte er zur Heinrich-Hertz-Oberschule in Berlin-Friedrichshain, einer EOS, ab 1990 Gymnasium, mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Diese beendet er 1992 mit dem Abitur. Danach betätigte er sich ein Jahr lang in der Jugendsozialarbeit. 1993 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin auf, das er 1998 mit der 1. Juristischen Staatsprüfung abschloss. Nach dem Studium leistete er ein Jahr Zivildienst in der Seniorenbetreuung. Danach arbeitete er an seiner Dissertation über die Privatisierung im Wassersektor an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, wo er 2004 promoviert wurde. Für seine Doktorarbeit erhielt Lederer im Januar 2005 den Carl-Goerdeler-Preis des Deutschen Instituts für Urbanistik und den John-Desmond-Bernal-Preis der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg. Im Februar 2006 bestand er das 2. Juristische Staatsexamen.

Der offen schwule Politiker[2] wohnt in Prenzlauer Berg, ist Mitglied der Initiative Queer Nations[3] und nahm im Zuge der Queer-Nations-Konferenz 2007 an der Parada Równości in Warschau teil[4]. Mit der am Prenzlauer Berg beheimateten A-cappella-Combo Rostkehlchen trat er mehrmals auf und produzierte im Jahr 2002 eine CD, wo er als Tenor Lieder der DDR-Punk-Band Feeling B im Stil der Zwanziger Jahre einspielte.

Am 5. Juni 2009 ist er mit seinem langjährigen Lebensgefährten eine Lebenspartnerschaft eingegangen.[5]

Klaus Lederer (2010)

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 trat Lederer der PDS bei. Für sie gehörte er von 1992 bis 1995 dem Jugendhilfeausschuss des damaligen Bezirks Mitte an. 1995 wurde er Bezirksverordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der PDS im Bezirk Prenzlauer Berg, wohin er inzwischen umgezogen war. Von 1997 bis 2003 war er Mitglied der Bundesschiedskommission der PDS. Im Jahr 2000 wurde er stellvertretender Bezirksvorsitzender der PDS im Bezirk Pankow, 2003 stellvertretender Landesvorsitzender.

Im Dezember 2005 löste Lederer Stefan Liebich als Landesvorsitzender der Linkspartei.PDS ab. Auf dem Landesparteitag erhielt er knapp 90 Prozent der Stimmen. Im Juni 2007 wurde er mit knapp 80 Prozent der Delegiertenstimmen zum ersten Landesvorsitzenden des neugegründeten Berliner Landesverbandes der Partei Die Linke gewählt. Im Dezember 2008 wurde er mit 73 Prozent der Stimmen als Vorsitzender bestätigt. Zu den Bundestagswahlen 2009 und 2013 trat Lederer als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte an, konnte aber kein Bundestagsmandat erreichen.

Innerhalb der Partei arbeitet Lederer im Forum demokratischer Sozialismus mit und ist seit 2012 Mitglied des Bundesvorstands.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 ist er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, wo er als Nachrücker den Platz von Harald Wolf einnahm, der zum Jahreswechsel 2002/03 Wirtschaftssenator in Berlin geworden war. Lederer ist rechtspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und Mitglied des Ausschusses für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Immunität und Geschäftsordnung.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Antritt des Rot-rot-grünen Senats am 8. Dezember übernahm Lederer das Amt des Bürgermeisters und Kultur- und Europasenators in der von Michael Müller (SPD) geführten Landesregierung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klaus Lederer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung, Leipziger Volkszeitung, 17. November 2016, S. 11
  2. Uwe Rada: taz-Serie "Haben Sie noch Feuer?" (Teil 3) "Genussraucher sein wäre schön", taz Regionalausgabe Berlin, 28. Dezember 2007
  3. Klaus Lederer - Persönliches - Mitgliedschaften, Aufruf: 5. Juni 2008
  4. Presseaussendung: Gegen Homophobie - in Deutschland und überall!, pds-queer.de, 17. Mai 2007, International Day Against Homophobia
  5. “Linke-Chef sagt JA zu seinem Oskar” Berliner Kurier, 6. Juni 2009