Klaus Müller (Politiker, 1971)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klaus Müller (2010)

Klaus Wolfgang Müller (* 21. Februar 1971 in Wuppertal) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und derzeitiger Verbraucherschützer. Er war von 2000 bis 2005 Umwelt- und Landwirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1990 am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal[1] leistete Müller zunächst den Zivildienst beim Service Civil International e. V. in Bonn ab und begann dann 1992 ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, welches er 1997 als Diplom-Volkswirt beendete. 1998 war er bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein angestellt.

Vom 1. Juli 2006 bis 30. April 2014 war Klaus Müller Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mit Beginn dieser Tätigkeit legte er alle seine politischen Ämter und Mandate nieder. Von 2006 bis 2014 war er Mitglied im Kuratorium der Stiftung Warentest, seit 2016 ist er Mitglied in ihrem Verwaltungsrat. Von Januar 2008 bis April 2014 war er stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises der Verbraucherzentralen und von November 2012 bis April 2014 stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (vzbv), nachdem er zuvor drei Jahre lang bereits Vorsitzender des Gremiums war. Von 2010 bis 2015 war er Mitglied im Vorstand der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Während der acht Jahre als Vorstand der Verbraucherzentrale NRW wurde das Beratungsstellennetz von 54 auf 60 ausgebaut, zahlreiche Verbandsklagen u. a. gegen RWE und die Deutsche Telekom geführt und gewonnen sowie neue Kooperationen u. a. mit dem Landeskriminalamt NRW geschlossen.

Seit dem 1. Mai 2014 ist Klaus Müller Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv[2]. In dieser Zeit wurden die Marktwächter als verbraucherorientiertes Marktbeobachtungssystem ausgebaut, zuerst für den Finanzmarkt, dann für digitale Themen und zuletzt für den Energiemarkt. In der aktuellen Legislaturperiode wurde u. a. auf Betreiben des vzbv vom Deutschen Bundestag am 14.06.2018[3] die Musterfeststellungsklage beschlossen. Als erste Klage hat der vzbv eine Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen wegen des Dieselskandals[4] angekündigt, die am 1.11.2018 eingereicht werden wird. Er war Mitglied der Ethikkommission autonomes Fahren des Bundesverkehrsministeriums, die am 20.06.2017 ihren Abschlussbericht[5] vorgelegt hat. Seit September 2018 ist er Mitglied der Datenethikkommission[6] des Bundesinnen- und Bundesjustizministeriums. International vertritt er die Interessen des vzbv im europäischen Dachverband BEUC, bei Consumer International und im transatlantischen Konsumer Dialog TACD[7]. Seit 2016 hat er einen kleinen Lehrauftrag[8] am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Seit 1990 ist Müller Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Von 1992 bis 1994 war er Mitglied im Kieler Kreisvorstand. Von 1994 bis 1997 war er Sprecher des Landesvorstandes in Schleswig-Holstein, von 2000 bis 2006 war er außerdem Mitglied des Parteirates der Bundespartei und von 2005 bis 2006 des schleswig-holsteinischen Parteirats. Er war 1998 und 2002 Mitglied der Gruppe Finanzen und Haushalt bei den rot-grünen Koalitionsverhandlungen in Berlin (diese Verhandlungen führten zur Bildung der Kabinette Schröder I und Schröder II) und Mitglied in der Kommission zur Erarbeitung des grünen Grundsatzprogramms.

Müller wurde nach der Bundestagswahl 1998 Mitglied des 14. Deutschen Bundestages; er wurde über die Landesliste der Grünen Schleswig-Holstein gewählt. Hier war er finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Am 31. März 2000 schied er als Abgeordneter aus.

Von 2005 bis zur Mandatsniederlegung am 16. Juni 2006 war er Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein und zuständig für die Finanz-, Wirtschafts-, Energie- und Verkehrspolitik seiner Fraktion.

Seit Juli 2018 ist Müller Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung.[9]

Klaus Müller ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Berlin und Düsseldorf.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller wurde am 28. März 2000 als Minister für Umwelt, Natur und Forsten (ab 2003 Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft) des Landes Schleswig-Holstein in die von Ministerpräsidentin Heide Simonis geführte Landesregierung berufen. Seit der missglückten Wiederwahl von Heide Simonis am 17. März 2005 war er nur noch geschäftsführend im Amt. Nach der anschließenden Bildung einer Großen Koalition und der Wahl von Peter Harry Carstensen (CDU) zum Ministerpräsidenten schied er am 27. April 2005 aus der Landesregierung aus.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Müller im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. {http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/klaus-mueller-verbraucherzentrale-bekommt-neuen-chef/9625652.html}@1@2Vorlage:Toter Link/www.handelsblatt.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. tagesschau.de: Bundestag beschließt Musterfeststellungsklage. Abgerufen am 22. Oktober 2018 (deutsch).
  4. Musterfeststellungsklage gegen VW kommt | VZBV. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
  5. publisher: BMVI - Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren legt Bericht vor. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
  6. BMJV | Forschung und Wissenschaft | Datenethikkommission. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
  7. Klaus Müller (englisch) TACD. Abgerufen am 11. Juni 2019.
  8. Universität Düsseldorf: Klaus Müller, Minister a. D. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
  9. Datenethikkommission. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 18. Juli 2018, abgerufen am 2. September 2018.