Klaus Schmidt (Archäologe)

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Klaus Schmidt 2014 auf der Monumento

Klaus Peter Schmidt (* 11. Dezember 1953 in Feuchtwangen; † 20. Juli 2014 in Ückeritz) war ein deutscher Prähistoriker. Er leitete ab 1995 die Ausgrabungen am Göbekli Tepe.

Leben[Bearbeiten]

Klaus Schmidt studierte von 1974 bis 1983 Ur- und Frühgeschichte sowie Klassische Archäologie und Geologie an den Universitäten Erlangen und Heidelberg. 1983 wurde Schmidt in Heidelberg bei Harald Hauptmann promoviert. 1984 bis 1986 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1986 bis 1995 war er Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg und arbeitete an unterschiedlichen Projekten des Deutschen Archäologischen Instituts und der Universität Heidelberg mit. Ab 1995 war Klaus Schmidt Leiter der Ausgrabungen am Gürcütepe und am Göbekli Tepe. 1999 habilitierte er sich an der Universität Erlangen, wo er ab 2000 als Privatdozent für Ur- und Frühgeschichte am Institut für Ur- und Frühgeschichte tätig war; 2007 wurde er an der Universität Erlangen zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 2001 an war er Referent für prähistorische Archäologie Vorderasiens bei der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Schmidt war seit 2006 korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Besonderes Aufsehen erregten die Ausgrabungen am Göbekli Tepe nach der Veröffentlichung des Buches „Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger“.

Klaus Schmidt war mit der türkischen Archäologin Çiğdem Köksal-Schmidt verheiratet.[1] Er starb im Alter von 60 Jahren während eines Badeurlaubs auf der Ostseeinsel Usedom an einem Herzanfall. Die Grabungen in Göbekli Tepe sollen auch nach Schmidts Tod fortgeführt werden.[2][3]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Norsuntepe. Kleinfunde I. Die lithische Industrie. 1996.
  • Frühneolithische Tempel. Ein Forschungsbericht zum präkeramischen Neolithikum Obermesopotamiens. In: Mitteilungen der deutschen Orient-Gesellschaft 130, 1998, ISSN 0342-118X, S. 17–49.
  • Göbekli Tepe, Southeastern Turkey. A preliminary Report on the 1995–1999 Excavations. In: Palèorient 26, 2001, S. 45–54.
  • Norsuntepe. Kleinfunde II. Artefakte aus Felsgestein, Knochen und Geweih, Ton, Metall und Glas. 2002.
  • mit Joris Peters: Animals in the symbolic world of Pre-Pottery Neolithic Göbekli Tepe, south-eastern Turkey: a preliminary assessment. In: Anthropozoologica 39, 1, 2004, ISSN 0761-3032, S. 179–218 (Volltext).
  • Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger. Die archäologische Entdeckung am Göbekli Tepe. Beck, München 2006; 2., verbesserte Auflage 2006; 3., erweiterte und aktualisierte Auflage 2007, ISBN 978-3-406-53500-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilung des Generalkonsulats. Botschafter H. Avni Karslıoğlu Zum Tode Von Prof. Dr. Klaus Schmidt. Generalkonsulat der Republik Türkei, 25. Juli 2014, abgerufen am 4. August 2014.
  2. Archäologie: Archäologe Klaus Schmidt stirbt beim Baden auf Usedom. Focus, 22. Juli 2014, abgerufen am 22. Juli 2014.
  3. Die Tempel der Jäger, Artikel von Jürgen Gottschlich, taz online vom 24. August 2014