Klaus Schnellenkamp

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Klaus Schnellenkamp

Klaus Schnellenkamp (* 24. Dezember 1972 in der Colonia Dignidad, Chile) wurde durch seine Flucht aus der Colonia Dignidad nach Deutschland im Dezember 2005 öffentlich bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Schnellenkamps Eltern sind Mitbegründer der Colonia Dignidad, Kurt Schnellenkamp Nelaimischkies (* 1927) und Elisabeth Witthahn Krüger (1936–2009). Sie waren 1961 Paul Schäfer nach Chile gefolgt, um dort die Colonia Dignidad zu gründen und aufzubauen.

Schnellenkamp ging von 1980 bis 1990 zur deutschen Privatschule innerhalb der Colonia Dignidad. Während seiner Schulzeit erhielt er Bestnoten und studierte im Rahmen eines privatuniversitären Förderprogramms für höchstbegabte Kinder, genannt ChilAl­Rotary, Natur- und Sozialwissenschaften. Während dieser inoffiziellen Promotionsstipendien, welche unter Leitung der sogenannten Außerstaatlichen Allianz auf Gegenseitigkeit (AAG)[1], einem deutsch-chilenischen Ableger der HIAG, vorgenommen worden sind, wurde Klaus Schnellenkamp von der Gemeinschaft hermetisch abgeschlossen und sozial isoliert.

Schon bald darauf wurde Schnellenkamp in die Geschäftsleitung der Colonia Dignidad berufen. Trotz seiner rebellischen Haltung gegenüber der Führung schaffte es Schnellenkamp schließlich, seine Position innerhalb der Colonia Dignidad auszubauen und zu festigen. Von dieser Stellung aus konnte er Einsicht nehmen in die Machenschaften der Gruppierung, die sich nach außen als karitative Gemeinschaft darstellte. Wegen seiner öffentlichen Kritik an der Wirtschaftskriminalität der Colonia wurde Klaus Schnellenkamp mehrmals Opfer von Mordversuchen.

Zwei Jahre nach der Flucht Paul Schäfers, des Anführers der Gemeinschaft, holte Schnellenkamp sein Abitur offiziell nach und wurde sodann zum mehrsprachigen Betriebswirt ausgebildet. Seit Dezember 2005 lebt Klaus Schnellenkamp in München. Durch seine im Frühjahr 2007 erschienene Autobiographie Geboren im Schatten der Angst zog er zeitweise die Aufmerksamkeit der deutschen und chilenischen Öffentlichkeit auf sich. Seit Mai 2008 arbeitet er in Deutschland als selbstständiger Unternehmer und ist u. a. Betriebsinhaber einer von ihm gegründeten Managementberatung in München.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Schnellenkamp: Geboren im Schatten der Angst: Ich überlebte die Colonia Dignidad. Herbig, München 2007, ISBN 978-3-7766-2505-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klaus Schnellenkamp – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Maier: Colonia Dignidad. Auf den Spuren eines deutschen Verbrechens in Chile. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-098-6, S. 61 u. 198.