Klaus Tschira Stiftung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klaus Tschira Stiftung gGmbH

(KTS)

KTS wikipedia (2).jpg
Rechtsform: gemeinnützige GmbH
Zweck: Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik
Vorsitz:
Geschäftsführung: Beate Spiegel
Bestehen: seit 1995
Stifter: Klaus Tschira
Sitz: Heidelberg
Website: www.klaus-tschira-stiftung.de

kein Vorsitz angegeben

Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) ist eine deutsche gemeinnützige Organisation mit der Rechtsform gGmbH zur Förderung von MINT-Fächern. Sie wurde 1995 von dem Physiker Klaus Tschira gegründet und bis zu seinem Tod 2015 von diesem geleitet.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation will Kindergärten, Bildungs- und Forschungseinrichtungen bei der Erarbeitung und verständlichen bzw. anschaulichen Darstellung von Forschungsergebnissen unterstützen. Ziele sind, Menschen im frühen Lebensalter dOie Faszination für Naturwissenschaften zu wecken, Forschung für die Gesellschaft zu betreiben und Wissenschaft für Laien verständlich darzustellen. Außerdem werden auf Antrag Projekte gefördert. Die Organisation engagiert sich dementsprechend in den drei Hauptbereichen:

  • Faszination Naturwissenschaften,
  • Forschung für die Gesellschaft und
  • Verständliche Wissenschaft.

Im Jahr 2013 gründete die Organisation die Heidelberg Laureate Forum Foundation, die das jährliche Heidelberg Laureate Forum ausrichtet, bei dem ausgewählte Nachwuchswissenschaftler der Mathematik und Informatik in Heidelberg die bedeutendsten Wissenschaftler ihres Fachbereiches treffen.[1]

Mit dem internationalen Friedenspreis Dresden-Preis honoriert die Organisation besondere Leistungen gegen Konflikte, Gewalt und Eskalationen.

„Faszination Naturwissenschaften“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KTS will Anstöße zur Förderung der Begeisterung und Neugier Heranwachsender für Naturphänomene geben.

Explore Science[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Explore Science sind naturwissenschaftlichen Erlebnistage, die seit 2006 jährlich von der KTS im Luisenpark Mannheim veranstaltet werden. Mit Schülerwettbewerben, Experimentalvorträgen und Mitmachausstellungen können Kindergartenkinder, Schüler, Lehrer und Eltern auf naturwissenschaftliche Entdeckungsreise gehen. Jedes Jahr erhält die Veranstaltung ein anderes naturwissenschaftliche Schwerpunktthema; bisherige Themen waren Energie (2017), Mensch (2016), Physik, Bewegung (2015), Biodiversität (2014), Geowissenschaften (2013), Mathematik (2012), Optik (2011), Akustik (2010), Welt der Elemente (2009), Astronomie (2008), Bionik (2007), Naturwissenschaften (2006). Bei den Schülerwettbewerben können Geldpreise gewonnen werden. Die Wettbewerbe sind nach Alter gestaffelt. [2]

Jugend präsentiert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Projekt Jugend präsentiert fördert die KTS die Kompetenzen von Schülern bei der Präsentation von Wissen. Training, Wettbewerb und Kommunikation sind die tragenden Säulen des Projektes. Sie stellt von Wissenschaftlern und Lehrern konzipiertes Unterrichtsmaterial zur Verfügung und bildet Lehrkräfte in Seminaren fort. Schüler der 8.-10. Jahrgangsstufe können nach der Vorbereitung im Unterricht am jährlich ausgeschriebenen Schülerwettbewerb teilnehmen.

Jugend präsentiert ging aus dem Jugendsoftwarepreis hervor. Dieser zeichnete von 2001 bis 2011 jährlich Schüler aus, die eine hervorragende Lernsoftware oder Präsentation in digitaler Form entwickelt hatten, um naturwissenschaftliche und mathematische Erkenntnisse anschaulich zu präsentieren. Das Projekt wurde mit der zehnten Vergabe im Januar 2011 beendet.

„Forschung für die Gesellschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Ziel der Arbeit ist es, Forschungsergebnisse zum Nutzen der Gesellschaft anzuwenden. Deshalb fördert die Organisation wissenschaftlichen Nachwuchs, betreibt eigene Forschung und unterstützt Projekte anderer Institutionen. Dabei unterstützt sie hauptsächlich von ihr selbst initiierte Vorhaben.

Heidelberger Institut für Theoretische Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2010 wurde das Heidelberger Institut für Theoretische Studien als Nachfolger des 2003 gegründeten EML Research (European Media Laboratory) eröffnet. Das Schwesterinstitut des anwendungsorientierten EML GmbH verfolgt langfristige Ziele in der Grundlagenforschung, die keinen wissenschaftlichen Modeströmungen unterliegen sollen. Die Arbeitsgruppen forschen in den Gebieten der Lebenswissenschaften, wissenschaftliche Datenbanken und Computerlinguistik, Theoretische Astrophysik, statistische Methoden und Computerwissenschaften. In Zukunft sollen bis zu zehn Forschungsgruppen am HITS vertreten sein. Das Institut verfolgt einen interdisziplinären, kooperativen Ansatz.

Klaus-Tschira-Labor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klaus-Tschira-Labor für physikalische Altersbestimmung ist eine Institution der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und ein An-Institut der Universität Tübingen. Hier werden geisteswissenschaftliche Überlegungen zur zeitlichen Einordnung von Kunstwerken mithilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen wie der Radiokohlenstoffdatierung überprüft.

„Verständliche Wissenschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Verständnis für Naturwissenschaften zu fördern, unterstützt die Organisation Journalisten und Wissenschaftler beim Erlernen kommunikativer Fähigkeiten in diesem Bereich.

Klartext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lok der Baureihe 101 mit Werbung für den Klaus Tschira Preis

Der „Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft“ war das erste operative Projekt der Organisation. Seit 2017 trägt der Preis den Namen „KlarText – Preis für Wissenschaftskommunikation“. Bei dem Wettbewerb sucht die Stiftung junge Wissenschaftler, die eine sehr gute Doktorarbeit geschrieben und Interesse haben, einem nicht-wissenschaftlichen Publikum zu erklären, was sie erforscht haben. Dazu reichen sie einen allgemein verständlichen Artikel in deutscher Sprache ein.

Bewerben können sich alle Wissenschaftler, die im Vorjahr der Ausschreibung in Biologie, Chemie, Informatik, Geowissenschaften, Mathematik, Neurowissenschaften oder Physik eine Doktorarbeit geschrieben haben.

In der Vorauswahl sichten angehende Redakteure der Deutschen Journalistenschule in München die eingereichten Arbeiten und empfehlen zwei Drittel der Texte für die nächste Jury-Runde. Die verbliebenen Artikel gehen anschließend in die fachliche Prüfung. Dazu wird jeder Text von zwei Wissenschaftlern aus dem jeweiligen Fachgebiet gelesen. Ihr Hauptaugenmerk liegt zunächst auf der fachlichen Qualität. Vor allem prüfen sie aber auch, ob es im Beitrag wirklich um die eigene Forschungsleistung geht und nicht etwa allgemeine Prinzipien beschrieben werden.

Am Ende bleiben einige Dutzend Beiträge übrig, die von der achtköpfigen Sprachjury aus Wissenschaftlern und Journalisten unter die Lupe genommen werden. Diese wählen in jeder der Kategorien die Beiträge aus, die ihnen am preiswürdigsten erscheinen. Sie geben Rankings ab, diskutieren diese in einer mehrstündigen Jurysitzung und küren schließlich die finalen Sieger.

Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2001 bis Dezember 2012 veranstaltete die KTS Kommunikationstrainings für Wissenschaftler, „Sag’s klar“ genannt.

2012 gründete die Organisation gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation. Das Institut bildet Wissenschaftler und Studierende für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit fort und fördert den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Journalisten.

Science Media Center Germany[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 hat die Organisation die Science Media Center Germany (SMC) gegründet. Das SMC soll eine vielseitige, kompetente und auch kritische Berichterstattung über Themen mit Wissenschaftsbezug in den Medien fördern, unabhängig von Partikularinteressen. Die gemeinnützige Einrichtung wird von Wissenschaftsjournalisten betrieben. Sein Produkt- und Dienstleistungsangebot für Journalisten soll das Science Media Center Germany im Frühjahr 2016 in Köln starten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heidelberg Laureate Forum Foundation
  2. Klaus Tschira Stiftung gGmbH: explore science. Abgerufen am 6. April 2018.