Klaus Wolfermann

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Klaus Wolfermann, Sontheim 2011

Klaus Wolfermann (* 31. März 1946 in Altdorf bei Nürnberg) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet.

Sein größter sportlicher Erfolg war der Sieg beim Speerwurf-Wettbewerb der Olympischen Spiele 1972 in München, wo er mit einer Weite von 90,48 m den hoch favorisierten Weltrekordler Jānis Lūsis bezwang, der 90,46 m erreichte.[1]

Seine guten Leistungen setzte er am 5. Mai 1973 in Leverkusen fort, als er mit 94,08 m einen neuen Weltrekord im Speerwurf aufstellte, der fast vier Jahre lang Bestand hatte. Zwischen 1969 und 1974 gewann er sechsmal nacheinander den Titel eines Deutschen Meisters im Speerwurf. Er hatte bei einer Größe von 1,76 m ein Wettkampfgewicht von 89 kg. Wolfermann startete für den SV Gendorf.

Außer 1972 nahm Wolfermann auch an den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko teil, wo er aber in der Qualifikationsrunde nur den 16. Platz belegte. An den Olympischen Spielen 1976 in Montreal konnte er wegen einer Armverletzung nicht teilnehmen. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften gelang Wolfermann in seiner aktiven Zeit keine Platzierung unter den ersten Drei. Weltmeisterschaften wurden erst später eingeführt.

Aufgrund seiner Popularität wurde er 1972 und 1973 in der Bundesrepublik Deutschland zum Sportler des Jahres und 1972 zum Sportler Europas gewählt. Zum Jahrhundertwechsel wurde er zum deutschen Speerwerfer des Jahrhunderts gewählt. 2004 gehörte er zu den Fackelläufern, die das olympische Feuer durch München trugen.

Nach dem Karriereende 1978 betätigte sich Wolfermann als Bremser und Anschieber im Bob und wurde im Viererbob des Piloten Georg Heibl 1979 Deutscher Vizemeister und Vierter im Europacup.[2]

Seit 1967 ist er verheiratet mit seiner Frau Friederike, hat eine Tochter und lebt seit 2001 in Penzberg in Oberbayern. Er betreibt eine Sportvermarktungsagentur und engagiert sich als Vorsitzender des FC Olympia, einer Vereinigung von deutschen Medaillengewinnern, die für soziale Zwecke an Fußball-, Volleyball- und Golfspielen sowie sonstigen Veranstaltungen teilnehmen. Er ist Sonderbotschafter für Special Olympics, der einzigen vom IOC autorisierten Sportgemeinschaft für geistig behinderte Mitmenschen. Seit 2006 organisiert er Golfturniere und andere Veranstaltungen für KiO-Kinderhilfe-Organtransplantation, einer Initiative der Aktion „Sportler für Organspende“. Weiterhin ist er Mitglied des EAGLES-Charitiy-Golfclubs und war Botschafter für die Olympiabewerbung 2018.

2011 wurde Klaus Wolfermann in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kluge, Volker: Olympische Sommerspiele, die Chronik III. 2000, S. 386. ISBN 3-328-00741-5
  2. http://www.leichtathletik.de/news/news/detail/klaus-wolfermann-feiert-70-und-wuenscht-sich-einen-nachfolger/