Klaviersonate Nr. 15 (Beethoven)

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Die Klaviersonate Nr. 15 op. 28 schrieb Ludwig van Beethoven im Jahre 1801. Sie ist Joseph Edlem von Sonnenfels gewidmet. Das Autograph trägt die Bezeichnung Grande Sonata. Das Werk erschien als Grande Sonate pour le Pianoforte und wurde später von Cranz in Hamburg als Sonata pastorale verlegt. Wie keine andere verströmt sie sanfte Gelöstheit. Dieses Pastorale zum Klingen zu bringen, ist viel schwerer als das Werk zu „spielen“. Im Konzertsaal ist es selten zu hören.

Aufbau[Bearbeiten]

  • 1. Satz: Allegro, D-Dur, 34, 461 Takte
  • 2. Satz: Andante, d-Moll, 24, 99 Takte
  • 3. Satz: Scherzo, Allegro vivace, D-Dur, 34, 94 Takte
  • 4. Satz: Rondo, Allegro ma non troppo, D-Dur, 68, 210 Takte

Eine Besonderheit der Ecksätze ist, dass sich das Hauptthema über einem Orgelpunkt entwickelt. So ist der „Auftakt“ des 1. Satzes ein ganzer Takt. Alle Sätze kreisen um die Quinte.

„Für fröhliche Sachen und solche, die Größe haben.“

Jean-Jacques Rousseau über D-Dur

1. Satz[Bearbeiten]

Die gleichmäßigen Viertel im Bass auf D über fast 40 Takte – teilweise in die Mittelstimmen gelegt – bilden das Fundament. Das im Umfang einer Quinte absteigende Motiv beginnt über dem Dominantseptakkord und kehrt in irgendeiner Form in allen Sätzen wieder.

Im Seitensatz bringt Beethoven interessante Figuren, so eine vierstimmige Satzart mit paralleler Bass- und Melodiestimme und einer Achtelbegleitung in den Mittelstimmen, die von den Romantikern, insbesondere von Schubert übernommen wurde. Am Ende der Exposition weist eine Oktavfigur mit Staccato-Akkorden im Bass auf das Scherzo hin.

2. Satz[Bearbeiten]

Begleitet von Staccato-Sechzehnteln (wie im Scherzo der Klaviersonate Nr. 18), erinnert das sangliche Thema an eine Ballade. Es erscheint viermal, einmal in F-Dur und einmal beschleunigt in Zweiunddreißigsteln. Den Dur-Kontrast bildet ein punktiertes, für Beethoven typisches Motiv („ramm-pa-bam“), gefolgt von launigen, tanzartigen Sechzehnteltriolen im Staccato.

3. Satz[Bearbeiten]

Funkelnden Witz und enormen Drive hat das skizzenhafte Scherzo. Das über vier Oktaven absteigende Motiv erweitert sich in Terz, Sexte und Sextakkord. Die Quinte ist in den Achteln des 1. Viertels versteckt. Das leere 3. Viertel verweist auf den 1. Satz. Die dreimal acht Takte des Trios bleiben – mit grummelnden Oktaven links –leise in der Paralleltonart h-Moll.

4. Satz[Bearbeiten]

Ähnlich wie im ersten Satz leitet ein Orgelpunkt, dieses Mal mit bordunartiger Wirkung, den letzten Satz ein, wieder ist das Thema ein eher kurzes, absteigendes, dem Hauptthema des ersten Satzes verwandtes Motiv, das sofort wiederholt wird. Erst arpeggierte Akkorde lösen die durch den monotonen Bass erzeugte Spannung auf.

Formal ist der Satz ein Bogenrondo: A B A C A B A plus Coda. Wie öfters in den Schlusssätzen der Beethovenschen Klaviersonaten kann man auch eine Sonatenhauptsatzform nachweisen. Hier ergeben sich die folgenden Formteile: Exposition T. 1–50, Hauptsatz ab Takt 1, Seitensatz ab Takt 29 (mit Auftakt) in der Dominanttonart A-Dur; Durchführung T. 51–113; Reprise Takt 114–167, Seitensatz ab Takt 145 in der Grundtonart; Coda T. 169 bis Ende. Alle großen Formteile beginnen mit dem Hauptthema, also dem A-Teil der Rondoform. Die Sonate endet mit virtuosen Sechzehntelfiguren der rechten Hand, von der linken Hand begleitet mit dem Bass des Hauptthemas in Oktaven.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klaviersonate Nr. 15 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien