Klebezettel

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Ein Klebezettel

Ein Klebezettel oder eine Haftnotiz, auch als Post-it[1] oder Haftie bekannt, ist ein kleiner Zettel, der an der Rückseite einen mit Haftklebstoff beschichteten Streifen besitzt, mit dem man ihn an einem anderen (glatten) Gegenstand festkleben, von dort rückstandsfrei wieder lösen und erneut festkleben kann.

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Die Klebewirkung verliert sich langzeitlich, ist aber für mehrere Klebungen ausreichend, je nachdem, wie schmutzig (Staub, Fett) die Untergründe sind.

Die Klebezettel waren zu Beginn kanariengelb, inzwischen, seit Auslaufen der Basispatente, gibt es sie in vielen verschiedenen Farben und Formen von zahlreichen Anbietern. Klebezettel sind auch ein beliebtes Werbegeschenk. Sie haben sich heute zu einem allgegenwärtigen Büroutensil entwickelt. Besonderheit sind die unlösbaren Kleberperlen des Klebstreifens. Sie ermöglichen es, den Zettel mehrmals auf unterschiedlichste Oberflächen zu kleben und rückstandsfrei wieder zu lösen.

Verwendung als Kunstobjekt[Bearbeiten]

Die Klebezettel werden in verschiedenen Farben an Wände und Fensterscheiben geklebt, um damit verschiedene Motive abzubilden. Diese Art der Kunst nennt sich „Post-it-war“[1]. Hintergrund ist das Rayman-Motiv der Firma Ubisoft, welches von dem gegenüberliegenden Gebäude der Großbank BNP Paribas durch schießende Hasen gekontert wurde.[2]

Dieser Trend findet sich auch in Deutschland auf diversen Veranstaltungen wieder. So wurden etwa auf der weltweit größten Computermesse CeBIT im März 2012 die Seitengänge des IBM-Standes mit diversen Schriftzügen, sowie EDV- und Spielemotiven beklebt.[3] Auch an Fenstern von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Universitäten sind solche Kunstobjekte zu finden. Sie stellen z.B. populäre Spielfiguren aus Computerspielen wie Pac-Man, Space Invaders, Super Mario oder Bubble Bobble usw. dar.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

1968 beschäftigte sich Spencer Silver von der Minnesota Mining and Manufacturing Company (3M) mit der Entwicklung eines neuen Superklebers, welcher stärker als alle bekannten Klebstoffe werden sollte. Das Ergebnis seiner Arbeit war jedoch nur eine klebrige Masse, die sich zwar auf allen Flächen auftragen ließ, jedoch auch genauso leicht wieder abzulösen war. Das einzige Produkt, das sich daraus entwickelte, war eine Art Pinnwand, die jedoch ohne Pins auskommen sollte. Das Board wurde mit dem Klebstoff bestrichen, sodass sich Zettel einfach hinkleben und wieder ablösen ließen. Da sich dieses Board nur schlecht verkaufte, wurde es vom Markt genommen und die Erfindung von Spencer Silver geriet in Vergessenheit.

Jahre später, 1974, ärgerte sich Art Fry, Mitglied eines Kirchenchors und ein Kollege Spencer Silvers, darüber, dass ihm seine Lesezeichen im Stehen ständig aus den Notenheften herausfielen. Er erinnerte sich an die Erfindung seines Kollegen und holte sich eine Probe des Klebers aus dem Labor. Er trug ihn auf kleine Zettel auf und erprobte seine Erfindung gleich am nächsten Sonntag in der Kirche. Und tatsächlich hafteten seine Lesezeichen zuverlässig, ließen sich aber dennoch leicht lösen, ohne die Notenblätter zu zerstören. Die Post-its[1] waren erfunden.

Der ursprüngliche Klebezettel ist kanariengelb und hat eine Größe von 76 × 76 mm. Mittlerweile gibt es mehr als 400 Produktvarianten von verschiedenen Herstellern. In Deutschland werden pro Jahr ca. 4,5 Mio. Blöcke (zu je 100 Blatt) verkauft (Stand 4/2005).

Die US-Zeitschrift „Fortune“ erklärte den Klebezettel zu einer der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts – zusammen mit dem Kühlschrank, der Boeing 707 und der Compact Disc.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Post-it notes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Post-it ist ein eingetragener Markenname von 3M.
  2. Gerd Niewerth: Post-it war: Krieg der Haftzettel in Pariser Büroviertel. Westdeutsche Zeitung. Abgerufen am 16. August 2012.
  3. Post-It War auf der CeBIT 2012. Bens IT-Kommentare. Archiviert vom Original am 27. Februar 2014, abgerufen am 27. Februar 2014.
  4. TrendJam Magazin: Post-it® art war, Grafik mit Klebezetteln, Trend aus Frankreich nun auch in Deutschland. Abgerufen am 13. Oktober 2012