Kleiderkreisel

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Kleiderkreisel

Vinted logo.png
Basisdaten

Entwickler Kleiderkreisel GmbH
Erscheinungsjahr 2008
Betriebssystem Android, iOS, Website
Kategorie Online-Kleinanzeigen,
Second-Hand-Kleidung
Lizenz Freeware[1]
deutschsprachig ja
www.kleiderkreisel.de

Kleiderkreisel ist eine Online-Handelsplattform, die mittels Nutzung einer Mobile App (kurz: App) oder mittels Browser ermöglicht, Kleidung, Accessoires und Kosmetik zu tauschen, zu verkaufen und zu verschenken.[2] Die Kleiderkreisel GmbH ist ein Tochterunternehmen des international tätigen Unternehmens Vinted Limited, welches mit etwa 20 Millionen Nutzern weltweit der größte Marktplatz für gebrauchte Kleidung ist.[3][4] Die Kleiderkreisel GmbH ist ebenfalls Betreiber der Plattform Mamikreisel.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mutterkonzern Vinted wurde 2008 unter dem Namen Miju Projects von Justas Janauskas und Milda Mitkute in Litauen gegründet.[6][7] Kleiderkreisel selbst existiert seit 2009 und ist die größte Plattform in der Vinted Gruppe.[6][8] Kleiderkreisel war zunächst nur mit einem Webbrowser erreichbar. Seit 2010 war im Konzern Vinted eine mobile App in Entwicklung. Diese lief jedoch langsam, weshalb sie im Jahr 2012 an Lemon Labs abgegeben wurde.[9] Ende 2012 wurde die App veröffentlicht. In den Jahren 2013 bis 2015 erhielt Vinted Investitionen in Höhe von 60 Millionen Dollar,[10] unter anderem von Accel Partners, Burda Principal Investments und Insight Venture Partners.[3][11] Kleiderkreisel war abseits der Investitionen noch nicht profitabel. Um dies zu ändern, führte Kleiderkreisel im Jahr 2014 Gebühren für die Verkäufer ein. Zuvor war Kleiderkreisel kostenlos für die Nutzer.[6][12] Die Einführung der Gebühren löste jedoch massive Proteste aus, wodurch Kleiderkreisel diese senkte. Im Gegenzug wurde das Schalten von Werbung auf Kleiderkreisel erhöht.[7][13][14][15]

Marktposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2018 hatte Kleiderkreisel nach eigenen Angaben 5,8 Millionen Nutzer.[16] Im Peer-to-Peer-Sharingmarkt für Kleidung hatte das Unternehmen 2016 einen Marktanteil von 63 Prozent.[17]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Kleiderkreisel ist es möglich, Kleidung, Accessoires und Kosmetik zu tauschen, zu verkaufen und zu verschenken, wobei der Verkauf die am weitaus stärksten genutzte Funktion ist.[6] Die Handelsmärkte der Vinted Gruppe sind dabei jeweils national separiert. Zum Verkauf stehende Kleidung auf Kleiderkreisel ist somit nicht auf anderen Plattformen von Vinted sichtbar.

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Kategorisierung der Angebote auf Kleiderkreisel zeigt sich, dass 95 % der Angebote in den Bereich der Damenbekleidung fallen. Ebenso sind 95 % der Nutzer weiblich. Die meisten Nutzer sind zwischen 14 und 24 Jahren alt.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 kritisierte Kevin Goonewardena auf vice.com, dass Frauen auf Kleiderkreisel sexuelle Belästigung ausgesetzt seien und Kleiderkreisel seine Nutzer zu wenig davor schütze. Kleiderkreisel kündigte daraufhin eine Verbesserung des Meldesystems an.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Viola Diem: Die besten Spartipps – 10 Ideen. Geld sparen. In: Die Zeit. 11. Februar 2016, abgerufen am 19. Februar 2016.
  2. PeerSharing: Kleiderkreisel. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  3. a b Presse. In: kleiderkreisel.de. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  4. Katharina Brecht: Konkurrenz für Kleiderkreisel: Kruger Media soll Zadaa in Deutschland bekannt machen. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  5. Impressum. In: mamikreisel.de. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  6. a b c d e Gerd Scholl, Siegfried Behrendt, Christian Flick, Maike Gossen, Christine Henseling, Lydia Richter: Peer-to-Peer Sharing: Definition und Bestandsaufnahme. PeerSharing Arbeitsbericht 1. Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, Berlin September 2015, S. 39–42 (peer-sharing.de [PDF; abgerufen am 26. Mai 2019]).
  7. a b Anne-Katrin Schade: Nutzer enttäuscht – Kleiderkreisel wehrt sich gegen Kritik. In: gruenderszene.de. 10. August 2016, abgerufen am 26. Mai 2019.
  8. a b Broadly Staff, Kevin Goonewardena: Wie junge Frauen auf Kleiderkreisel sexuell belästigt werden. In: vice.com. 21. Oktober 2016, abgerufen am 26. Mai 2019.
  9. Mobile accelerates growth: Vinted story. In: lemonlabs.co. Abgerufen am 26. Mai 2019 (englisch).
  10. Kim Richters: Die Mutterfirma von Kleiderkreisel bekommt 24 Millionen Euro. In: gruenderszene.de. 10. Dezember 2015, abgerufen am 29. Februar 2020.
  11. Vinted - Investors. In: crunchbase.com. Abgerufen am 26. Mai 2019 (englisch).
  12. Hendrik Lehmann, Martin Pfaffenzeller: Die falschen Versprechen der Sharing Economy. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  13. Anne-Katrin Schade: „Es hat uns überrascht, wie emotional die deutschen Nutzer reagiert haben“. In: gruenderszene.de. 2. Dezember 2016, abgerufen am 26. Mai 2019.
  14. Veronika Wulf: Konkurrenz für den Kleiderkreisel. In: sueddeutsche.de. 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 26. Mai 2019]).
  15. Autor Kato: Das neue Kleiderkreisel Bezahlsystem – ein mustergültiger Shitstorm. In: Innocent Glow. 28. Oktober 2014, abgerufen am 26. Mai 2019.
  16. Konkurrenz für den kleiderkreisel, sueddeutsche.de, aufgerufen am 29. Juli 2019
  17. Hendrik Lehmann, Martin Pfaffenzeller: Die falschen Versprechen der Sharing Economy, Tagesspiegel.de, aufgerufen am 29. Juli 2019