Klein-Auheim

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Klein-Auheim
Stadt Hanau
Ehemaliges Gemeindewappen von Klein-Auheim
Koordinaten: 50° 5′ 55″ N, 8° 55′ 21″ O
Höhe: 103 (101–108) m ü. NHN
Fläche: 8,71 km²[1]
Einwohner: 7748 (1. Apr. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 890 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 63456
Vorwahl: 06181

Klein-Auheim ist ein Stadtteil von Hanau im Main-Kinzig-Kreis in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein-Auheim von Norden

Klein-Auheim liegt auf einer Höhe von 104 m über NN, etwa 4 km südlich des Stadtzentrums von Hanau. Es grenzt im Nordwesten an den Stadtteil Steinheim, im Norden und im Osten an den Stadtteil Großauheim, im Südosten an die Gemeinde Hainburg, im Süden an die Stadt Obertshausen (beide Landkreis Offenbach), sowie im Westen an den Stadtteil Lämmerspiel der Stadt Mühlheim am Main (Landkreis Offenbach).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes könnte ein für 806 genanntes Euuicheim sein. Die Nennung findet sich in der Kopie einer Schenkungsurkunde von Irminrat und ist im Codex Eberhardi kopiert.[3] Der Name könnte sich vom Personennamen Ewic ableiten. Die Endung -heim ist typisch für eine Ortsgründung in fränkischer Zeit. Da die Originalurkunde aber nicht vorliegt, nur die Abschrift in einem Kopiar, scheint es möglich, dass hier ein Übertragungsfehler vorlag und der Kopist eine ursprünglich Schreibung Ennicheim als Euuicheim gelesen und übertragen hat. Bei Ennicheim bezöge sich der Eintrag auf Enkheim.[4] Auheim lag im fränkischen Maingau. 1270 wurden Klein- und Großauheim erstmals getrennt erwähnt.

1255 wird in Auheim eine Kirche erwähnt. Deren Patrozinium lag bei den Aposteln Peter und Paul, das Kirchenpatronat beim Mainzer Domkapitel.

Klein-Auheim lag im Amt Steinheim, das zunächst den Herren von Eppstein gehörte und ab 1371 als Pfand je zur Hälfte den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau. 1393 gelangte das Pfand insgesamt an die Herren von Kronberg. 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein das Amt Steinheim an das Kurfürstentum Mainz.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Klein-Auheim unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[5]

  • Ewichheim (806)
  • Oweheim (1062)
  • Auheim (1255)
  • Auheim bi Steinheim (1343)
  • Clein Awheim (1532)
  • Auvhaim bey Stainhaim (1577)
  • Clein Awheim (1594)

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1631 bis 1634, während des Dreißigjährigen Kriegs, beschlagnahmte König Gustav II. Adolf das Amt Steinheim – und damit auch Klein-Auheim – als Kriegsbeute und stattete die nachgeborenen Hanauer Grafen Heinrich Ludwig von Hanau-Münzenberg (1609–1632) und Jakob Johann von Hanau-Münzenberg (1612–1636), die mit ihm verbündet waren, damit aus.[6] Da beide Grafen schon bald starben und der Westfälische Friede auf das Normaljahr 1624 abstellte, kam Klein-Auheim wieder an Kurmainz, wo es bis 1803 verblieb, als es im Zuge der Säkularisation an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die 1806 zum Großherzogtum Hessen wurde, fiel. Hier gehörte es zu nachfolgenden Verwaltungseinheiten:

Klein-Auheim war bis 1968 Sitz des bekannten Zweiradherstellers Bauer.

Am 1. Juli 1974 wurde Klein-Auheim – wie auch das benachbarte Steinheim, beide ehemals Landkreis Offenbach – im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Hanau eingegliedert.[7] 2006 feiert der Ort, wie auch sein Nachbarort Großauheim, die 1200-Jahr-Feier, bezogen auf die älteste erhaltene Erwähnung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[5]

  • 1576: 0035 Familien
  • 1829: 0662 Einwohner
  • 1871: 1254
  • 1895: 1948
  • 1939: 3883
  • 1961: 5867
  • 1970: 6978
  • 1975: 7890
Klein-Auheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
733
1840
  
850
1846
  
957
1852
  
1.003
1858
  
989
1864
  
1.077
1871
  
1.254
1875
  
1.403
1885
  
1.582
1895
  
1.948
1905
  
2.598
1910
  
3.015
1925
  
3.334
1939
  
3.883
1946
  
4.719
1950
  
5.037
1956
  
5.434
1961
  
5.867
1967
  
6.397
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein-Auheim war traditionell römisch-katholisch, da es in der Zeit der Reformation zum Kurfürstentum Mainz gehörte. Die römisch-katholische Kirche des Ortes ist St. Peter und Paul.[8] Die evangelische Erlöserkirche[9] wurde erst am 27. April 1958 eingeweiht.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klein-Auheim befindet sich eine Grundschule, die Friedrich-Ebert-Schule. Weiterführende Schulen sind im benachbarten Steinheim am Main sowie in der Kernstadt Hanau vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 43a führt an Klein-Auheim vorbei und bindet den Ort an das überregionale Autobahnnetz an.

Klein-Auheim besitzt mit dem Bahnhof Hanau-Klein Auheim einen Anschluss an die Odenwaldbahn. Die Hanauer Straßenbahn AG bedient Klein-Auheim mit Bussen der Linien 4 und 6. Zudem führt die Regionalbuslinie 567 durch Klein-Auheim und bietet eine direkte Verbindung zum Hanauer Hauptbahnhof.

Fasanerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupteingang von Wildpark und Forstmuseum Klein-Auheim

Bei Klein-Auheim befindet sich der Wildpark Alte Fasanerie, ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und weit über die Grenzen Hanaus bekannt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,10 m (2014).[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhard Bus: Die Einwohner daselben arbeiten sehr fleißig.... Ortschronik zur Geschichte Klein-Auheims anlässlich des 1200. Jahrestages der urkundlichen Ersterwähnung 2006. 2005. 536 S.
  • Carolin Krumm: Kulturdenkmäler in Hessen – Stadt Hanau . Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 2006, ISBN 3-8062-2054-9, S. 516–531.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 386–388.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 127.
  • Georg Schäfer u. a.: Kreis Offenbach = Teilband von: Rudolf Adamy: Die Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen. 1885, S. 94–96.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik für den Stadtteil im Internetauftritt der Stadt Hanau, abgerufen im März 2016.
  2. Statistik der Stadt Hanau vom Juni 2015: Einwohnerzahlen mit Hauptwohnsitz, abgerufen im März 2016.
  3. Edmund E. Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10, Bd. 1, Nr. 521, S. 503.
  4. Peter Jüngling: Hanau-Kesselstadt – Zur Archäologie einer Pfarrkirche in Hanau = Hanauer Schriften zur Archäologie und Geschichte 1. Hanau, 2004, S. 26f.
  5. a b „Klein-Auheim, Main-Kinzig-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 10. Dezember 2014)
  6. Richard Wille: Hanau im Dreißigjährigen Krieg. Hanau 1886, S. 91, 593f.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 345.
  8. St. Peter und Paul-Kirche, abgerufen am 7. April 2012.
  9. Ev. Erlöserkirche Klein-Auheim, abgerufen am 7. April 2012.
  10. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017