Klein Briesen

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Klein Briesen
Koordinaten: 52° 14′ 18″ N, 12° 30′ 46″ O
Höhe: 67–68 m ü. NHN
Postleitzahl: 14806
Vorwahl: 033846
Ortsansicht

Klein Briesen ist ein Gemeindeteil im Ortsteil Groß Briesen der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Land Brandenburg.[1]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein Briesen liegt naturräumlich im Hohen Fläming und dort östlich von Groß Briesen. Östlich hiervon liegt der weitere Bad Belziger Ortsteil Ragösen, nördlich die Gemeinde Golzow, südlich Dippmannsdorf (zu Bad Belzig). Südlich fließt der Bullenberger Bach am Ort vorbei; das umgebende Gebiet steht unter Naturschutz. Die höchste Erhebung ist mit 112,8 m der außerhalb der Gemarkung südlich liegende Fuchsberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13. bis 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche von 1692

Die Gutssiedlung erschien urkundlich erstmals im Landbuch Karls IV. im Jahr 1375 als Brisen parva mit dem Zusatz „parva“ = klein, um es vom benachbarten Groß Briesen unterscheiden zu können. Allerdings wurde es zu dieser Zeit nur im Dorfregister erwähnt und war vermutlich schon wüst. Es gehörte vor 1412 der Familie von Ziegesar und war 1412 wüst gefallen (ein wuste dorff Lutige Brezen). Im Jahr 1452 fiel die Entscheidung, dass die dorfsteten…lutke brieszen in Brandenburg bleiben soll, während Groß Briesen als Lehen nach Sachsen-Wittenberg kam. Doch erst 1565 wurde auf der Gemarkung ein neues Vorwerk errichtet. Die von Ziegesar verkauften das Dorf daraufhin im Jahr 1578 an die von Thümen, die es bis 1872 hielten. Aus ihrer Zeit ist die Existenz eines Rittersitzes im Jahr 1608 überliefert, in dem im Jahr 1624 elf Kossäten lebten. Das Dorf wurde im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört: Noch 1687 waren alle Kossätenhöfe wüst; lediglich zwei Hausleute lebten im Dorf. Sie wurden bis 1685 vom Pfarrer in Ragösen betreut. Im genannten Jahr kam Klein Briesen als Tochterkirche zu (Neu) Werbig in der Provinz Sachsen. Im Jahr 1692 entstand im Ortskern eine Dorfkirche.

18. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1745 waren die wüsten Kossätenhöfe wieder komplett besetzt. Es gab eine Wassermühle mit einem Gang, eine Schneidemühle und eine Schäferei. Allerdings verzeichnete die Statistik für das Jahr 1772 nur noch zwei Kossätenhöfe und einen Müller. Im Jahr 1801 gab es das Gut mit vier Büdnern, vier Einliegern, einem Krug, einer Wasser-, Mahl- und Schneidemühle. Zwei Förster schlugen 1500 Morgen (Mg) Holz. Im Dorf wurden auf einer Bauernhufe und zwölf Lehnhufen insgesamt 16 Feuerstellen (=Haushalte) betrieben. Hieran änderte sich in den folgenden Jahrzehnten nur wenig: 1837 bestand Klein Briesen aus dem Rittergut und Dorf mit 12 Wohnhäusern. Im Jahr 1858 gab es das Gut mit dem Abbau Wassermühle, der 1803 noch als Mahl- und Schneidemühle bezeichnet wurde. Das Dorf war 2149 Mg groß, darunter 6 Mg Gehöfte, 3 Mg Gartenland, 480 Mg Acker, 65 Mg Wiese, 95 Mg Weide und 1500 Mg Wald. Im Dorf standen ein öffentliches, 17 Wohn- und 22 Wirtschaftsgebäude, darunter die bereits genannte Wasser-, Getreide- und Sägemühle. Zur Jahrhundertwende standen im 638 Hektar großen Dorf 14 Häuser. Im Jahr 1928 wurde Klein Briesen mit der Landgemeinde Groß Briesen vereinigt und war dort Wohnplatz (1931, 1957) und ab 1964 ein Ortsteil von Groß Briesen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Klein Briesen von 1772 bis 1925
Jahr 1772 1801 1817 1837 1858 1871 1885 1895 1905 1925
Einwohner 94 85 76 70 79 78 62 65 59 und 5 (Wassermühle) 20

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artesischer Brunnen
  • Die Dorfkirche Klein Briesen ist eine Fachwerkkirche aus dem Jahr 1691, die 1996 restauriert wurde. Über dem Südportal befindet sich ein Sandsteinrelief von Joachim Friedrich von Thümen. Die Kirchenausstattung ist im Wesentlichen bauzeitlich.
  • Östlich des Dorfes befindet sich ein Artesischer Brunnen, der 1980 als Viehtränke angelegt und 1999 neu eingefasst wurde und in den Bullenberger Bach entwässert.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Klein Briesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter R. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 532)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bad Belzig Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. Juni 2021.
  2. Informationstafel des Naturparks Hoher Fläming: Der Artesische Brunnen, aufgestellt am Brunnen, Mai 2021.