Kleinau

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Kleinau
Koordinaten: 52° 47′ 59″ N, 11° 30′ 43″ O
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 21,41 km²
Einwohner: 270 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039399
Steinkreuz in Kleinau
Steinkreuz in Kleinau
Kleinau (Sachsen-Anhalt)
Kleinau (52° 47′ 0″ N, 11° 30′ 0″O)
Kleinau
Lage von Kleinau in Sachsen-Anhalt

Kleinau ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinau liegt inmitten der Altmark, etwa zehn Kilometer südlich von Arendsee (Altmark), wo mit der B 190 die nächste Fernstraße verläuft. Die Gemarkung von Kleinau ist zum Teil von Kiefernwäldern bestanden und erstreckt sich abschnittsweise in einem Niederungsgebiet. Die Landschaft rund um Kleinau ist Standort zahlreicher Feuchtwiesen. Das Wirtschaftsleben wird durch den Anbau von Salat- und Kohlfeldern in der „Agrofarm Kleinau“ geprägt.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Kleinau gehören die Ortsteile Kleinau, Dessau und Lohne.

Weiterhin liegt die Wüstung des ehemaligen Ortes Buckau auf der Gemarkung Kleinaus. Das Dorf wurde im dreißigjährigen Krieg zerstört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste urkundliche Erwähnung von Kleinau stammt aus dem Jahre 1274, als Cleinow.[2] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird Kleinau als Cleinow, Clenow und Clynow aufgeführt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Dessau aus dem Landkreis Osterburg und am 1. Februar 1974 die Gemeinde Lohne aus dem Kreis Osterburg in Kleinau eingemeindet.[3]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kleinau am 18. Mai 2009, dass die Gemeinde Kleinau in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[4][5]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kleinau werden Kleinau, Dessau und Lohne Ortsteile der Stadt Arendsee (Altmark). Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kleinau und künftigen Ortsteile Kleinau, Dessau und Lohne wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kleinau wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 116
1818 167
1840 197
1885 228
1892 238
1900 269
Jahr Einwohner
1910 261
1925 300
1939 296
1946 835
2008 581
2011 276
Jahr Einwohner
2012 279
2013 282
2014 293
2015 280
2016 274
2017 270

Ab 2008 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde und Pfarrei Kleinau gehören zum Pfarrbereich Kleinau des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Kleinau bei Heiligenfelde die Kirchengemeinden Kleinau und Lohne.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Hans-Georg Kempcke. Der jetzige Ortschaftsbürgermeister ist Sven Schottenhammel.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinkreuz in Kleinau
  • Die evangelische Dorfkirche Kleinau ist eine Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert und war St. Jakobus geweiht.[8]
  • Auf der südlichen Seite der Dorfstraße nahe dem westlichen Ortseingang steht ein Steinkreuz. In einer Sage wird berichtet, das Kreuz sei zur Sühne für einen Meuchelmord an einem französischen General gesetzt worden.[9]
  • In der Schule gibt es ein Schulmuseum.[10]
  • Im Ortsteil Lohne ist neben einem bronzezeitlichen Gräberfeld auch der äußerst alte Eichenbestand zu erwähnen. Kulturgeschichtlich herausragend ist in Dessau eine Landwehr, die an der Straße nach Heiligenfelde gelegen ist und eine der besterhaltenen Festungen dieser Art in der Altmark darstellt.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, S. 181.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 375 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 99.
  • Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik (Gebietsstand 1. Januar 1952). Berlin 1952, S. 29.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 289 (Digitalisat).}
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 361, 362.
  4. Amtsblatt des Landkreises, Nr. 8/2009. (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive; PDF) S. 228–230
  5. Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010. StBA
  6. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 24 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 6. Januar 2018]).
  7. Kleinau/Lohne/Dessa auf stadt-arendsee.de. Abgerufen am 8. März 2020.
  8. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 264–265.
  9. Flurdenkmale. Kleinau. 2007, abgerufen am 6. Januar 2018.
  10. Eckehard Schwarz und Helga Räßler: Volksstimme Magdeburg. Besucheransturm im Kleinauer Museum. 8. April 2014, abgerufen am 6. Januar 2018.
  11. stadt-arendsee.de