Kleinbösingen

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Kleinbösingen
Wappen von Kleinbösingen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg (FR)
Bezirk: Seew
BFS-Nr.: 2266i1f3f4
Postleitzahl: 3213
UN/LOCODE: CH KBO
Koordinaten: 582196 / 193699Koordinaten: 46° 53′ 39″ N, 7° 12′ 18″ O; CH1903: 582196 / 193699
Höhe: 509 m ü. M.
Höhenbereich: 484–599 m ü. M.
Fläche: 3,02 km²
Einwohner: 693 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 229 Einw. pro km²
Website: www.kleinboesingen.ch
Ortseingang von Kleinbösingen

Ortseingang von Kleinbösingen

Lage der Gemeinde
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Kleinbösingen ist eine politische Gemeinde im Seebezirk (französisch: District du Lac) des Kantons Freiburg in der Schweiz. Der französische Name der Gemeinde lautet Petit-Basens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinbösingen liegt auf 509 m ü. M., 3 km westsüdwestlich von Laupen und 10 km nordnordöstlich der Kantonshauptstadt Freiburg (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich leicht erhöht am westlichen Talrand der Saane, im nördlichen Freiburger Mittelland.

Die Fläche des 3,0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der vom eiszeitlichen Rhonegletscher überformten Molassehöhen zwischen dem Murtensee und dem Saanetal. Die südöstliche Grenze verläuft entlang des kanalisierten und begradigten Flusslaufs der Saane. Im Süden gehört ein Teil der Staumauer des Schiffenensees sowie ein ganz kleiner Anteil des Sees zu Kleinbösingen. Von der Saane erstreckt sich der Gemeindeboden nach Westen über eine bis zu 500 m breite flache Talniederung (mit dem Naturschutzgebiet Auried) auf die angrenzenden Molassehöhen mit den Plateaus von Grueneburg und Feldmatten. Die nördliche Begrenzung bildet der Waldrand zum bernischen Röseliwald. Auf dem Müllerholz wird mit 600 m ü. M. der höchste Punkt von Kleinbösingen erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 21 % auf Wald und Gehölze, 68 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 4 % war unproduktives Land.

Zu Kleinbösingen gehören die Siedlungen Grueneburg (562 m ü. M.) auf einem Plateau vom Südostfuss der Waldhöhe des Müllerholzes und Riedacher (540 m ü. M.) am westlichen Talhang der Saane sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Kleinbösingen sind Gurmels, Düdingen und Bösingen im Kanton Freiburg sowie Kriechenwil im Kanton Bern.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 693 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) gehört Kleinbösingen zu den kleineren Gemeinden des Kantons Freiburg. Von den Bewohnern sind 94,9 % deutschsprachig, 3,0 % französischsprachig und 1,2 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Kleinbösingen belief sich 1900 auf 256 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 230 und 270 Einwohnern. Erst seit 1980 (231 Einwohner) wurde ein deutliches Bevölkerungswachstum mit einer Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von 20 Jahren verzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinbösingen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau und die Viehzucht einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, unter anderem in einem Betrieb des Metallbaus, im Elektrizitätswerk des Stausees Schiffenen, im Baugewerbe, in einer Schreinerei sowie einem national tätigen IT-/CE-Internetversandhandel. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Steinbrüchen unterhalb der Staumauer des heutigen Schiffenensees Sandstein abgebaut. Ehemalige Kiesgruben im Saanetal wurden renaturiert und bilden heute das Naturschutzgebiet Auried. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den Regionen Laupen, Freiburg und Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Düdingen nach Murten. Der nächste Anschluss an die Autobahn A12 (Bern-Vevey) befindet sich in Düdingen, rund 7 km vom Ortskern entfernt. Durch den Postautokurs, der von Düdingen nach Kerzers führt, ist Kleinbösingen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Durch den Fahrplanwechsel im Dezember 2008 ist Kleinbösingen durch eine Busverbindung im Halbstundentakt mit Düdingen und Gurmels verbunden. Ab Gurmels führen zudem Linien nach Courtepin, Murten und Kerzers. Mit dem Auto in 10 Min erreichbar ist der Bahnhof Gümmenen. Von hier geht es mit der Bahn im Halbstundentakt in 15 Minuten nach Bern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinbösingen war im Mittelalter Teil des Besitzes der Grafen von Thierstein. 1442 kam das Dorf durch Kauf unter die Herrschaft von Freiburg und gehörte fortan zur Alten Landschaft (Spitalpanner). Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Kleinbösingen während der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum Distrikt Freiburg und ab 1831 zum Deutschen Bezirk Freiburg, bevor es 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Seebezirk eingegliedert wurde. Von 1883 bis 1982 besass Kleinbösingen eine gemeinsame Verwaltung mit der jenseits des Röseliwaldes liegenden Gemeinde Liebistorf (heute nach Gurmels eingemeindet).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es verschiedene Projekte, die meisten Ortschaften im Kanton Fribourg mit Eisenbahnen zu verbinden. Unter anderem existierte ein Projekt, das es allerdings nicht über das Ideenstadium hinaus schaffte, eine Bahnlinie Kerzers - Gurmels - Überstorf anzulegen. Diese Bahnlinie wäre bei Kleinbösingen über eine Brücke verlaufen und hätte damit Kleinbösingen an den Bahnverkehr angeschlossen.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kleinbösingen befindet sich das Auried, ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Das Auried gehört zu den Schutzgebieten von Pro Natura.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kleinbösingen hat der Schiesssport 300m einen traditionell sehr hohen Stellenwert. Besonders seit dem Jahr 2000 konnte die Schützengesellschaft SG Liebistorf - Kleinbösingen - Wallenbuch auf nationaler Ebene bedeutsame Erfolge feiern. Unter anderem Schweizermeistertitel in der Elite und Jungschützen Gruppenmeisterschaft, Einzelsieger am Eidgenössischen Schützenfest 2005 sowie mehrere Kantonalmeistertitel und Erfolge an Historischen Schiessanlässen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturkommission der Gemeinde organisiert jedes Jahr verschiedenste Anlässe für die Bürger.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kleinbösingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.