Kleinbahn Kiel–Segeberg

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Kleinbahn-Aktiengesellschaft
Kiel-Segeberg
Stammaktie von 1911
Kiel–Bad Segeberg
Kursbuchstrecke: 113e (1961)
Streckenlänge: 50,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Kiel Hbf
   
nach Flensburg, nach Husum
   
nach Neumünster, nach Lübeck
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Kiel Süd
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Bahnhof ohne Personenverkehr
2,5 Kiel-Gaarden
   
nach Schönberger Strand
   
Kiel–Lübeck
   
4,5 Wellsee
   
6,4 Moorsee
   
8,9 Boksee
   
11,1 Barkau
   
von Lütjenburg
   
12,4 Kirchbarkau
   
15,1 Warnau
   
17,6 Nettelsee
   
19,5 Depenau
   
22,6 Stolpe
   
24,8 Wankendorf Nord
   
Neumünster–Ascheberg
   
27,8 Ruhwinkel-Schönböken
   
29,8 Bornhöved
   
nach Trappenkamp
   
33,7 Tarbek
   
37,1 Tensfeld
   
41,4 Blunk
   
45,5 Groß Rönnau
   
Trave
   
47,0 Ihlsee
   
48,2 Bad Segeberg Nord
   
50,5 Bad Segeberg West
   
von Neumünster
Bahnhof, Station
51,0 Bad Segeberg
   
nach Lübeck
Strecke – geradeaus
nach Bad Oldesloe

Die Kleinbahn Kiel–Segeberg war eine Bahnstrecke in Holstein. Die betriebsführende Kleinbahn-AG Kiel-Segeberg wurde am 23. Juli 1911 von der Stadt Kiel, den Kreisen Plön und Segeberg sowie der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co. gegründet.

Ihr Gesellschaftszweck war der Bau und Betrieb einer normalspurigen Kleinbahn von der Hafenstadt Kiel in südlicher Richtung durch das Gebiet des Kreises Plön zum Sitz des Nachbarkreises Segeberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 49 Kilometer lange eingleisige Strecke wurde am 2. Dezember 1911 eröffnet. Sie besaß in Kiel gemeinsam mit der Kleinbahn Kiel-Schönberg einen eigenen Kleinbahnhof Kiel Süd, der 1,7 Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt lag. Zur Verbesserung des Personenverkehrsangebotes begannen und endeten die Kleinbahnzüge ab 1. Juli 1954 im Kieler Hauptbahnhof.

In Bad Segeberg wurde die Staatsbahnstrecke Neumünster–Oldesloe erreicht, die im Jahre 1875 eröffnet worden war. Ihr Bahnhof war nur 200 Meter vom Kleinbahnhof Bad Segeberg West entfernt. In Wankendorf kreuzte sie die schon 1866 eröffnete Staatsbahnlinie Neumünster–Ascheberg, ohne dass dort eine Gleisverbindung vorhanden gewesen war. Der Fußweg vom Kleinbahnhof Wankendorf Nord zum Staatsbahnhof war über ein Kilometer lang.

In Kirchbarkau gab es Anschluss an die am 2. April 1911 eröffnete Kleinbahn Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg, der Übergangsverkehr erlangte aber nie größere Bedeutung, nur kurzfristig gab es durchgehende Personenzüge Preetz–Kiel.

Die Betriebsführung übernahm die Firma Lenz & Co, nach dem Zweiten Weltkrieg die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft. Die Hauptaktionäre waren in den letzten Jahrzehnten des Bestehens der Gesellschaft die Stadt Kiel und die AG für Verkehrswesen, daneben die beiden Landkreise und zahlreiche Privatpersonen.

Eine 1936 eröffnete, drei Kilometer lange Anschlussbahn von Bornhöved zum Waffendepot Trappenkamp blieb stets im Staatseigentum, wurde aber von der Kleinbahn mitbedient und sorgte für eine Steigerung des Verkehrsaufkommens. Zeitweise wurde die Zweigstrecke nach Trappenkamp auch im Personenverkehr bedient. Dieser wurde jedoch bereits am 8. März 1952 wieder eingestellt.

Als Triebwagen wurde ein umgebauter Diesel-Bus-LKW der Büssing AG eingesetzt, der im Volksmund „Langschnauze“ genannt wurde.

1914/15 wurden 240.212 Personen und 90.965 t Güter befördert.

Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens im ländlichen Raum veranlasste die Gesellschafter, den Betrieb am 31. Dezember 1961 einzustellen und die Bahn abzubauen. Bis in den Sommer 1967 dauerte die Entfernung der Schwellen und des Gleiskörpers, der Bahnkörper ist teilweise heute noch erkennbar. Abschnittsweise kann die ehemalige Bahntrasse auch als Radwanderweg genutzt werden, so etwa zwischen Bad Segeberg und Blunk.

In Wellsee werden noch einige Gleisanschlüsse bedient, die jedoch abseits der Kleinbahntrasse liegen. Die Anbindung erfolgt über die Strecke Kiel–Lübeck.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-671-1.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen; Teil 1. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]