Kleinbahn Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg

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Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg
Kursbuchstrecke: 103g (1936)
Streckenlänge: 41,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
Kleinbahn nach Segeberg
   
0,0 Kirchbarkau
   
Kleinbahn nach Kiel
   
2,7 Groß Barkau
   
4,0 Honigsee
   
6,2 Sieversdorf
   
Brücke über den Postsee
   
10,4 Strecke zum Bahnhof Preetz
   
Bahnstrecke Kiel–Lübeck
   
10,9 Preetz Kleinbahnhof
   
Brücke über die Schwentine
   
13,3 Rethwisch
   
Brücke über die Spolsau
   
15,4 Rastorf
   
Brücke über einen Spolsau-Seitenarm
   
17,6 Wildenhorst
   
18,7 Rastorfer Passau
   
20,2 Klinten
   
22,1 Ellhornsberg
   
23,4 Stellböken
   
Damm über die Lammershagener Teiche
   
25,2 Lammershagen
   
27,1 Friedeburg
   
28,1 Treufeld
   
30,0 Rantzau
   
32,8 Vörstenmoor
   
33,5 Anschluss Gottesgabe
   
35,3 Seekrug (Neuhaus)
   
38,4 Klamp
   
39,9 Lütjenburg Kleinbahnhof
   
von Malente
   
41,5 Lütjenburg

Die Kleinbahn-AG Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg (KPL) wurde am 21. Juli 1908 gegründet, wobei der Kreis Plön mehr als 75 % der Aktien übernahm. Ferner waren die Städte Preetz und Lütjenburg beteiligt. In Preetz bestand Anschluss an die 1866 eröffnete Bahnstrecke Kiel–Ascheberg; der Kleinbahnhof lag allerdings etwa 600 m vom Staatsbahnhof entfernt. In Kirchbarkau bestand Anschluss an die 1911 eröffnete Kleinbahn Kiel–Segeberg.

Die Kleinbahn sollte die von großen landwirtschaftlichen Gütern geprägte Landschaft des östlichen Holsteins wirtschaftlich erschließen. Sie bediente die Güter Rethwisch, Rastorf, Wildenhorst, Wittenberg, Lammershagen, Friedeburg, Rantzau, Neuhaus, Klamp und Helmstorf, aber auch Ziegeleien und eine Kiesgrube.

Eröffnung der Strecken[Bearbeiten]

Der erste Abschnitt Preetz Kleinbahnhof–Lütjenburg wurde am 1. Oktober 1910 eröffnet.

Einige Monate später begann auch auf dem Teilstück Kirchbarkau–Preetz Kleinbahnhof am 2. April 1911 der Betrieb. Für den Bau dieses Streckenabschnittes wurde an einer schon bestehenden Seeenge des Postsees bei Sieversdorf ein Damm aufgeschüttet und eine Brücke errichtet, die den Postsee in einen Nord- und Südteil trennte.

Insgesamt war die normalspurige Strecke 41,5 km lang. Den Betrieb führte die Firma Lenz & Co GmbH, ab 1920/27 die Allgemeine Deutsche Eisenbahn-Betriebs-GmbH.

Frühes Ende der Kleinbahn[Bearbeiten]

Die Kleinbahnstrecke wurde in den 1930er Jahren aufgegeben, weil Lastkraftwagen für den Warentransport flexibler waren und die Streckenführung viele Dörfer aussparte. Die Nutzung der Strecke im Personenverkehr war nicht mehr lohnend, so dass die Verkehrsleistungen von konkurrierenden Omnibuslinien übernommen wurden, die unter anderen die Direktverbindung nach Kiel herstellen konnten. Anfangs fuhren vier Zugpaare täglich, später wurde die Zahl der Zugpaare reduziert. 1936 fuhren täglich (auch sonntags) drei Zugpaare zwischen Preetz und Lütjenburg.

Übergang auf die Staatsbahn gab es in Lütjenburg und Preetz. In Preetz waren die Züge auf den Verkehr im Staatsbahnhof Preetz abgestimmt, der Klein- und der Staatsbahnhof lagen allerdings etwa 600 m auseinander. In Kirchbarkau war der Übergang auf die Kleinbahn Kiel–Segeberg möglich. Obwohl beide Bahnen unter der gleichen Betriebsführung standen, waren hier die Fahrpläne nicht aufeinander abgestimmt.

Schon zum 1. April 1930 wurde der Personenverkehr zwischen Kirchbarkau und Preetz Kleinbahnhof aufgegeben. Auf dem Ostteil nach Lütjenburg konnte er sich noch bis 15. Mai 1938 behaupten, als auch der Güterverkehr auf der gesamten Strecke eingestellt wurde. Anschließend wurde der Streckenabschnitt Kirchbarkau–Preetz Kleinbahnhof–Seekrug abgebaut und die Gesellschaft löste sich bis 1963 auf.

Durch Vertrag vom 6./9. Juni 1940 erwarb das Deutsche Reich (Reichsfiskus) den gesamten Oberbau, die Einrichtungen und den Fahrpark der KPL. Das Material wurde für den Bau der Strecke Westerland–Hörnum auf Sylt verwendet. 1940 erwarb der Fiskus ebenfalls den Streckenabschnitt Seekrug–Lütjenburg als Anschlussgleis für den Seefliegerhorst Bellin am Selenter See. Die Bedienung des Anschlussgleises übernahm die Deutsche Reichsbahn bis ca. 1942/1943, danach wurde auch dieser Abschnitt endgültig stillgelegt und abgebrochen. Einige Anlagen in Lütjenburg übernahm die Deutsche Reichsbahn.

Trotz der Entfernung der Schienen ist der Trassenverlauf mancherorts in der Landschaft noch erkennbar. Es stehen auch noch einige der ansehnlichen Empfangsgebäude.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Zur Eröffnung wurden vier dreiachsige Dampflokomotiven bei der Maschinenbauanstalt Humboldt beschafft, die als Lenz-Typ c klassifiziert waren. Eine dieser Lokomotiven kam nach der Stilllegung und dem Einsatz auf Sylt auch noch als 89 7554 zur Deutschen Bundesbahn. Außerdem waren vier Personenwagen 2. und 3. Klasse, vier Personenwagen 3. Klasse, zwei kombinierte Post-/Gepäckwagen, zwölf gedeckte und acht offene Güterwagen und ein Langholz-Transportwagen vorhanden.

1922 wurden zwei gebrauchte vierachsige Rowan'sche Dampftriebwagen eingesetzt, die zehn Jahre alt waren und bei Borsig für die Uetersener Eisenbahn gebaut worden waren. Der Einsatz war wohl nicht sehr erfolgreiche. 1924/25 wurde einer der beiden Triebwagen für 27.000 RM auf Benzol-Sauggas-Antrieb umgerüstet, aber die Sauggasanlage hat nie richtig funktioniert. 1925 wurden beide Triebwagen verschrottet. Als Ersatz musste eine Lok (preußische T 3) gebraucht von der ADEG beschafft werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein– und Privatbahnen. Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2011, ISBN 978-3-88255-671-1
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein– und Privatbahnen; Teil 1. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9
  • Gerd Stolz: Kleinbahn-AG Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg. in: Die Museums-Eisenbahn, 3/2010, S. 14–21

Weblinks[Bearbeiten]